Lebenslange Haft

17. Januar 2019 18:21; Akt: 17.01.2019 18:35 Print

Selbst als Schwangere flehte, stach er weiter zu

Zu lebenslanger Haft wurde am Donnerstag ein 37-Jähriger in Wien nicht rechtskräftig verurteilt. Er stach im "Blutrausch" 2017 auf die Ex-Freundin ein.

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Der 37-jährige gebürtige Mazedonier stand bereits in seiner Heimat wegen versuchter Vergewaltigung vor Gericht, auch in Österreich ist er bereits zweifach vorbestraft. 2011 heiratete er eine Frau in Österreich, die Ehe ging aber bereits ein Jahr später zu Bruch. Der Mann sei ein "fanatischer Muslim" und gegen seine Frau und das gemeinsame Kind gewalttätig gewesen, hieß es.

Der Mann kehrte zwar nach Mazedonien zurück, tauchte aber Ende 2013 wieder in Österreich auf und lernte eine heute 32-jährige Frau kennen. Sie ging mit dem Mann 2014 eine Beziehung ein, ein Jahr später liefen bereits Ermittlungen wegen Körperverletzung und Gewalt in der Beziehung. Dabei kam aber nichts heraus, denn der Mann wurde zwischenzeitlich für die Verbüßung einer anderen Strafe nach Mazedonien ausgeliefert.

Frau verliebte sich neu

2017 war der nun Angeklagte wieder in Österreich, doch seine Ex-Freundin hatte sich mittlerweile neu verliebt. Als seine Liebesschwüre nichts halfen, soll der Mann die Frau auch mit Mord bedroht, online gestalkt und Suizidankündigungen geschickt haben. Der Mazedonier wohnte zu diesem Zeitpunkt noch bei seiner Ex-Freundin, als ihr neuer Freund sie bat, entweder auszuziehen oder den Mann rauszuwerfen, eskalierte die Situation.

Laut Anklage lauerte der 37-Jährige der Frau und ihrem Freund vor dem Wohnhaus im Juli 2017 um 6 Uhr früh auf und besprühte das Paar mit Pfefferspray. Der angegriffene Mann flüchtete, weil er um sein Leben fürchtete, und bat Passanten darum, die Polizei zu alarmieren. In der Zwischenzeit zog der Angeklagte ein Klappmesser und stach auf seine Ex-Freundin ein. Als diese um ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes flehte – sie war von ihrem neuen Freund schwanger – stach der Mann weiter zu, insgesamt 14 Mal. Als "Blutrausch" bezeichnete die Anklage die Situation, als "Wunder" Ärzte den Umstand, dass die Frau überlebte.

Ein Jahr auf Intensivstation

Der Angreifer flüchtete, wurde aber zwei Wochen später an der griechisch-türkischen Grenze festgenommen und nach Österreich ausgeliefert. Er könne sich den Angriff nicht erklären, so der Angeklagte. Die 32-Jährige wurde so schwer verletzt, dass sie ein Jahr lang auf einer Intensivstation verbringen musste und seither ein Pflegefall im Rollstuhl ist. Das ungeborene Kind hat den Angriff nicht überlebt.

Das Opfer konnte nur per Videokonferenz zum Prozess zugeschaltet werden. Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig, bestritt aber die Mordabsicht und die Absicht, das ungeborene Kind zu töten. Er habe die Frau "nur verletzen" wollen. Das Gericht verurteilte den 37-Jährigen zu lebenslanger Haft, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mia am 17.01.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslange Haft ?

    Nach 10 Jahren ist er wieder draußen. Lebenslang sollte auch lebenslang sein so wie in anderen Staaten.

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  • NoName am 17.01.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der neue Partner - ein (Alb-) Traum

    Der neue Partner flüchtete als der Täter ihn und seine Freundin mit dem Pfefferspray attackierte. Von so einem Mann können Frauen echt träumen (Albtraum).

  • Vorstadtmama am 17.01.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    aus dem Jahr 2017...

    Auch hier ist das Opfer eine Frau. Damals war das aber noch kein Thema. Schon gar nicht für die Politik...

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • sabine am 18.01.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    so viele Psychos!

    Wie viele Zeitbomben rennen noch frei umher?

  • Vota am 18.01.2019 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Aggression

    Darum: Bei der ersten Androhung von Gewalt oder gar Mord = Nicht mehr unbewaffnet das Haus verlassen. Hätte der neue Freund eine Pistole einstecken gehabt.... säße er jetzt hinter Gitter dank unserer Justiz.... Aber, Menschen die 1x Gewalttätig wurden gehören wie Kampfhunde ein Leben lang weg gesperrt... Ist dieses Verhalten erstmal aktiv wird die betroffene Person es nicht mehr los... Wie Kampfhunde. Wann begreift das die Justiz, von einem Schlag zu einem Stich ist es nicht mehr weit, beides erfolgt durch unkontrollierte Aggression.

  • Ergo Mani am 18.01.2019 05:15 Report Diesen Beitrag melden

    Und warum in Österreich?

    Der soll seine Strafe im Geburtsland absitzen. Warum sollen wir seine Haft finanzieren? Mazedonien ist nicht am Ende der Welt.

  • Mia am 17.01.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslange Haft ?

    Nach 10 Jahren ist er wieder draußen. Lebenslang sollte auch lebenslang sein so wie in anderen Staaten.

    • schaum am 18.01.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      Mia erzälhlt Blödsinn

      Welcher Lebenslange ist nur nach 10 jahren wieder frei geworden?

    • Gogi am 18.01.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

      Mia san mia

      Stimmt nicht. 20 muss er absitzen.

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  • NoName am 17.01.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der neue Partner - ein (Alb-) Traum

    Der neue Partner flüchtete als der Täter ihn und seine Freundin mit dem Pfefferspray attackierte. Von so einem Mann können Frauen echt träumen (Albtraum).