U-Kommission zum KH Nord

11. September 2018 19:09; Akt: 11.09.2018 19:09 Print

Ederer: In Wien "tut man sich als Deutscher schwer"

von Gerda Mackerle - Drei (Ex-)Politikerinnen sagten bei der sechsten Sitzung der U-Kommission zum Krankenhaus Nord als Zeuginnen aus.

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"Das Klima war: Die drei Pfeffersäcke verdienen sich dumm und dämlich an unserem Spital", schilderte Ex-Siemens-Chefin und Ex-Finanzstadträtin Brigitte Ederer bei der gestrigen U-Kommission plastisch die Stimmung, die gegenüber einem Private-Public-Partnership-Modell für die Errichtung des KH Nord geherrscht habe. Die Folge: Die Verhandlungen des KAV mit dem Konsortium aus Siemens, Vamed und Porr wurden beendet, die Stadt entschied, selbst zu bauen.

Ederer: "Traurig und irritiert" über Gesprächs-Aus

Sie selbst sei "traurig und irritiert" gewesen, die Siemens-Zentrale in München habe sich gefreut. Es sei um den Preis von rund 825 Mio. € gegangen, dem man sich in Gesprächen genähert hatte. Dieser sei der Konzernzentrale „zu gering“ erschienen, das Risiko hingegen höher. Mit der Bestellung von Udo Janßen zum KAV-Manager habe Siemens nichts zu tun gehabt, meint aber: "Ich persönlich wäre vorsichtig, in öffentlichen Strukturen deutsche Manager einzusetzen. Wien ist ein eigenes Biotop, da tun Sie sich als Deutscher schwer." Ederer selbst hätte sich als Standort für das KH Nord das Siemens-Grundstück (Paukergründe) – mit U6-Verlängerung – gewünscht.

Brauner: 825 Mio. Euro als "interne Obergrenze"

Es sei darum gegangen "Kompetenz an Bord zu holen und – ja –auch, Risiko zu übertragen", erklärte Ex-Gesundheits- und Finanzstadträtin Renate Brauner die Sicht der Stadt. Dass PPP-Modell sei im Gespräch gewesen, weil "wir wussten, dass wir immensen Investitionsbedarf haben", die Summe von 825 Mio. € sei eine "interne Obergrenze" gewesen.

Warum in der Ausschreibung auch das Grundstück im Paket gesucht wurde? In Bezug auf Grundstückskäufe sei die Stadt "leidgeprüft" so Brauner: Bei Planungen "haben Acker auf einmal Preise wie in Manhattan gehabt".

In Brauners Zeit als Stadträtin fiel die „Grundsatzentscheidung“ für ein 800-Betten-Spital in Floridsdorf. Ursprünglich waren 600 Mio. € veranschlagt (reine Baukosten). Den Kosten-Anstieg erklärte Brauner durch die Valorisierung und: "Jede Verzögerung kostet Geld."

KH Nord kein Thema zwischen Häupl und Brauner

Überrascht dürfte Brauner mit der Aussage haben, dass die Großbaustelle KH Nord zwischen ihr und Bürgermeister Michael Häupl nie ein Thema gewesen sei – trotz der über Jahre hinweg andauernden Kostensteigerungen und Terminverzögerungen. Das heiße nicht, "dass es für ihn kein Thema war", so Brauner. Für die ÖVP ist das "unglaublich".

Umwelt- und Öffi-Stadträtin Ulli Sima sagte im Eingangsstatement, ihre "Berührungspunkte mit dem KH Nord sind 'non existent'", zitiert sie der Standard. Stadträtin Ulli Sima sei bei der Grundstücksauswahl "nicht involviert" gewesen. Das zeige "die organisatorischen und kommunikativen Probleme innerhalb der Stadt Wien", so ÖVP-Mandatarin Ingrid Korosec.

Opposition: "Verhandlungen haben Bazar geglichen"

Es werde "klar, dass die Verhandlungen zum PPP-Modell einem Bazar" geglichen habe, so ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec. Neos-Mandatar Stefan Gara sieht ein "ungewöhnliches Design der Vergabe". Dem Konsortium sei aus "nicht nachvollziehbaren Gründen" abgesagt worden. FP-Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl ortet einen "Trümmerhaufen".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frosch am 11.09.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Regen

    Was will denn die noch??? Auf den Tausender warte ich noch heute!

  • PeterKarl am 12.09.2018 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wien ist anders.

    Vom AKH Skandal nichts dazu gelernt. Jeder nimmt sich, was IHM / IHR zusteht.

  • Ein Wiener am 12.09.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das holen sie sich wieder

    Das wird der Krankenanstaltenverbund dann mit Personaleinsparung wieder gutmachen :). KH Nord = modernes Spital mit minimalem Personalschlüssel.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 12.09.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzbehauptung von Kriminellen...

    Eine völlig korrumpierte Stadtdiktatur versuch ihre Taten zu relativieren...

  • derwiener am 12.09.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles Augenauswischerei

    immer schön zu sehen, wie die ganzen sogenannten zeugen vor der befragung in die kamera lachen ..... frei nach dem motto: ihr könnts mir eh nix anhaben!

  • Angestellte i. R. am 12.09.2018 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche fühlen sich hier wohl

    Dieser Aussage stimme ich nicht zu. Habe jahrelang im Handel gearbeitet, da waren in den oberen Etagen viele Deutsche. Haben sich alle wohl gefühlt. Wahrscheinlich ist dies bei den roten Angestellten anders.

  • Mama Renate am 12.09.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Übelkeit zum Gabelfrühstück

    Manche Namen würde man im Leben gerne nie wieder lesen, manche Gesichter nie wieder sehen.

  • Tim Braverman am 12.09.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte

    die Ederer ist bekennende Kommunistin die Im Keller des Cafe Korb gerne Verschwörungssitzungen hinter geschlossenens Türen abhält....