Rettung und Krankentransport

17. April 2019 11:48; Akt: 17.04.2019 13:46 Print

Neues Gesetz: Wien benötigt mehr Sanitäter

Die Rettungsorganisationen brauchen mehr Personal. Das bewirkt eine am ersten April in Kraft getretene Gesetzesnovelle.

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Eine mit Anfang des Monats in Kraft getretene Novelle des Wiener Rettungs- und Krankentransportgesetzes sieht vor, dass mehr Patienten beim Transport von einem Sanitäter begleitet werden müssen. Das bedeutet gleichzeitig, dass deutlich mehr Sanitäter benötigt werden.

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Braucht Wien mehr Sanitäter?

Bisher waren die Transporte eher ungenau geregelt: Beispielsweise wurden Menschen, die nicht gehfähig waren, häufig nicht von Rettungsdiensten, sondern von anderen Organisationen wie Fahrtendiensten transportiert. Mit der Gesetzesänderung muss zukünftig jedoch ein nicht gehfähiger Patient von einem Sanitäter begleitet werden.

Umfassende Ausbildung

"Wir brauchen laufend neue Rettungssanitäter", sagt Alexander Lang vom Wiener Roten Kreuz. Die Transporte kämen also wieder zurück. In unmittelbarer Folge reagieren bereits viele Organisationen und bieten eine Ausbildung zum qualifizierten Rettungssanitäter an, die innerhalb von 30 Monaten abgeschlossen werden muss.

Eine umfassende Schulung ist dabei sehr wichtig - die Ausbildung umfasst insgesamt 300 Stunden. Davon kommen die Auszubildenden auf 140 Stunden Theorie und 160 Stunden Praxis, innerhalb derer sie im Krankentransportfahrzeug mitfahren. Zu erlernen ist sowohl die Bedienung medizinischer Geräte, als auch der richtige Umgang mit Patienten, erklärt Lang: "Der Rettungssanitäter ist dazu ausgebildet, Patienten zu heben, zu tragen und zu betreuen, aber auch für die notwendige Hygiene."

Auch die Ortskunde, die nicht nur die Straßen Wiens, sondern auch die Spitäler umfasst, sei besonders wichtig: "Man muss sich in den Spitälern zurecht finden, muss die entsprechenden Abteilungen in den Krankenhäusern finden können."

Gesetz bringt Klarheit

Das Gesetz setze Standards für Behandlung von Verletzten, Verunfallten und Kranken. Ebenso durch das Gesetz geregelt ist der Transport an sich. Vor der Novelle war es jedoch allgemeiner ausgelegt - nun ist es detaillierter, vor allem in der Frage "wann ein Patient einen Krankenwagen braucht und dementsprechend mit einem Krankenwagen und Sanitäter zu transportieren ist und wann das durch öffentliche Verkehrsmittel oder Mietwagen, Taxiunternehmen erfolgen kann", sagt Lang.

Bis vor der Novelle sei es, so das Rote Kreuz, häufig zu Transporten mit unausgebildetem Personal gekommen. Dazu waren ebenfalls oft Fahrzeuge im Einsatz, die nicht der Norm entsprachen. Die geschehene Klarstellung sieht Lang daher als notwendig an. Sie verschaffe Deutlichkeit darüber, dass es Krankentransportdienst- und Sanitätersache sei, wenn ein Patient Hilfe braucht, getragen werden muss, oder nicht gehfähig ist.

Private Anbieter sind über die Novelle freilich wenig erfreut. Sie sehen das Gesetz kritisch und müssen aufgrund von "Krankentransport neu" zahlreiche Mitarbeiter kündigen. Die Rettungsorganisationen können sich künftig jedoch über mehr Transporte freuen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mAL EHRLICH am 17.04.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen zum Zivildienst1

    Wie wäre es mit Zivildienst für Frauen, so könnte man dieses Problem entkräften und Gleichberechtigung fördern?!

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  • Sani am 17.04.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Rettungsauto ist kein Privat-Taxi

    Wir haben in meiner Zivi-Zeit 80 % Taxifahrten durchgeführt, um Personen zur Dialyse oder zur Reha und wieder zurück zu transportieren. Dafür braucht es kein sündteures Rettungsfahrzeug, das woanders dringender benötigt wird! Besonders kritisch sehe ich es, wenn Spitäler - wie am Wochende im Donauspital - Patienten mitten in der Nacht nach Hause entlassen, die aufgrund einer Akutsituationen eingeliefert wurden. Kommt es bei der Heimreise zur Zustandsverschlechterung, kann ein Taxler keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchführen. Der Rücktransport sollte in solchen Fällen möglich sein.

  • Gikosch am 17.04.2019 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Es ist noch nicht lange her, da musste das Rote Kreuz 35 Sanitäter entlassen, weil die Krankenkassen sparen mussten. Was hat sich jetzt geändert? Haben die Krankenkassen mehr Geld oder wie?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Stoffel am 19.04.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gibts jo eh

    Zuerst erkundigen dann kritisieren. Den Zivildienst für Frauen existiert seit mehreren Jahren und nennt sich "freiwilliges soziales Jahr" und wird finanziell unterstützt.

  • Paul am 18.04.2019 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Transport von gehbehinderten

    Dafür ein Rettungsfahrzeug mit Sanitäter zu verwenden erscheint mit allerdings nicht unbedingt sinnvoll.

    • Besharj am 19.04.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnvoll?

      Nicht jeder Gehbehinderte ist krank und braucht während des Transportes einen Sanitäter. Im Gesetz selber finden sie einen Absatz, der beschreibt, welche Fahrgäste keine Begleitung benötigen.

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  • Sani am 17.04.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Rettungsauto ist kein Privat-Taxi

    Wir haben in meiner Zivi-Zeit 80 % Taxifahrten durchgeführt, um Personen zur Dialyse oder zur Reha und wieder zurück zu transportieren. Dafür braucht es kein sündteures Rettungsfahrzeug, das woanders dringender benötigt wird! Besonders kritisch sehe ich es, wenn Spitäler - wie am Wochende im Donauspital - Patienten mitten in der Nacht nach Hause entlassen, die aufgrund einer Akutsituationen eingeliefert wurden. Kommt es bei der Heimreise zur Zustandsverschlechterung, kann ein Taxler keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchführen. Der Rücktransport sollte in solchen Fällen möglich sein.

  • Gikosch am 17.04.2019 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Es ist noch nicht lange her, da musste das Rote Kreuz 35 Sanitäter entlassen, weil die Krankenkassen sparen mussten. Was hat sich jetzt geändert? Haben die Krankenkassen mehr Geld oder wie?

    • johann am 18.04.2019 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gikosch

      gesundheitsstadtrat ist beim Roten Kreuz ehrenpräsident und Samariterbund sind zu 100Prozent spö gesteuert,Kosten für den Steuerzahler 20mio im Jahr mehr man hört nichts von ak oder Gewerkschaften,32rotkreuzmitarbeiter in ganz ö zu viel Skandal jetzt 92arbeiter nur in wien egal der Rote hat bestimmt und alle schweigen ak,Gewerkschaften,SPÖ sind ja nur die Steuergelder von den melkkühen siehe khnord

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  • richarf am 17.04.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgsben beachten

    Pflegeassistenz hat eine andere Aufgabe als Sanitäter oder Rettungssanitäter. Abgesehen von Module (Weiterbildu gen) geht es primär um Erstversorgung im Notfall bis zum Eintreffen in ein Krankenhaus. Eine Pflege ist was anderes als Rettung. Du "pflegst"jemanden im Krankenhaus etc...mehrere Stunden am Tag. Ein Sanitäter hat eine andere Aufgabe.