Vorwürfe gegen Restaurant

11. September 2018 22:59; Akt: 11.09.2018 23:19 Print

Etikettenschwindel im berühmten Steirereck?

Die Betreiber des Steirerecks sollen bei ihrer Spezialität des Hauses getrickst haben. Die vermeintliche Austro-Perle "Rotes Blut" ist gar keine.

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Das weltberühmte Steirereck, das in Restaurant-Kritiken regelmäßig mit Bestnoten überschüttet wird, soll Etikettenschwindel betreiben. Der Spezial-Aperitif des Hauses, das "Rote Blut", sei nicht, was das Lokal vorgebe zu sein – ein Vorwurf des "Falters" der einen unangenehmen Beigeschmack hinterlässt.

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"Sie hätte verboten werden sollen, aber zum Glück ist das nicht passiert. Eine alte, autochthone Sorte", hätte ein Kellner gegenüber dem "Falter" die vermeintliche Austro-Perle bei einem Besuch am vergangenen Mittwoch angepriesen.

Auch auf eine Anfrage eines anderen Gastes, habe das Management des Steirerecks am Pogusch das Getränk fälschlich beschrieben: "Das Rote Blut ist ein Sekt aus der Isabella-Traube (siehe Infobox, Anm.) und wird für uns eigens hergestellt."

Aber stimmt das überhaupt? Bei dem "Roten Blut" handelt es sich laut "Falter" keinesfalls um eine einheimische Spezialität, sondern um einen Fragolino des Herstellers Bottega in der norditalienischen Region Venetien.

Fragolino wird zwar häufig aus Isabella-Trauben mit ihrem leicht erdbeerigen Beigeschmack gewonnen – im Burgenland werden sie auch gerne für Uhudler verwendet – doch genau der, der im Steirereck serviert wird, ist dies laut "Falter" nicht.

Das Etikett von Bottegas moussierendem Weinmischgetränk weise Perlwein, Traubenmost, Erdbeersaft, Aromen als Inhaltsstoffe aus, heißt es in dem Bericht weiter. Und Importeur Vinorama gibt auf seiner Website an, dass der "Fragolino Rosso" aus den Traubensorten Lancellotta und Sangiovese gekeltert wird.

Aber während eine Flasche "Fragolino Rosso" im Handel knappe um 8 Euro zu haben ist, reißt eine Flasche "Rotes Blut" im Steirereck ein ganz anderes Loch in die Geldbörse – im Lokal bezahlt man dafür 35,50 Euro.

"Da geht es auch um Konkurrenz"

Auf die Causa angesprochen, geht Steirereck-Betreiber Heinz Reitbauer in die Defensive: "Warum soll ich jedem sagen, wo ich alles herkriege? In Österreich gibt es genau diese Art von Wein nicht", wird Reitbauer im "Falter" zitiert.

Er habe diesen vor 22 Jahren aus Frankreich und nachdem der dortige Lieferant dicht gemacht hatte, aus Italien importiert, so der Geschäftsleiter: "Ich wollte den französischen und italienischen Namen nicht draufschreiben, also nannte ich ihn Rotes Blut. Er wurde unsere Spezialität. Da geht es auch um Konkurrenz."

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(red)

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