"Er schlug mich"

16. April 2019 05:30; Akt: 16.04.2019 07:06 Print

Sogar Ehefrau belastet den Zug-Attentäter

Im stundenlangen Verhör packte die Frau des mutmaßlichen ICE-Attentäters nun aus. Shehrazad A. sprach von Schlägen, den Reisen ihres Mannes und seinen Plänen.

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Der Iraker wurde am Montag festgenommen. Nach intensiven Verhören gestand er am Mittwoch die ICE-Anschläge. Motiv: "Hass auf Deutschland". Patrouillen im Hof des verdächtigen IS-Terroristen. Alle Bewohner der Stiege werden streng kontrolliert. Hier wohnte der IS-Verdächtige. Fremde Personen dürften derzeit nicht das Stiegenhaus betreten. Hier wohnte der IS-Verdächtige. Am Montag wurde der Verdächtige verhaftet. Auf Facebook zeigte sich der 42-Jährige als Fan des IS. Verbindungen zur Terrororganisation bestreitet er jedoch. Das Paar lebte mit fünf Kindern in Simmering. Auf Anfrage bestätigte Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Mittwochnachmittag auch offiziell: "Ja, es ist korrekt. Auch die Ehefrau des Verdächtigen wurde festgenommen." Grund soll der Verdacht der Beitragstäterschaft sein, teilte die Anklagebehörde mit. Bereits in den Vormittagsstunden reagierte der verdächtige ICE-Attentäter höchst emotional auf die Wende in seinem engsten Familienkreis. Zu seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz sagte er: "Ja, ich hatte ein Attentat auf den Zug geplant. Meine Frau hat damit allerdings nichts zu tun." Der Verfassungsschutz sieht dies offenbar diametral anders. Die Gattin soll bereits in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert worden sein, sitzt dort naturgemäß in einem völlig anderen Trakt als ihr Gatte. Besuche sind streng tabu - es besteht immense Verdunkelungsgefahr in dem verworrenen Terror-Krimi. Ob die fünf Kinder der beiden Festgenommenen bei Verwandten oder einer Kriseneinrichtung der Gemeinde Wien untergebracht wurden, war vorerst nicht in Erfahrung zu bringen. Nachbar Alexander S.: "Der Mann hatte zwar einen strengen Blick, war aber recht freundlich und hatte sehr liebe Kinder. Er sagte oft, dass er müde von der Arbeit sei." Ob er nun Angst habe? Alexander S.: "Ich wohne seit 22 Jahren in Simmering, solange niemand den Bau in die Luft jagt, ist alles halb so schlimm."

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Die Wiener Polizei verhinderte offenbar in letzter Sekunde neue Anschläge in Europa: Qaeser A., der mutmaßliche Terrorist aus dem Gemeindebau, dürfte blutige Pläne geschmiedet haben. Er wollte den Lkw-Schein machen. Seine Frau sagte dem Verfassungsschutz: "Ich habe mitbekommen, dass mein Gatte in den Osterferien nach Deutschland oder nach Griechenland fahren wollte."

Shehrazad A. (32, vier Kinder im Alter von 2 bis 13 Jahren) sitzt – wie ihr Mann – in Wien in Untersuchungshaft. Sie leugnet vehement, Beitragstäterin in einer kriminellen Vereinigung zu sein. "Ich habe meinem Gatten auf gar keinen Fall geholfen. Zu 100 Prozent nicht." Über Qaeser A. sagte sie: "Wir hatten ein normales Verhältnis, wenn ich ihn nicht nach seinem Leben gefragt habe. Wenn ich das tat, dann gab es Probleme."

Der Verkäufer und Ex-Security (42) soll versucht haben, ICE-Züge mit Stahlseilen zum Entgleisen zu bringen, um ein Statement gegen die deutsche Regierung zu setzen, die sich am Krieg in seiner Heimat Irak beteiligt hatte. Gattin Shehrazad A.: "Er hat uns Becher von dieser Reise mitgebracht. Sicher ist er krank, aber ein starker Mensch." Sie gab an, dass er "viele Werkzeuge, ein Nachtsichtgerät und ein Zelt gekauft habe". Wofür? "Er sagte mir, dass er solche Sachen braucht und es mich nichts angehe." Zum "Basteln" sperrte er sich oft stundenlang ein: "Wenn ich gefragt habe, was er in dem Zimmer arbeitet, wurde ich von ihm geschlagen. Mein Mann verbat mir den Zutritt. Ich habe ihn auch niemals auf das metallische Klopfen angesprochen. Ich wollte nicht, dass er mich schlägt."

Auch die an den Tatorten sichergestellten Bekennerschreiben will die Irakerin nur unbewusst am Westbahnhof kopiert haben: "Mein Gatte hat mir einmal 45 Seiten gegeben. Ob da ein Schreiben in arabischer Schrift dabei war, kann ich nicht sagen."

Anwältin Astrid Wagner: "Meine Klientin hat nichts mit den Anschlägen zu tun – das wird ein DNA-Gutachten zeigen." Shehrazad A.: "Die Kinder im Heim, wir in Haft, ich will meinen Mann fragen, warum er so etwas gemacht und uns in diese Situation gebracht hat." Für die Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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(coi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael K. am 18.04.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Dr. Wagner

    Liebe Frau Dr. Wagner, ich bin Hoteldirektor auf einem Kreuzfahrtschiff und verfolge ihre tolle Arbeit seit Jahren, vielen Dank dafuer das es herausragende Persoenlichkeiten wie sie gibt. Hochachtungsvoll, Michael K.

  • Janina Becker am 19.04.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Attentat auf Zug

    Die Ehefrau des Zug-Attentäters hat mit Frau Dr. Astrid Wagner eine absolute Koryphäe als Anwältin die auf einer Skala von 1 bis 10 mit 15 zu bewerten ist. Dennoch sollte der Attentäter in Deutschland verurteilt werden, denn es wird schon genug Steuergeld verschwendet!

  • CulturaNonGrata am 16.04.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagen, Züchtigen, Missbrauchen

    Gehören zum guten Ton dieser Mittelalterideologie. Weder Aufklärung noch Reformation hat diese Teile der Welt erreicht. Warum ist das auszuhalten? Von Toleranz kann man ja nicht mehr sprechen.

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  • Janina Becker am 19.04.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Attentat auf Zug

    Die Ehefrau des Zug-Attentäters hat mit Frau Dr. Astrid Wagner eine absolute Koryphäe als Anwältin die auf einer Skala von 1 bis 10 mit 15 zu bewerten ist. Dennoch sollte der Attentäter in Deutschland verurteilt werden, denn es wird schon genug Steuergeld verschwendet!

  • Prof. Dr. Peter Gutenberg am 18.04.2019 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Attentat auf Zug

    Wir wünschen Frau Dr. Wagner dieser herausragenden Rechtsanwältin auch für diesen Fall alles Gute! Prof. Dr. Peter Gutenberg und Familie

  • Michael K. am 18.04.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Dr. Wagner

    Liebe Frau Dr. Wagner, ich bin Hoteldirektor auf einem Kreuzfahrtschiff und verfolge ihre tolle Arbeit seit Jahren, vielen Dank dafuer das es herausragende Persoenlichkeiten wie sie gibt. Hochachtungsvoll, Michael K.

  • Anna S. am 16.04.2019 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Zug Attentäter

    Der besten Rechtsanwältin Frau Dr. Astrid Wagner die Österreich wenn nicht Europa seit langem hat, auch in diesem Fall alles Gute! Sie werden wie immer erfolgreich sein. Es gibt sehr viele tolle Menschen die ihre unnachahmliche Arbeit sehr bewundern und die sie persönlich sehr mögen! Hochachtungsvoll Anna

  • CulturaNonGrata am 16.04.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagen, Züchtigen, Missbrauchen

    Gehören zum guten Ton dieser Mittelalterideologie. Weder Aufklärung noch Reformation hat diese Teile der Welt erreicht. Warum ist das auszuhalten? Von Toleranz kann man ja nicht mehr sprechen.