Balkonien statt Ibiza

20. August 2018 06:00; Akt: 20.08.2018 06:11 Print

Betrug: Wienerin versenkt 2.700 Euro für Geistervilla

von M. Dorner - Diese Finca war eine Finte – und eine PR-Managerin setzte ihr gesamtes Urlaubsbudget in den Sand. Im Netz wird vorm Anbieter twovillas.com gewarnt.

Reif für die Insel? Pech gehabt, denn

Reif für die Insel? Pech gehabt, denn "Herr Morales Rivera" und Co. sind mit dem Geld längst weg (Bild: iStock/Montage)

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Türkisblaues Wasser, herrliche Sandstrände, romantische Fischerhütten – baden gehen hier aber nicht nur erholungssuchende Ibiza-Liebhaber, sondern auch 2.700 Euro.

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Trick: 10 % Rabatt bei 100%-Überweisung vorab
Am 13.6. buchte PR-Managerin Therese für sich, ihren Lebensgefährten und den zweijährigen Sohn im Internet ein Haus mit drei Schlafzimmern in der traumhaften kleinen Bucht Cala Salada. Die Miete für sieben Nächte (1. bis 8.9.) überwies sie zur Gänze im Voraus. Dabei kam ihr nichts Spanisch vor – ein großer Fehler. Denn der Veranstalter twovillas.com ist mit dem Geld längst untergetaucht.

twovillas.com: "Bank-Überweisung am sichersten"
"Wir machen heuer nur eine Woche Sommerurlaub und wollten uns etwas Besonders gönnen. Beim Stöbern im Netz stieß ich durch Zufall auf den Anbieter twovillas.com, zu dem auch renommierte Reiseportale verlinken. Das hat mich beruhigt. Die Homepage wirkte absolut seriös und aufwändig gemacht, der anschließende E-Mail-Verkehr mit einem gewissen Herrn Rafael Morales Rivera war freundlich und professionell – und auch die Zahlungsmodalitäten, 10 Prozent Rabatt bei Vorab-Überweisung des Gesamtbetrages, erschien mir unbedenklich“, erzählt Therese im „Heute“-Talk. „Ich bot an, meine Kreditkartendaten zur Abbuchung zu schicken, Herr Rivera bevorzugte aber eine Überweisung von Bank zu Bank. Die im Nachhinein besonders dreiste Begründung: ,Dieser Tansfer ist der sicherste'. So überwiesen wir den ganzen Betrag von 2.700 Euro. Uns erschien das schlüssig, wir haben das schon bei früheren Urlaubsreisen ähnlich gehandhabt."

Den Reiseveranstalter gibt's nicht (mehr)
Der kleine, aber feine Unterschied: Die gemietete Villa (Koordinaten: 39°01'17.6"N 1°18'05.0"E) gibt es zwar wirklich, den Veranstalter aber leider nicht (mehr). "Der letzte E-Mail-Kontakt erfolgte Mitte Juni", so Therese. "Herr Rivera versprach, sich eine Woche vor Reisebeginn noch einmal mit einem Update zu melden. Bitterer Nachsatz: ,Freuen Sie sich auf einen wundervollen, sonnigen Urlaub!'“.

Nepp nur durch Zufall vor Abflug aufgedeckt
Statt Playa satt gibt’s jetzt aber nur ein abgegrastes Konto – und dass die Geschasste den Nepp noch vor ihrem Abflug ins Paradies aufdecken konnte und nicht am 1.9. mit Kind und Kegel vor einer wildfremden Bleibe steht, ist nur einem Zufall zu verdanken: "Das Haus ist ja sehr geräumig, deshalb schloss sich uns eine Freundin mit ihrer kleinen Tochter spontan an. Sie buchte einen sehr frühen Flug und wollte den angebotenen, aber von uns zuvor ausgeschlagenen Early-Check-In in Anspruch nehmen. Ich kontaktierte den Anbieter deshalb am 9.8. noch einmal. Die E-Mail kam aber zurück, und auch die Homepage gab’s plötzlich nicht mehr. Da läuteten bei mir alle Alarmglocken.“

"Watchlist Internet" u.a. warnen vor Anbieter
Therese versuchte sofort, den Geldtransfer zu stoppen. Natürlich zu spät. Auf welche Namen das Konto wirklich läuft, darf die Bank aus Datenschutzgründen nicht sagen, die Familie erstatte bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt. "Ich habe dann ein bisschen gegoogelt und gesehen, dass im Internet bereits am 6.7. vor dem Veranstalter gewarnt wurde." Und tatsächlich heißt es auf der Homepage von Watchlist: "In Wahrheit ist die Website twovillas.com betrügerisch. Konsument/innen, die auf ihr eine Unterkunft buchen, müssen ihre persönlichen Daten und eine Reisepasskopie an den Anbieter übermitteln. Sie erhalten einen Vertrag und werden aufgefordert, Geld an twovillas.com zu zahlen. Kommen Sie der Aufforderung nach, verlieren sie es, denn dafür erhalten sie von dem Unternehmen kein Zimmer vor Ort.“ Die Plattform onlinesicherheit.at schreibt: "twovillas.com bietet vorrangig Reisen nach Ibiza und Mallorca an. Nach der Angabe der persönlichen Daten soll man eine Kopie des Reispasses übermitteln. Dann erhält man einen Vertrag und wird aufgefordert, den entsprechenden Betrag zu überweisen. Nach vollendeter Transaktion ist das Geld unwiederbringlich und es gibt keine gebuchte Unterkunft vor Ort."

Geschädigte schickte auch Passkopie
Einen solchen Vertrag erhielt auch Therese. "Er regelte u.a. die Stornobedingungen ganz klar. Alles wirkte so professionell“. Dass die Geschädigte auch eine Passkopie an die Betrüger übermittelt hat, bereitet ihr zusätzlichen Stress. „Kein gutes Gefühl, zu wissen, dass die jetzt vielleicht auch unter meinem Namen ihr Unwesen treiben können."

Im Worst-Case gehen auch 870 Euro für Flüge flöten
Nach all den Strapazen ist die Familie jetzt erst recht reif für die Insel. Ob so kurzfristig ein adäquater und leistbarer Ersatz für die gebuchte Unterkunft gefunden werden kann, ist allerdings fraglich. Und im schlimmsten Fall rinnen ihr am Ende auch noch die 870 Euro für die im schlimmsten Fall nicht in Anspruch genommene Flüge durch die Finger. Für die wurde nämlich keine Versicherung abgeschlossen.

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  • Sieglinde am 20.08.2018 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlerlos

    Wenn man hier die Kommentare der "ersten Reihe Denker" nicht hätte ? Ich esse auch jeden Tag probehalber eine Semmel um zu sehen, ob sie auch nicht von gestern ist !

  • Babsi am 20.08.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Vielleicht PR Managerin der SPÖ? Zumindest geistesmäßig könnte es hinkommen, gratuliere Frau PR Managerin, Glanzleistung!

  • Mia am 20.08.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    PR Managerin

    aber leider ohne "Hausverstand".

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mia am 20.08.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    PR Managerin

    aber leider ohne "Hausverstand".

  • gfellner am 20.08.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    - wozu gibt es Reisebüros und Reiseveranstalter. Selbst schuld. Auch eine Flugversicherung wäre klug - die kostet 12.- pro Ticket. Sparen ist schon gut - aber irgendwann sollte sich doch herumsprechen, dass es beim Veranstalter direkt noch am Sichersten ist.

  • Sieglinde am 20.08.2018 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlerlos

    Wenn man hier die Kommentare der "ersten Reihe Denker" nicht hätte ? Ich esse auch jeden Tag probehalber eine Semmel um zu sehen, ob sie auch nicht von gestern ist !

  • hueher am 20.08.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld wer leichtgläubig ist

    Wozu immer online buchen?? Nun ja, wenn Geiz ist geil wichtig ist?? Wenn, dann gibt es 2 Wege den Urlaub zu buchen, 1) im ordentlichen Reisebüro.....2) ich fliege für 2 Tage nach Ibiza, sehe mir was an, und buche nur mit Anzahlung !! Es gibt genügen billige Tagesflüge nach Spanien.... Meine Meinung, wer billig bucht, kauft sehr teuer, daher selber schuld und weniger jammern

    • Perle am 20.08.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      Einen noch dümmeren Vorschlag ...

      ... hast du nicht parat? 2 Tage hinfliegen, wegen 1 Woche Gesmturlaub. Also DAS ist mindestens genauso hirnlos!

    • hueher am 21.08.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Perle

      wer richtig lesen und verstehen kann, ist im Vorteil!?!

    einklappen einklappen
  • Babsi am 20.08.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Vielleicht PR Managerin der SPÖ? Zumindest geistesmäßig könnte es hinkommen, gratuliere Frau PR Managerin, Glanzleistung!