Gefahr an Wiener Schulen

17. Dezember 2018 08:40; Akt: 17.12.2018 08:40 Print

"Tausende Schüler tragen Gewaltpotential in sich"

Angesichts der jüngsten Messerattacke an einer Wiener Schule schlägt der oberste Lehrervertreter Alarm: Täglich gebe es Vorfälle, tausende Schüler seien gewaltbereit.

"Die aktuellen Gewalttätigkeiten an Schulen" müssen eingedämmt werden, fordert Thomas Krebs, Vorsitzender der wienweiten Personalvertretung. (Bild: imago stock & people)

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Der oberste Vertreter der 14.000 Wiener Pflichtschul-Lehrer, Thomas Krebs, hat sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gewandt. In diesem beschwert er sich über das Soforthilfe-Telefon der Stadt Wien bei Gewalt oder Radikalisierung an Schulen. "Die Hotline funktioniert nicht", klagt Krebs.

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Präsentiert wurde das Soforthilfetelefon im Frühherbst vom Wiener Bürgermeister. Der Lehrerzentralausschuss-Vorsitzende bekrittelt in dem Schreiben, dass von versprochener "Akuthilfe" jedenfalls keine Rede sein könne. Im Ö1-Morgenjournal am Montag legte er nach: "Die Rückmeldungen von Kollegen waren eher ernüchternd." So seien Anrufer von einer Stelle zur nächsten weitergeleitet worden. In Extremfällen habe gar niemand abgenommen.

Gefahr an Wiener Schulen

Dabei gebe es laut Krebs angesichts der Gewaltbereitschaft der Kinder dringenden Handlungsbedarf. "Es gibt an unseren Wiener Schulen tausende Schüler, die Gewaltpotential in sich tragen und somit für sich selbst, die Mitschüler und auch für die Pädagogen eine Gefahr darstellen." Dabei ginge es Schüler aus den unterschiedlichsten ethnischen Herkunftskreisen und mit den verschiedensten Erfahrungen.

Am Mittwoch (12.12.) sind an einer Schule in Wien-Neubau zwei Burschen aneinander geraten. Der Streit endete in einer Messerattacke, ein 14-Jähriger erlitt zwei Stichverletzungen – "heute.at" berichtete. "Das spricht für sich selbst", sagt Krebs bezugnehmend auf jene Tat. Laut dem Lehrervertreter würden Kollegen berichten, dass es fast täglich Vorfälle gebe. Deshalb brauche es ausreichend und gut geschultes Unterstützungspersonal an den Schulen, um "die aktuellen Gewalttätigkeiten an Schulen eindämmen zu können."

Stadtschulrat weist Kritik zurück

Im Büro des Bildungsstadtrats Jürgen Czernohorsky (SPÖ) will man die Vorwürfe, wonach die Hotline nicht funktioniere, nicht gelten lassen. Bei der Bearbeitung der Fälle würden eben bestehende Institutionen wie Schulpsychologie, Schulsozialarbeit oder Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen, wird die Vermittlung an andere Stellen erklärt.

In zweieinhalb Monaten soll es achtzig Anrufe an das Soforthilfetelefon gegeben haben. Die Hotline bleibe deshalb jedenfalls bestehen. Über zusätzliche Unterstützungsteams an Schulen könne man im Jänner diskutieren.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jasman am 17.12.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz die seines Gleichen sucht

    Natürlich, man weist einfach die Kritik zurück und in alter SPÖ Manier wird suggeriert das ja eh alles passt. Ganz egal wie die Realität aussieht diese Stadtregierung ignoriert sie bis zum Schluss. Ich hoffe das hat bald ein Ende es ist nicht mehr zum aushalten.

  • zimbo am 17.12.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Na wer hat denn aus Wien

    einen Slum gemacht ?? Hauptsache es ist alles politisch korrekt !

  • Kannitverstan am 17.12.2018 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unschwer zu erkennen

    Wurden wir doch jahrelang als Hetzer bezeichnet, plötzlich kommt man drauf? Man braucht doch nur im Umfeld mancher Schule spazieren zu gehen, es ist zu sehen und zu hören. Unsere Enkel bleiben da schon auf der Strecke.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Martin am 17.12.2018 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wien war einmal anders, wunderschön ...

    Meine Prognose für die Wien Wahl 2020: SPÖ Sieger. Meine Erklärung: Zu viele Migranten bereits und angestammte Wiener, die sich gerne am Kopf ka..en lassen und noch dazu Danke sagen. Es wird nichts besser. Im Gegenteil die Gewaltbereitschaft wird noch schlimmer. Es wurden Menschen in dieses Land importiert, die nicht mit Worten argumentieren.

  • Alexander am 17.12.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schutz

    Ich würde mein Kind nicht mehr in die Schule schicken, zu gefährlich.

  • Kannitverstan am 17.12.2018 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unschwer zu erkennen

    Wurden wir doch jahrelang als Hetzer bezeichnet, plötzlich kommt man drauf? Man braucht doch nur im Umfeld mancher Schule spazieren zu gehen, es ist zu sehen und zu hören. Unsere Enkel bleiben da schon auf der Strecke.

  • Natiii am 17.12.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lernen

    Schwer erziehbar sicher hat was mit den Elternhaus Umfeld zu tun. Die Kinder sollen lieber was lernen um eine gute Berufsaussicht zu haben und einen guten Job zu belommen anstatt Gewalt

  • Jasman am 17.12.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz die seines Gleichen sucht

    Natürlich, man weist einfach die Kritik zurück und in alter SPÖ Manier wird suggeriert das ja eh alles passt. Ganz egal wie die Realität aussieht diese Stadtregierung ignoriert sie bis zum Schluss. Ich hoffe das hat bald ein Ende es ist nicht mehr zum aushalten.