Neue Kampagne

18. April 2019 12:21; Akt: 18.04.2019 12:21 Print

Comics sollen mit alten Rollenbildern aufräumen

Um veraltete Klischees und Rollenbilder aufzubrechen, holte sich die Stadt Wien Hilfe bei Comic-Zeichner Philipp Stöhr. Die Sujets sind Teil der Kampagne "#wasgeht?"

Frauenstadträtin Kathrin Gaal (hier mit Comic-Zeichner Philipp Stöhr) will mit Comics veraltete Rollenbilder aufbrechen. (Bild: PID/David Bohmann)

Frauenstadträtin Kathrin Gaal (hier mit Comic-Zeichner Philipp Stöhr) will mit Comics veraltete Rollenbilder aufbrechen. (Bild: PID/David Bohmann)

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"Das schaffen wir nie… das ist unmöglich", rauft sich der Bub auf dem ersten Bild die Haare. Sein Vater kommt zu Hilfe, sagt: "Junge, dafür braucht man Eier". Die Auflösung: Vater und Sohn schlagen gemeinschaftlich Eier in eine Schüssel, der Vater klärt auf: "Sonst wird der Kuchen für die Mama nix".

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Soweit die Geschichte auf einem von insgesamt vier Comics, mit denen die Stadt Wien im Rahmen einer neuen Kampagne veraltete Geschlechterrollen hinterfragen und aufbrechen will. Ab dem Osterwochenende werden die vier Comic-Sujets auf Freecards und auf sozialen Netzwerken verteilt.

Gaal: "Männlichkeitsvorstellungen mit Humor hinterfragen"

"Mädchen und Buben werden immer noch häufig mit überholten Rollenbildern konfrontiert. Hier gilt es, dagegenzuhalten. Die Comics brechen veraltete Rollenbilder auf und thematisieren Klischees mit einem Augenzwinkern. 'Typische' Männlichkeitsvorstellungen werden mit Humor in Frage gestellt. Ziel ist es, positive Vorbilder zu entwickeln. Erwachsene und Jugendliche sollen dadurch in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden", erklärt Frauenstadträtin Kathrin Gaal (SPÖ).


(Bild: Stadt Wien)

Zeichner Philipp "Fludi" Stöhr erzählt, wie er die Ideen der Stadt Wien zeichnerisch umgesetzt hat: "Die Gleichstellung von Frau und Mann ist eine komplexe Geschichte. Es ist toll, auf wie vielen verschiedenen Wegen man sich diesem Thema nähern kann. Dass die Stadt Wien hier auch auf Comics und Bildsprache setzt, freut mich. Es war eine super Gelegenheit, dieses wichtige Projekt mit Zeichnungen zu unterstützen".

Kampagne #wasgeht? wirbt für Gleichstellung der Geschlechter

Ziel der Kampagne "#wasgeht" ist laut Gaal das Entlarven von Rollenbildern. Oft seien Geschlechterzuschreibungen im Alltag präsent, ohne jedoch den handelnden Personen bewusst zu sein. Rollenbilder von Frauen und Männern sollen durch die Kampagne hinterfragt werden. Die Comics sollen mithelfen, stereotype Erwartungen und Vorstellungen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Durch den gemeinsam Kampf gegen Rollenstereotype soll so Gleichstellung erreicht werden.


(Bild: Stadt Wien)

"Rollenstereotype führen oft zu Diskriminierungen und Abwertungen, sie haben Einfluss auf die Schul- und Berufswahl, auf das Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten und sind ein Nährboden für sexistisches Verhalten", so Gaal. Das zeigten auch die Daten das Wiener Gleichstellungsmonitors. So kam der Wiener Gleichstellungsmonitor 2016 zum Schluss, dass Frauen nach wie vor in vielen Bereichen Männern nicht gleichgestellt sind. So liege die Hauptverantwortung für Kinder trotz der wachsenden Erwerbstätigkeit nach wie vor bei den Frauen.

Kampagne #wasgeht? mit Männerexperten entwickelt

Die Kampagne "#wasgeht?" entstand in Zusammenarbeit mit dem Frauenservice Wien (MA 57), der MD-OS Dezernat Gender Mainstreaming und Experten aus der Männerarbeit von "Poika – Verein zur Förderung gendersensibler Bubenarbeit in Unterricht und Erziehung" sowie von "MEN Männergesundheitszentrum". Die Kampagne, die mit Männerexperten erarbeitet wurde, will positive männliche Rollenbilder verstärken – und zwar mit Humor.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 18.04.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitung worauf?

    Die Frau soll nicht mehr weiblich sein, der Mann nicht mehr männlich? Zu hinterfragen sei auch das gelangweilte Grinsen des männlichen Bilderständers. Hat er auch schon einen Haarknoten?

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  • Southpaw am 18.04.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Obwohl es niemand annimmt...

    ...geht die Vertrottelung der Gesellschaft unermüdlich ihren Weg.

  • Mike am 18.04.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    "Gendersensible Bubenarbeit", wenn ich dieses Geschwurble schon lese, geht mir das G'impfte auf. Den Männern einreden, dass sie weiblicher werden müssen, und dann wird alles besser? In Wirklichkeit ist das eine steuergeldfinanzierte Arbeitsbeschaffung für geschlechtsverwirrte Soziologieabbrecher...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Insider am 19.04.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Klassischer Fall von Vetternwirtschaft

    Wie kommt ein Angestellter des Flughafen Wiens (Marketing) dazu, einen Grafik-Auftrag der Stadt Wien an Land zu ziehen? Es gab keine Ausschreibung. Die Stadt Wien, als Aktionär des Flughafens, sowie seine Kontakte verhalfen ihm dazu. Die lesen sich wie das Who-is-Who der Genossen: AMS, ÖGB, ÖBB, Wiener Linien, Arbeiterkammer, bfi (SPÖ), Österreichischer Bundesverlag, BBG (Bundesbeschaffung GmbH), Gewista etc. Als Künstler war er nie erfolgreich, arbeitete nur wenige Monate als Grafiker. Das ist ein klassischer Fall von Vetternwirtschaft.

  • Dumm Schwätzer am 18.04.2019 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Glücklich ist ...

    Na wenn Wien keine anderen Probleme hat. Ist sicher genug Budget übrig geblieben vom neuen, superbilligen innovativen Logo.

  • Mike am 18.04.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    "Gendersensible Bubenarbeit", wenn ich dieses Geschwurble schon lese, geht mir das G'impfte auf. Den Männern einreden, dass sie weiblicher werden müssen, und dann wird alles besser? In Wirklichkeit ist das eine steuergeldfinanzierte Arbeitsbeschaffung für geschlechtsverwirrte Soziologieabbrecher...

  • Southpaw am 18.04.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Obwohl es niemand annimmt...

    ...geht die Vertrottelung der Gesellschaft unermüdlich ihren Weg.

  • Marie am 18.04.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Woher kommt das Geld

    Wenn auch nur 1 cent an steuergeldern für diesen schwachsinn verschwendet wurden dann sollte man wirklich mal auf die straße gehen und dafür sorgen das Politiker für sowas vor gericht gestellt werden. Wie kann man für so einen unsinnigen blödsinn geld ausgeben? ich verstehe es nicht ,und uns frauen hilft das ganze absolut NICHTS.