Margareten

22. Juni 2019 09:08; Akt: 22.06.2019 10:51 Print

CO-Drama in Wien: Sohn (16) bricht tot zusammen

Ein 16-Jähriger verstarb bei einem Kohlenstoffmonoxidunfall in einer Wohnung in Wien-Margareten. Schuld dürfte ein mobiles Klimagerät sein.

Ein Kohlenmonoxidunfall in Wien-Margareten endete tödlich. (Bild: MA 68/Symbolbild)

Ein Kohlenmonoxidunfall in Wien-Margareten endete tödlich. (Bild: MA 68/Symbolbild)

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Der Jugendliche war in der Nacht auf Samstag im Badezimmer der erlterlichen Wohnung in Wien-Margareten zusammengebrochen. Seine Eltern verständigten sofort den Rettungsdienst. Unverzüglich wurde der 16-Jährige von den Rettungsdienstmitarbeitern ins Freie gebracht, mit der Reanimation begonnen und ein Kohlenstoffmonoxid-Alarm ausgelöst.

Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr Wien wurden sowohl die betroffene Wohnung als auch alle daran angrenzenden Wohnungen kontrolliert. Einige Wohnungen mussten von der Feuerwehr gewaltsam geöffnet werden. Ebenfalls wurde über eine Drehleiter in eine der Wohnungen eingestiegen.

Klimagerät wohl der Auslöser

Im Zuge der Kontrolle wurde in der betroffenen Wohnung ein mobiles Klimagerät aufgefunden, dessen Betrieb in Verbindung mit der laufenden Gastherme zu diesem tödlichen Unfall geführt haben dürfte.

Alle Versuche des Teams der Berufsrettung Wien den verunfallten 16-Jährigen zu reanimieren blieben erfolglos, der Mann verstarb an der Einsatzstelle.

Warnung der Feuerwehr

Die Berufsfeuerwehr Wien warnt abermals eindringlich vor CO-Unfällen: Unter normalen Umständen sei eine Gastherme absolut sicher. Probleme mit einer erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Konzentration kann es dann geben, wenn Therme oder Rauchfang nicht oder nur schlecht gewartet sind, es besonders heiß ist oder wenn Ventilatoren die Luft aus der Wohnung ins Freie saugen – beispielsweise bei einer Dunstabzugshaube oder einer mobilen Klimaanlage, die über einen Schlauch die Abluft ins Freie bläst, oder über ein mit einer Spezialdichtung abgedichtetes gekipptes Fenster.

Die Berufsfeuerwehr Wien rät, beim Betrieb der Therme im Sommer – beim Duschen oder Geschirr abwaschen – Fenster und Türen zu dem Raum zu öffnen, in dem die Therme montiert ist. Hohe Temperaturen begünstigen überdies Kohlenstoffmonoxid-Unfälle: Durch große Hitze kann sich in den Rauchfängen eine Art Luftstoppel bilden. Die Abgase sind im Vergleich zur Außenluft nicht heiß genug und können dadurch nicht mehr abziehen.

Wartung und Kontrolle wichtig

Daher ist es wichtig, die Gastherme regelmäßig zu warten, den Rauchfang regelmäßig überprüfen zu lassen und beim Einbau neuer Türen oder Fenster den Rauchfangkehrer zu kontaktieren. Dieser muss feststellen, ob die Therme noch ausreichend Verbrennungsluft bekommt.

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses Gas. Gelangt es über die Lunge in den Blutkreislauf, bindet es sich – vereinfacht -an die roten Blutkörperchen und verhindert den Sauerstofftransport im Körper. Der Organismus erstickt innerlich. Symptome einer leichten Kohlenstoffmonoxidvergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel und grippeähnliche Symptome. Wenn solche Symptome auftreten, sofort den gefährdeten Bereich verlassen und Rettung und Feuerwehr verständigen.

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman Polz am 22.06.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    jedes Drama ist eines zuviel . ich bin ehrlich froh die Fernwärme im Haus zu haben! Rauchmelder und CO2 Melder hab ich trotzdem.

    einklappen einklappen
  • Wienerjunge am 22.06.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kommendes Verbot?

    Tragisch der Unfall, der aufgrund von Ungewissheit passiert ist. Als Physiker ist einem klar, dass durch das Klimagerät ein Unterdruck entsteht, der die Abgase nicht aufsteigen lässt. Aufklärung: Aufgabe der Behörden? Hersteller? Verkäufer? Rauchfangkehrer? Wie auch immer, im letzten Fall wird es ein Verbot geben, das dann die ganze Bevölkerung betrifft.

  • Paula am 22.06.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nachvollziehbar

    Ich verstehe es nicht , dass einerseits alles immer mehr überreguliert wird, andererseits aber lebensgefährliche Verwendungen unkontrolliert erlaubt sind; im 21. Jahrhundert sterben Menschen wegen Kohlenmonoxidvergiftung

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Lisa Bauer am 23.06.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vermeidbares Drama

    Wie viele Unfälle oder Tote muß es noch geben, bis die zuständigen Stellen reagieren ? In Wien gibt es sehr viele Wohnungen mit Gasthermen und durch die große Hitze derzeit ist man sehr verlockt sich ein Klima Gerät zuzulegen. Hier müsste viel bessere Aufkärung betrieben werden !!!

  • Paula am 22.06.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nachvollziehbar

    Ich verstehe es nicht , dass einerseits alles immer mehr überreguliert wird, andererseits aber lebensgefährliche Verwendungen unkontrolliert erlaubt sind; im 21. Jahrhundert sterben Menschen wegen Kohlenmonoxidvergiftung

  • Desert Eagle am 22.06.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kohlenmonoxid oder

    Kohlendioxid - jedes Jahr ein Haufen Unfälle nur durch Unwissenheit!

    • Metatron am 22.06.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      Kohlensowieso

      Kohlendioxid ist das Sprudelgas im Mineralwasser .

    • Kreereiwa am 22.06.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      KohlenMONOxid

      ist das gefährlichere. Also Kohlenmonoxid-Melder installieren.

    einklappen einklappen
  • Walter W. am 22.06.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, bei jeder fossilen Verbrennung

    Ja selbstverständlich. Sie dürfen weder einen Holzkohlegriller in geschlossenen Räumen in Betrieb nehmen und bei sogenannten Schwedenöfen oder generell Holzöfen muss garantiert sein, dass der Abzug funktioniert. In Neubauten mit sehr dichten Fenstern kann zb. der Betrieb eines Holzofens bei gleichzeitigem einschalten der Dunstabzughaube zu einem Unterdruck führen und die Rauchgase gelangen durch die Ofentür in den Raum. Einfache Abhilfe; Beim Betrieb der Gastherme oder einer Dunstabzughaube Fenster kippen oder öffnen.

  • Gerlinde am 22.06.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    würde ich mich von der Fernwärme Wiens abhängig machen!!!