Prozess gegen 9 Iraker

21. Februar 2017 20:28; Akt: 04.03.2017 03:42 Print

Massenvergewaltigung: So argumentieren die Anwälte

Neun Männer stehen ab Dienstag vor dem Wiener Straflandesgericht und müssen sich im Prozess wegen einer Massenvergewaltigung an einer deutschen Lehrerin verantworten. "Heute.at" hat mit den Anwälten der Iraker gesprochen.

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Neun Männer stehen ab Dienstag vor dem Wiener Straflandesgericht und müssen sich im Prozess wegen einer Massenvergewaltigung an einer deutschen Lehrerin verantworten. "Heute.at" hat mit den Anwälten der Iraker gesprochen.


Die Tat fand in der Silvesternacht statt. Die Männer sollen die Frau in eine Wohnung am Praterstern verschleppt und dann nacheinander vergewaltigt haben. Der mutmaßliche Haupttäter bekannte sich am Dienstag schuldig. Andere sagen, die Frau hätte freiwillig mit ihnen Sex gehabt.
Die Argumente der Anwälte

Rechtsanwalt Andreas Reichenbach vertritt gleich mehrere Angeklagte. Er bringt vor, dass sie zwar dabei waren, aber keine sexuellen Handlungen gesetzt haben. Er will im Beweisverfahren zeigen, dass jeder seiner Mandanten eine andere Rolle gespielt hat.

Die Iraker sind teilweise miteinander verwandt. Vater und Sohn waren zwar zur Tatzeit in der Wohnung, hätten aber nichts gemacht. Ein weiterer Angeklagter war der Schwager: "Der war völlig betrunken, und so wird er sich auch verantworten", so Reichenbach.

Er gibt zu, dass es DNA-Spuren gibt. Das beweist, dass es Sex mit dem Opfer gegeben hat: "Nur die DNA-Spur sagt ja nicht, wie das zustandegekommen ist." Die DNA zweier weiterer Angeklagten wurden im Halsbereich des Opfers sichergestellt, sie sollen von Umarmungen stammen.

Zwei seiner Mandanten bekennen sich nicht schuldig, einer wird sich teilweise geständig zeigen, da er tatsächlich Sex mit der Angeklagten hatte. Inwieweit das eine Vergewaltigung war, wird das Beweisverfahren zeigen: "Wie schon erwähnt, es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass es nicht so war", sagt Reichenbach.
Vergewaltigung weil betrunken?

Anwalt Christian Lackner vertritt nur einen, seiner Meinung nach unschuldigen, Mandanten. Er soll zum Tatzeitpunkt zwar stark alkoholisiert, aber nicht am Tatort anwesend gewesen sein. Zur Vergewaltigung sagt er folgendes: "Ich nehme an, das ist aufgrund der starken Alkoholisierung passiert. Sie müssen sich vorstellen, das war zu Silvester. Die waren - soweit ich aus dem Akt weiß - alle ziemlich stark alkoholisiert. Und inwiefern er da noch Herr seiner Sinne war, das wird das Gerichtsverfahren beurteilen müssen."

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