Tierschutz

21. Februar 2019 09:42; Akt: 21.02.2019 11:57 Print

Insekten-Sterben, Wien will Sechsbeiner retten

Der rasante Verlust der Insektenvielfalt besorgt nicht nur Biologen. Das Projekt CITY NATURE will dem Tiersterben in den kommenden Jahren entgegenwirken.

Die Zahl und Vielfalt der Insekten nimmt weltweit drastisch ab - die Auswirkungen des Sterbens könnten fatal sein. (Bild: iStock)

Die Zahl und Vielfalt der Insekten nimmt weltweit drastisch ab - die Auswirkungen des Sterbens könnten fatal sein. (Bild: iStock)

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Jährlich schrumpft die Biomasse der Insekten um 2,5 Prozent - ein fataler Wert für unsere Umwelt, wie neue Studien warnen ("Heute" berichtete).

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Die Wiener Umweltschutzabteilung MA22 will als Partnerin vom EU-Projekt CITY NATURE über die kommenden drei Jahre hinweg die gefährliche Entwicklung einbremsen.

Insekten unverzichtbar für Ökosysteme

Insekten sind maßgeblich für die Bestäubung und Verbreitung von Pflanzen verantwortlich. Die Pflanzen und auch sie selbst dienen anderen Tieren als wichtige Nahrungsgrundlage. Sterben die Insekten aus, ist das nicht nur für die Pflanzen fatal, sondern auch für größere Tiergruppen wie Vögel. Auch sie wären dann nicht mehr überlebensfähig.

Darum sterben immer mehr Insekten

Die Gründe für das Massensterben der Sechsbeiner liegen beim Menschen. Landwirtschaftliche Monokulturen, der Einsatz von aggressiven Pestiziden und auch die Klimaerwärmung sind verantwortlich dafür, dass Artenvielfalt seit Jahren drastisch abnimmt.

Wiener Naturschutzgesetz stellt Teile des Stadtgebiets unter Schutz

Bereits im Jahr 2000 wurde das Netzwerk Natur als Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien ins Leben gerufen. Dieses ist auch im Wiener Naturschutzgesetz verankert. Seitdem werden Gebiete mit ökologisch wertvollen Lebensräumen und Artenvielfalt, aber auch solche, die eine besondere landschaftliche Ausprägung auszeichnen, zum Naturschutzgebiet erklärt. Inzwischen stehen rund 30% des Wiener Stadtgebiets unter Schutz.

Stadt will Entwicklung weiter eindämmen

Jetzt soll gemeinsam mit der Forstverwaltung Bratislava und dem Slowakischen Institut für Ökologie ein dreijähriges Projekt starten. Beteiligt sind auch MA42, MA18, MA21 und das Biosphärenwerk Wienerwald. Das Projekt befindet sich unter dem Schirm des EU-Projekts CITY NATURE, das die Steigerung der Biodiversität zum Ziel hat.

Am 22. Juni findet nun erstmals ein internationaler Tag der Artenvielfalt statt, bei dem Experten über die Insekten, deren Gefährdung, aber auch andere durch das Sterben gefährdete Tiere wie Fledermäuse und Vögel informieren wollen. Die Veranstalter bieten auch Sensenmähkurse an - eine Technik, die Insekten und Umwelt schont.

Ein Forschungsfokus wird nun auch auf seltenen Fledermausarten und Schwalben liegen. Deren Lebensumstände sollen über einen längeren Zeitraum erhoben und analysiert werden, um Schutzstragien zu entwerfen und somit den Artenbestand langfristig erhalten zu können.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia K. am 21.02.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Wie wäre es damit, wenn in Wien nicht alle Wiesen kahlgemäht würden? Seit Jahren versuche ich mit heimischen Wildblumensaat die Wiesen wieder vielfältiger zu machen. Du hast keine Chance, denn kaum blüht etwas zwei Tage, wird es abgemäht, bis in die Wurzeln. Auch am Stadtrand. Sämtliche Futterpflanzen abgemäht! Kein Futter für die Insekten, kein Futter für die Vögel und auch kein Futter für unsere Igel und anderes Kleingetier. Aber Hauptsache, alles ist kurz gemäht. Und in Gesprächen mit der MA49 kommt man auch auf keinen grünen Zweig.

  • andere Meinung am 21.02.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser predigen und Wein trinken

    Die linken Zecken sind eh schon genug... Aber mal Spaß ohne, die Stadt Wien ist der größte landwirtschaftliche Betrieb in Österreich, da läßt sich viel machen - ohne Beschlüsse, ohne Gesetze, nur mit Willen. Übrigens so weit ich weiß verzichtet die Stadt Wien noch immer nicht auf Glyposat, mag wohl an der Grünen Stadtregierung liegen ...

  • ben am 21.02.2019 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt

    Wien hilft jeden Insekt die letzten Jahre wurde den Kakerlaken am meisten geholfen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mugl am 26.02.2019 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Insekten

    Habe 2 Insektenhotels im Garten, sogar die werden immer weniger genutzt weil kaum noch Wildbienen usw. kommen. Säe seit 2 Jahren sehr viele Wildblumen im Garten, seither werden es wieder mehr. Es kann jeder was dazu tun, Insektenhotels aufhängen und in Blumenkästen wenn möglich Wildblumen sähen. Wäre eine Möglichkeit,:-) Es sind nicht alle Insekten Schädlinge, sie sind sogar nützlich.

  • Kannitverstan am 21.02.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Wien das will,

    dann sollten sie erst einmal die in alle Richtungen leuchtenden Straßen und Gehwegsleuchten austauschen, das Zeug zieht die Insekten aus allen Richtungen an und gibt uns auch nicht mehr das Gefühl der Nacht.

  • Alex am 21.02.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    das wäre doch ganz einfach, denn

    .. eine vernüftige Verkehrspolitik (ohne künstlichen Staus, kein Parkplatzklau, keine sinnlosen Einbahnsysteme, etc.) würde schon mal dazu beitrage, dass die qualität der luft in wien NOCH besser wäre als das möglicherweise der fall ist, aber einer statistik, die man nicht selbst gefälscht hat, vertraut man eben nicht.

  • Anna am 21.02.2019 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Insekten

    Mal kein Gift spritzen und weniger zubetonieren so einfach wäre das! Das Gift essen wir Menschen genauso mit Gemüse und Obst usw!

  • ben am 21.02.2019 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt

    Wien hilft jeden Insekt die letzten Jahre wurde den Kakerlaken am meisten geholfen