Wien

29. April 2019 18:09; Akt: 29.04.2019 18:09 Print

Stadt Wien startet mit LKW-Abbiegeassistenten

Der erste StadtWien-LKW wurde mit einem Abbiege-Assistenten ausgestattet. Nun sollen sukzessiv die Abteilungen MA 28, MA 29 und MA 33 folgen.

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Ausgelöst wurde die Diskussion um den LKW-Abbiege-Assistenten durch den schrecklichen Unfall mit einem neunjährigen Jungen in Wien, der von einem LKW am 31. Jänner 2019 überrollt und getötet wurde. Etliche Demonstrationen und Anträge haben bis dato zu nichts geführt. Jetzt lässt die Stadt Wien aufhorchen mit dem ersten LKW der Stadt Wien, der mit einem solchen Gerät ausgestattet wurde.Der Fuhrpark der Verkehrsabteilungen der Stadt Wien (Ma 28,29, 33), insgesamt 37 LKW, sollen in den nächsten Wochen ausgestattet werden.

Ausgestatteter LKW: Reparaturzug der MA 28

Bei dem LKW handelt es sich um einen 25 Tonnen schweren "Reparaturzug" der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau). Dieser wird für den Transport von Baumaterial verwendet und sei häufig in engen Gassen unterwegs. Der Abbiegeassistent bringt eine deutliche Verbesserung für die Lenker und Lenkerinnen. Das System ist mit vier Ultraschallsensoren (drei Stk. im Kotflügel und ein Stk. hinter dem Windabweiser), einer Kamera und einem Monitor ausgestattet. Das System gibt zuerst ein optisches (blinkender Balken) und schließlich ein akustisches Signal zur Warnung des Lenkers ab.

Vizebürgermeisterin Vassilakou stattet MA 28 aus , MA 29 und MA 33

"Ich habe gesagt, was ich in meinem Wirkungsbereich tun kann, tue ich. Jetzt haben wir mit dem größten LKW der Verkehrsabteilung begonnen", so Verkehrsstadträting Vassilakou (G). "Parallel dazu haben wir einen 3-Punkte-Plan zur Schulwegsicherheit auf Schiene gebracht sowie den Fördertopf für Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit um eine Million Euro erhöht und die Bezirke um Mitwirkung ersucht."

Flotte der Stadt Wien wird mit LKW-Abbiegeassistenten sicherer

"Mit dem Abbiegeassistent wird die Flotte der Stadt Wien - Straßenverwaltung und Straßenbau - noch sicherer unterwegs sein. Mit der nun erfolgten Umrüstung unseres ersten LKW wollen wir Erfahrungen sammeln und die Technik weiter auf Herz und Nieren prüfen", so Thomas Keller, Leiter Straßenverwaltung und Straßenbau.

Während diskutiert wird, kommen Menschen zu Schaden

Am 31. Jänner 2019 wurde ein neunjähriger Bub in Wien von einem LKW überrollt und getötet. Seitdem wird österreichweit über die verpflichtende Nachrüstung von LKW mit Abbiegeassistenten diskutiert. Verkehrsminister Norbert Hofer ist von seiner Blockadehaltung keinen Millimeter abgerückt. Währenddessen sind weitere Menschen verletzt oder gar getötet worden:
15. Februar 2019: Ein LKW erfasste beim Schottenring (Wien) eine Frau und zwei Kinder. Die Familie war mit einem Lastenrad unterwegs. Sie hatten unglaubliches Glück und wurden nur leicht verletzt.
19. Februar 2019: Das Jüdische Museum Wien trauert um seinen ehemaligen kaufmännischen Direktor Georg Haber. Ein Kastenwagen hatte ihn am Dienstag in der Innenstadt beim Zurückschieben erfasst und tödlich verletzt.
1.März 2019: Klein-Lkw-Lenker fuhr Fußgänger an – Pensionist verstarb im Krankenhaus. Bezirk Ried im Innkreis (OÖ).
8.März 2019: Radfahrerin in der Stadt Salzburg von Lkw tödlich verletzt.
24. April 2019: Ein Kleinbus überrollte in Baden (NÖ) einen achtjährigen Buben. Das Kind erlag tags darauf seinen Verletzungen.

Kritik an Verkehrsminister Hofer: Wien vor „Schrott-LKW“ schützen

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (G) kritisiert in ihrer aktuellen Aussendung Verkehrsminister Norbert Hofer (FP). ER sei eine verpflichtende Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten schuldig geblieben - und es sei auch seine Schuld, dass es keine gesetzliche Grundlage für sektorale Fahrverbote zum Schutz vor „Schrott-Lkw“ gebe:
"Das Thema ist zu ernst und die Lösung zu einfach, um hier aufgrund von Einzelinteressen dermaßen zu blockieren", so Vassilakou Richtung Bundesregierung.

Vassilakou gegen "Geister LKW", die nirgends abbiegen dürfen

Verkehrsminister Hofers Vorgangsweise, die Verantwortung für eine bundesweite Materie – LKW fahren durch ganz Österreich – auf die Gemeinden abzuwälzen, hält Vassilakou für einen PR-Gag. "Ich bin mir sicher, die Fachleute im Verkehrsministerium raten dem Minister von dieser Idee ab. Denn sie wissen, allein in Wien gibt es 13.000 Kreuzungen und damit rund 22.800 Rechtsabbiegemöglichkeiten, die man LKW verwehren könnte. Das endet in einem lebensgefährlichen Chaos, wenn Geister-LKW, die nirgends abbiegen dürfen, durch die Stadt brettern", so Vassilakou abschließend.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G.C. am 29.04.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Für was elektronische Hilfsmittel ?

    Wenn ich den Lenker eines Fahrzeuges/Fahrrades verbietet 50-100m vor der Kreuzung sich rechts oder links neben einem bereits vor der Kreuzung wartenden Fahrzeuges /Fahrrades vorbeizufahren, dann kann niemand eingeklemmt werden, oder sich im toten Winkel befinden.Sollte es ein Fahrzeug /Fahrradlenker dennoch machen, dann muss er mit einer Strafe von mindestens 100 rechnen. Somit bräuchte man keine extra Elektronik

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  • Gast am 29.04.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Beide seiten betrachten...

    Oh man Vassilakou wie lange bist du schon im Amt und gerade am ende deines Amtszeit willst was gutes machen. Mir kommt es so vor, als willst dein ganzes Blödsinn was du verzapft hast nun mit sowas ausbessern. Aber hey eine Frage, Zahlen sie es aus Ihre eigene Tasche oder zahlen wir Steuerzahler es? Ich kann beide Seiten verstehen. Sowas ist viel zu Teuer, wenn man es ins Gesetz gibt. Man sollte zumindest Neu genehmigte LKWs bzw neukauf LKW verpflichtend machen. Was würde passieren, wenn es für alle gilt? Ja es gehen viele Insolvent und es gibt mehr Arbeitslose. Außer der Staat zahlt die Umbau.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gast am 29.04.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Beide seiten betrachten...

    Oh man Vassilakou wie lange bist du schon im Amt und gerade am ende deines Amtszeit willst was gutes machen. Mir kommt es so vor, als willst dein ganzes Blödsinn was du verzapft hast nun mit sowas ausbessern. Aber hey eine Frage, Zahlen sie es aus Ihre eigene Tasche oder zahlen wir Steuerzahler es? Ich kann beide Seiten verstehen. Sowas ist viel zu Teuer, wenn man es ins Gesetz gibt. Man sollte zumindest Neu genehmigte LKWs bzw neukauf LKW verpflichtend machen. Was würde passieren, wenn es für alle gilt? Ja es gehen viele Insolvent und es gibt mehr Arbeitslose. Außer der Staat zahlt die Umbau.

  • G.C. am 29.04.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Für was elektronische Hilfsmittel ?

    Wenn ich den Lenker eines Fahrzeuges/Fahrrades verbietet 50-100m vor der Kreuzung sich rechts oder links neben einem bereits vor der Kreuzung wartenden Fahrzeuges /Fahrrades vorbeizufahren, dann kann niemand eingeklemmt werden, oder sich im toten Winkel befinden.Sollte es ein Fahrzeug /Fahrradlenker dennoch machen, dann muss er mit einer Strafe von mindestens 100 rechnen. Somit bräuchte man keine extra Elektronik

    • Bürger am 29.04.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @G.C.

      Es geht hauptsächlich um Schüler Kinder! Der Bub war gerade mal 9 Jahre! Haben sie Kinder?

    • Max Steuerzahler am 29.04.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Stressiges Leben

      Ja aber mit 9 (neun) Jahren können sie ein Handy im Schlaf bedienen aber NICHT auf den Straßenverkehr achten - das lernen sie auch nicht mehr

    • Schiele am 29.04.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      @G.C.

      Mich würde es zudem interessieren was diese Elektronik kostet...sicher kein Schnäppchen.

    • Ehklar am 30.04.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schiele

      Für 37 LKWs wahrscheinlich 70.000 Euro, immer noch billiger als EINE lange Intensivbehandlung und Reha... Aber Alles kann man nicht in Kosten umrechnen.

    • Schiele am 30.04.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Ehklar

      Bin überrascht, rund 1892 EUR pro LKW...ist doch gar nicht mal so schlimm wie erwartet; danke für die Info. Und nein, Menschenleben kann man nicht in Kosten umrechnen...hoffe nur das "Helferlein" funktioniert auch im Alltagsgebrauch und wird auch von den LKW-Fahrern verwendet um Unfälle vorzubeugen.

    • SOSO am 01.05.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt leider nicht

      pro lkw belaufen sich die kosten für eine solche anlage inkl. einbau und justierung auf etwa 3.500,- euro, d.h. wir sprechen somit von einem betrag von 129.500,- euronen, die von fr. witzebürgermeisterin noch schnell unters volk gebracht werden - leider nur als steuergeld das wir bezahlen.

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