Klimastreik am Freitag

13. März 2019 16:58; Akt: 14.03.2019 13:15 Print

Schüler erhalten Muster-Entschuldigung für Demo

Schüler in Wien dürfen für eine Teilnahme am Klimastreik eigentlich nicht dem Unterricht fernbleiben. Die Demo-Organisatoren bieten ihnen nun eine Entschuldigungs-Vorlage.

Demo-Veranstalter bieten eine Muster-Entschuldigung zum Download für alle Schüler an, die am Freitag statt in die Schule lieber zum Klimastreik gehen wollen. (Bild: Grafik Heute)

Demo-Veranstalter bieten eine Muster-Entschuldigung zum Download für alle Schüler an, die am Freitag statt in die Schule lieber zum Klimastreik gehen wollen. (Bild: Grafik Heute)

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Am kommenden Freitag, dem 15. März 2019, demonstrieren Schüler weltweit in 89 Ländern unter dem Motto "Fridays for Future" für den Klimaschutz. Es wird die größte Demo seit dem Start der Bewegung, auch in Österreich wird demonstriert - "Heute" berichtete.

"Kein Entschuldigungsgrund"

Da die Demonstration, so wie alle Freitagsdemos der Organisation, während der Schulzeit stattfindet, ist eine heftige Diskussion entstanden. Es stellt sich nämlich die Frage, ob eine Teilnahme an derartigen Veranstaltungen, die ein höheres Ziel verfolgen, ein plausibler Grund ist, um der Schule fernzubleiben. Laut Bildungsminister Heinz Faßmann ist dies nicht der Fall, mehr dazu hier.

In manchen Bundesländern wird diese Entscheidung jedoch einzelnen Schuldirektoren oder Klassenvorständen überlassen. Einige von ihnen erlauben nun ihren Schülern, zur Demo zu gehen, ohne ihnen dafür unentschuldigte Fehlstunden einzutragen.

Unklare Regelung verwirrt Schüler

In der Facebook-Gruppe der Organisation und auch in den Veranstaltungen äußern mehrere Schüler darüber ihre Bedenken:

Die Organisatoren hingegen stellen den Schülern jetzt über die Social-Media-Plattform eine Vorlage zur Verfügung, die als Entschuldigung an den Schulen dienen soll.

Entschuldigungs-Vorlage von Organisatoren vertrieben

Darin wird von den Lehrern die Erlaubnis erbeten, den Schüler bzw. die Schülerin zu entschuldigen: "Sie/Er wird an diesem Tag nicht am Unterricht teilnehmen, sondern auf eine Demonstration für eine lebensrettende Klimapolitik gehen", heißt es in dem Schreiben.

Es wird weiters auf das Schulorganisationsgesetz (SchOG) verwiesen, und daraus zitiert, dass die Schüler "in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit" mitwirken sollen.

"Da sich der Streik für eine Politik stark macht, die unser aller Überleben auf diesem Planeten sichert, kann mein Kid den staatlichen Bildungsauftrag dort an diesem Tag besser wahrnehmen, als in der Schule selbst", heißt es weiter.

Die "Entschuldigung" ist mit Ort, Datum und einer Unterschrift eines Erziehungsberechtigten zu versehen - siehe Foto weiter unten.

Ob dieses Schreiben nun wirklich die Erlaubnis bietet, an der Demo teilzunehmen und somit dem Unterricht fernzubleiben, bleibt unklar. Denn laut Schulunterrichtsgesetzt müssen Schüler nur dann nicht am Unterricht teilnehmen, wenn sie erkrankt sind. Ein Streikrecht für Schüler gibt es nicht.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 13.03.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Test

    Veranstaltets die demo mal am wochenende (so wie es in deutschland der fall war) und ihr werdets sehen das kaum jemand hingeht. Hier geht es nur darum die schule zu schwänzen. JEDER der keine lust auf schule hat würde lieber auf eine demo gehen anstatt in der schule zu sitzen , egal für oder gegen was demonstriert wird.

  • Heinz Thai am 13.03.2019 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weit haben wir

    es gebracht. Musterentschuldigung damit die Fratzen demonstrieren dürfen. Sollten lieber mehr lernen,wenn man sich zb die Pisatests anschaut.

  • homer76 am 13.03.2019 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend

    Es fehlt am Formular das dritte Geschlecht. Außerdem ist nicht jeder automatisch Sohn/Tochter eines Erziehungsberechtigten.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 14.03.2019 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und welche Entschuldigung

    gibt's für die Lehrer? oder arbeiten Sie die Fehlstunden ein..

    • weh100 am 16.03.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      so und nicht anders

      Die Teilnahme an Demonstrationen rechtfertigt nicht das Fernbleiben vom Unterricht oder eine sonstige Beeinträchtigung des Unterrichts. Das Demonstrationsrecht kann in der unterrichtsfreien Zeit ausgeübt werden. Der Haken für streikende Schüler besteht darin, dass das in Artikel 9 GG normierte Streikrecht ausschließlich Arbeitskampfmaßnahmen von organisierten Arbeitnehmern gegenüber Arbeitgebern betrifft. Ein Streikrecht, also ein Recht auf kollektives Fernbleiben vom Unterricht für ganze Schülergruppen oder Klassen, existiert nicht.

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  • Robert am 14.03.2019 01:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wird sich nie ändern

    Ihr wollt also den Klimawandel aufhalten und somit den Planeten retten? Ihr wisst aber schon das erst durch den Mensch soweit gekommen ist oder? Folglich müsste man, um den Planeten zu retten, die gesamte Menschheit ausrotten. Also dann liebe Demonstranten die zu fein zum hackln sind, wer von euch opfert sich freiwillig und macht den ersten Schritt ? Den bedenkt jedes Leben das schwindet bedeutet weniger co2 durch Produktion. Bin gespannt wer da dann wirklich den Planeten "retten" will ;)

    • Korbi am 14.03.2019 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      oder einfach die klimaschädlichen Gase reduzieren zu durch erneuerbare Energien usw

    • Vorstadtmama am 14.03.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      das Ökostromgesetz

      wäre da wohl nicht ganz falsch gewesen. Oder meinen die Klimaschützer, nur Strom aus Atomkraftwerken wäre "klimafreundlich"? Eigentlich sollten die Kids direkt vor der SP-Zentrale demonstrieren.

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  • metamethusalem am 14.03.2019 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    Demos und Hymnen

    Ein user reklamiert ganz mit Recht, dass das dritte Geschlecht in der Entschuldigungsvorlage fehlt. Das hätte der gute Mann/die gute Frau/das gute diver NICHT so laut sagen sollen! Es könnte die Aktivistinnen auf den Plan rufen, die es geschafft haben, die Bundeshymne mittels Töchtern abzuwerten ... ähem räusper ... aufzuwerten. Und das wird allen Kopfzerbrechen verursachen, denn schon die Söhne/Töchter-Strophe holpert schrecklich. Wenn jetzt als drittes auch noch die Nachwuchs-DIVER hineingepfercht werden, wird die Hymne total unsingbar.

  • Edda am 14.03.2019 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Zeitpunkt

    Warum wird die Demo nicht nachmittags oder am Wochenende abgehalten? Wenn die Jugendlichen in ihrer Freizeit demonstrieren, DANN nehme ich ihnen ihr Engagement wirklich ab!

    • Vorstadtmama am 14.03.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      Für alle wäre das besser..

      Die Kinder müssten nicht mit den Behörden streiten, die Eltern hätten eine Sorge weniger.

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  • Hausmasta am 13.03.2019 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schwänzen

    Es sollte rigoros und hart bestraft werden, wenn Kids wegen einer Demo dem Unterricht Fernbleiben! Wenn die was fürs Klima zum wollen: Handy abgeben und auf E-Bikes verzichten!

    • C.w am 13.03.2019 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hausmasta

      einfach weiter zur Schule gehen und was gscheits studieren. Das bringt längerfristig mehr

    • Korbi am 14.03.2019 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hausmasta

      beides produziert keine Treibhausgase, wissen sie das?

    • Vorstadtmama am 14.03.2019 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Hausmasta

      Wenn die ganze Schule geht, wird das wohl nach hinten los gehen. @Korbi Der Strom kommt nicht aus der Steckdose. Dank dem Nichtbau von Hainburg kommt er auch nicht nur aus Wasserkraft. Das Biomassekraftwerk Simmering muss dank der SP-Ökostromablehnung wahrscheinlich schließen. Konventionelle Kraftwerke werden mit Gas oder Heizöl betrieben. Und ein Teil wird importiert und ist wahrscheinlich Atomstrom.

    • Rorschach am 14.03.2019 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Vorstadtmama: Beim Tarifrechner

      der E-Control können Sie schauen, wo beim jeweiligen Anbieter der Strom wirklich "herkommt". Z.B. beim Standard "Optima"-Tarif der Wien Energie: 59,37% Erneuerbare Energie, 40,63% Erdgas. Herkunft: 100% Österreich. Und das ist eine Mischung, die vergleichsweise wenig Öko-Strom beinhaltet.

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