Personalvertreterin gefeuert

23. Mai 2019 05:36; Akt: 22.05.2019 17:46 Print

Parksheriff-Stornoskandal: Listenhund war Auslöser

von Christine Ziechert - Weil sie angeblich eigene Parkstrafen löschen ließ, wurde eine 53-Jährige entlassen. Schuld war laut ihrer Aussage ein Streit mit einem Kollegen über dessen Hund.

Insgesamt wurden 17 Parksheriffs entlassen, mit 16 davon einigte sich die Stadt. (Bild: Denise Auer/Symbolbild)

Insgesamt wurden 17 Parksheriffs entlassen, mit 16 davon einigte sich die Stadt. (Bild: Denise Auer/Symbolbild)

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Über 18 Jahre lang war Angelika M. (Name geändert) als Personalvertreterin in der Parkraumüberwachung tätig: "Ich habe für die Gewerkschafts-Tätigkeit gelebt. Doch jetzt ist alles, was ich aufgebaut habe, futsch", erklärt sie.

Denn im September 2018 wurde publik, dass die 53-Jährige veranlasst haben soll, eigene Parkstrafen zu löschen: "Von 2016 bis 2018 habe ich fünf Mandate erhalten – alle im Zuge meiner Tätigkeit als Personalvertreterin, wenn ich auf Stützpunkten Termine hatte, die stundenlang gedauert haben. Ich habe Kollegen gefragt, ob sie von diesen Strafen absehen können – das ist gang und gäbe, wenn es sachlich gerechtfertigt ist. Ich habe nichts Unrechtes getan", so die Ex-Beamtin.

"Ich wurde angeschwärzt"

Skurril: Laut Angelika M. flog der Storno-Skandal wegen eines Streits um einen Hund auf: "Ein Kollege hat seinen Privathund, einen Listenhund, täglich in die Dienststelle mitgenommen, es gab Beschwerden darüber. Er wollte wissen von wem, ich habe es ihm nicht verraten. Daraufhin hat er mich angeschwärzt. Das Ganze war ein Rache-Akt von ihm und einer anderen Gewerkschafts-Kollegin, der wir unser Misstrauen ausgesprochen haben, weil sie fraktionsschädigend agiert hat", ist sich die 53-Jährige sicher.

Die Folge: Alle Beamten im Außendienst wurden überprüft, 17 schließlich entlassen (heute.at berichtete mehrfach). Die Betroffenen klagten beim Arbeitsgericht, mit 16 – darunter Angelika M. – einigte sich die Stadt bereits auf eine einvernehmliche Kündigung: "Aufgrund meiner vielen Dienstjahre hätte ich Anspruch auf sechs Monatsgehälter Abfertigung. Ich wollte das Risiko eines Prozesses nicht eingehen und habe schließlich das finanzielle Angebot der Stadt angenommen." Wie hoch die angebotene Summe war, darüber muss die ehemalige Personalvertreterin Stillschweigen bewahren.

Staatsanwaltschaft stellte Verfahren ein

Bestätigt in ihrer Unschuld sieht sich die Niederösterreicherin damit, dass die Staatsanwaltschaft mittlerweile das Verfahren gegen sie wegen Missbrauchs der Amtsgewalt eingestellt hat. Die Causa ist allerdings nicht spurlos an Angelika M. vorüber gegangen: "Dieser Skandal hat 17 Leute in ein massives Chaos gestürzt. Mein Ruf ist ruiniert und wie es in Zukunft weitergeht, das steht in den Sternen."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi1966 am 23.05.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiterer eisberg

    Auch hier haben wir nur die spitze des eisberges es gehört nicht nur diese ma überprüft!!

  • Reini am 23.05.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staatsanwalt muss umgehend vor den

    Richter. Offensichtlich handelt es sich um Amtsmissbrauch (den gesteht sie ja auch selbst) und der Staatsanwalt erhebt keine Klage????? Das ist ein Skandal!!!

  • Alles Rechtens am 23.05.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht

    Tja...."Im Leben kommt alles zurück ".Mein Mitleid hält sich aber sowas von in Grenzen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gerhard Schwarz am 25.05.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bei allem Verständnis für Streß...

    Da muss ich der Kollegin doch widersprechen: da ich selber während meines Berufsverlaufes Personalvertreter und gewerkschaftlich aktiv war und bei unzähligen Versammlungen, Veranstaltungen und Betriebsbesuchen, weiß ich, das es NIE zwingend notwendig war, irgendwohin zur Ausübung dieser Tätigkeit mit dem Auto zu fahren und folglich eventuell stundenlang parken zu müssen. In Wien reicht das Öffentliche Verkehrsnetz völlig. Und von irgendwo "allgemein üblichen" Sonderprivilegien kann überhaupt keine Rede sein. Das stimmt ganz einfach nicht.

  • Gerhard Schwarz am 25.05.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Aha.

    Es war der Hund.

  • Fred von Jupiter am 23.05.2019 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als nur 5

    Angeblich intervenierte sie nicht nur in eigener Sache, sondern auch bei Mandaten, welche Mitglieder der HG1 kassiert hatten. Und genau diese "Kollegen" ließen sie dann wie eine heiße Kartoffel fallen. Hiermit bestätigt sich, was viele Menschen wissen: Feind - Todfeind - Parteifreund

    • Gerhard Schwarz am 25.05.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      Einfache Lösung:

      Bei JEDER "Intervention" NEIN sagen. Wirkt!

    einklappen einklappen
  • Idiocracy am 23.05.2019 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Jemand seinen

    Unterhalt mit vernaddern seiner Mitbürger verdient, warum soll der dann vor Kollegen halt machen?

  • Censorship am 23.05.2019 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    3. Storno Reich... :D

    Jetzt haben wir den DRITTEN Korruptionsskandal bei den Stornosheriffs... Es wurden die eigenen Autos markiert, um vor Strafe geschützt zu sein und nun der zweite Stornoskandal.... Die "Personalvertreterin", wird eben von nun an arbeiten müssen, wenn jemand sie aufnimmt....