Wien, NÖ und Burgenland

26. September 2017 16:36; Akt: 26.09.2017 16:38 Print

Profibande stahl seit Jahresbeginn 36 Autos

Die "Soko Kfz" und die Wiener Polizei nahmen nun vier serbische Verdächtige fest. Sie sollen Autos im Wert von 630.000 Euro gestohlen haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bestens vernetzte Ermittlungen in Wien und im Burgenland führten nun zum Erfolg, 36 Autodiebstähle konnten geklärt werden. Bereits am 12. Juli wurden zwei serbische Tatverdächtige, Ivan V. (34) und Ivan Z. (35), in einem Linienbus von Belgrad nach Wien entdeckt. Die Ermittler hefteten sich an ihre Fersen, um Hintermänner auszuforschen. Der Plan ging auf: Die Verdächtigen führten die Beamten direkt zu zwei weiteren Serben (46, 44 Jahre).

In der Nacht vom 12. auf 13. Juli 2017 wurden das Quartett dann dabei beobachtet, wie sie in zwei Tiefgaragen in Wien-Meidling und in Wien-Donaustadt Vorbereitungen für einen Autodiebstahl trafen.

Zwei Bandenmitglieder stahlen danach die präparierten Fahrzeuge und fuhren Richtung Ost-Autobahn (A 4) davon. Die beiden anderen Beschuldigten wollten flüchten, wurden dabei aber festgenommen.

Blanko-Zulassungsscheine entdeckt
Bei anschließenden Hausdurchsuchungen wurden Computer, Drucker, gestohlene Blanko-Zulassungsscheine, Fahrzeugschlüssel, Tools zum Anlernen von Fahrzeugschlüsseln, Tools zum Öffnen von Fahrzeugen und Handys sichergestellt. Spezialisten des Bundeskriminalamtes untersuchten die Geräte. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Bande seit Jänner 36 Autos im Wert von Euro 630.000 gestohlen hatte.

Schlüssel nachgemacht
Die Täter waren Profis: Schlösser wurden mit Werkzeugen beschädigungslos geöffnet, Fahrzeugschlüssel nachgemacht ("angelernt"). Der Zulassungsschein wurde entweder auf einem Blankodokument gefälscht oder der echte verwendet. Sobald ein Fahrer in Serbien verfügbar war, wurde dieser nach Wien gebracht, um das Auto nach Serbien zu verschieben.

"Bei den Tatverdächtigen wurden mehrere Wertkartenhandys sichergestellt. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass etwa 80% der Kommunikation bei Banden mit WhatsApp oder anderen Messenger-Diensten abgewickelt werden. Hier braucht es in Zukunft mehr Befugnisse für die Polizei um den Anschluss an andere Staaten nicht zu verlieren", so Innenminister Wolfgang Sobotka (VP). Die vier Verdächtigen sind in Haft.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(pet)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 26.09.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wertkartenhandys

    Hat man die nicht gesperrt, sodass sich jeder mittlerweile authentifizieren muss?

  • Wachsam sein am 26.09.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Plumper Versuch der ÖVP

    Netter Versuch, Herr Sobotka, Ihr Sicherheitspaket zu bewerben. Das scheitert aber schon am Umstand, dass die NSA und England bereits jetzt schon alles mitlesen und hören, aber weder Terror noch Autodiebstähle verhindern können. Es geht nichts über akribische Ermittlertätigkeit. So klärt man Fälle, nicht über WhatsApp.

    einklappen einklappen
  • Bertl K. am 28.09.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Schengen,

    welches vor allem von der Industrie verlangt wurde, haben nicht nur solche Diebsbanden sehr einfaches Spiel, und die Autohersteller & Händler freuts ! Kürzlich gab es eine Doku, in der gezeigt wurde wie einfach die "Sicherheitseinrichtungen" in diversen Karossen fast aller Marken (!) umgangen werden können .... ein Schelm, wer böses dabei denkt ?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bertl K. am 28.09.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Schengen,

    welches vor allem von der Industrie verlangt wurde, haben nicht nur solche Diebsbanden sehr einfaches Spiel, und die Autohersteller & Händler freuts ! Kürzlich gab es eine Doku, in der gezeigt wurde wie einfach die "Sicherheitseinrichtungen" in diversen Karossen fast aller Marken (!) umgangen werden können .... ein Schelm, wer böses dabei denkt ?

  • Michi am 26.09.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wertkartenhandys

    Hat man die nicht gesperrt, sodass sich jeder mittlerweile authentifizieren muss?

  • Wachsam sein am 26.09.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Plumper Versuch der ÖVP

    Netter Versuch, Herr Sobotka, Ihr Sicherheitspaket zu bewerben. Das scheitert aber schon am Umstand, dass die NSA und England bereits jetzt schon alles mitlesen und hören, aber weder Terror noch Autodiebstähle verhindern können. Es geht nichts über akribische Ermittlertätigkeit. So klärt man Fälle, nicht über WhatsApp.

    • Bertl K. am 28.09.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      sehr richtig !

      Ich denke, daß hinter der verlangt- geplanten Totalüberwachung ganz andere Interessen stehen, als per haltloser Vorwand behaupet wird . @Michi: Damit ist Sobotka und seine Partei beim roten Koalapartner gescheitert, weil es auch mM nach nichts bringen würde. Denn wie "@Wachsam sein" bereits schrieb, wurde samt all solcher Methoden in den USA, noch kein einziges Verbrechen verhindert !

    einklappen einklappen