Künftig Abgaben pro Händler

11. Juli 2019 12:53; Akt: 11.07.2019 13:29 Print

Stadt geht jetzt gegen die "Mozart-Verkäufer" vor

Mit einer Novelle zum Gebrauchsabgabegesetz will die Stadt aufdringliche Verkäufer "abdrehen". Künftig soll es spezielle Regeln und fixe Verkaufszonen geben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dem Bezirk sind die – zuweilen aufdringlichen – Verkäufer, die in historischen Kostümen und Perücken in der City versuchen, Konzerttickets an den Mann zu bringen, schon länger ein Dorn im Auge. Mit der nun vorliegenden Novelle des Gebrauchsabgabegesetz (GAG) geht die Stadt nun gegen die ungeliebten Tickethändler vor. Heute, Donnerstag, stellte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher der Inneren Stadt Markus Figl (ÖVP) und Dompfarrer Toni Faber die Pläne vor.

Umfrage
Sind Sie auch schon einmal von einem Mozartverkäufer "belästigt" worden?

Abgaben und fixe Zonen für Ticket-Verkäufer

So soll künftig pro Ticketverkäufer eine Abgabe von 150 Euro je angefangenem Monat fällig werden. Weiters wird durch die Einführung einer neuen Nutzungskategorie im öffentlichen Raum ermöglicht, spezielle Regelungen für Ticketverkäufer im Rahmen von Nutzungskonzepten und Zonierungsplänen festzulegen.

Diese Pläne mit Nutzungszuweisungen können vom Magistrat der Stadt Wien für bestimmte Stadtbereiche oder Straßenzüge erlassen werden. Sie enthalten beispielsweise Vorgaben für die Platz- und Straßengestaltung und dienen dazu, vernünftige Regelungen im öffentlichen Raum für noch mehr Transparenz und Rechtssicherheit für alle betroffenen Seiten zu schaffen.

Ausgearbeitet werden die Nutzungs- und Zonierungskonzepte von der zuständigen Magistratsabteilung in Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Stellen. Demnächst sollen Gespräche mit der Wirtschaftskammer Wien und dem betroffenen Bezirk folgen, um regulierende Maßnahmen für Ticketverkäufer festzusetzen.

"Kein generelles Aus am Stephansplatz"

Ein fixes Aus für alle Ticketverkäufer am Stephansplatz soll es keines geben, wohl aber eben die Definition zulässiger Verkaufszonen. Wo diese sein soll, entscheiden schlussendlich der Bezirk und die MA46. Das freut auch Dompfarrer Toni Faber: "An manchen Tagen stehen bis zu 40 Mozartverkäufer vor dem Dom. Menschen, die den Dom besuchen – egal ob Wiener oder Touristen – sollten aber ohne Belästigung in die Kirche gehen können".

Hanke: "Erstmals Grundlage für spezifische Regeln"

"Mit dieser nächsten Novelle des Gebrauchsabgabegesetzes wird der Weg zur Wahrung der öffentlichen Interessen konsequent fortgeführt, um weitere faire und für die Verwaltung vollziehbare Regelungen zu schaffen, die auf die unterschiedlichen Interessen der Anrainerinnen und Anrainer, der Wirtschaft, der Wienerinnen und Wiener und des Tourismus bestmöglich Rücksicht nehmen. Es freut mich vor allem sehr, dass wir damit erstmals eine Grundlage schaffen werden, durch Einführung einer neuen Nutzungskategorie spezifische Regelungen für Ticketverkäufer im öffentlichen Raum zu ermöglichen", erklärt Hanke.

Bezirk will Stephansplatz als "Respektzone"

"Der Nutzungsdruck in der Inneren Stadt ist enorm. Als Bezirksvorsteher kämpfe ich seit Jahren für eine Respektzone auf dem Stephansplatz. Ich begrüße daher die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und den nun gesetzten ersten Schritt, um den Ticketverkauf im öffentlichen Raum zu regulieren. Was es geben soll, sind Zonierungspläne, in denen festgelegt wird, welche Nutzung auf bestimmten Plätzen möglich ist", freut sich Figl.

Die Begutachtungsfrist für die Wiener GAG-Novelle 2019 endet am 26. Juli 2019. Nach Ablauf werden die Stellungnahmen geprüft und in die Novelle eingearbeitet. Das novellierte Gebrauchsabgabegesetz soll im September 2019 im Wiener Landtag beschlossen werden.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(lok)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • opa fritz am 11.07.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Höchste Zeit

    Diese Keiler sind mehr als lästig, weg damit - die Frage stellt allerdings was machen die Pseudo Studenten dann ?

  • Kritischer Geist am 11.07.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    würde ...

    Würde es sich bei diesen Verkäufern um Österreicher handeln, wäre längst etwas gegen sie unternommen worden. Aber so ...

    einklappen einklappen
  • Natascha am 11.07.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gehört abgeschafdt

    Das gehört endlich abgeschafft. Keinen interessiert das heute noch. Die alten Zeiten sind vorbei wir leben in 21 Jahrhundert. Sie sind lästig aufdringlich manchmal aggressives Verkaufen.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hausmasta am 11.07.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bettler

    Die Stadt sollte gegen die organisierten Bettlerbanden vorgehen! Man kann an keinem Supermarkt vorbeigehen ohne von denen belästigt zu werden!!

  • Sonja am 11.07.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Weiss die Stadt auch, dass die meisten von den Mozartköpfen gar keine Angeblichen Studenten sind? Sie kommen hauptsächlich aus dem Kosovo und besonders junge Mädchen werden um Telefonnummern angesprochen. Eine Bekannte wurde mal angesprochen weil sie in Muttersprache was geredet hat und sie glaubten sie wäre Touristin. Glaub das da noch anderes im Spiel ist

  • Django am 11.07.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wien soll

    erst einmal die Drogen Verkäufer los werden. Die stören mich mehr.

    • AffeTot am 11.07.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Und die aufdringlichen Messerstecher und Bettlerhorden aus Osteuropa.

    einklappen einklappen
  • Sapperlot am 11.07.2019 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebührenkeule

    Das im Roten Wien vorher die Gebühreneinhebung einfällt, ist sicherlich nichts neues.? Um etwas unangenehmes abzuschaffen ohne Gebühren einzuheben erfordert eben mehr Hirnschmalz.

    • Jessasmaria am 11.07.2019 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Sapperlot

      Na dann beweisen sie ihr Hirnschmalz und sagen uns ihre Lösung. Oder wolltens nur gegen die Stadtverwaltung intrigieren?

    • TschakoWeisfeld am 11.07.2019 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      Über Gebühr, Ülülür

      Naja, der Tourismus bringt halt viel Geld. Die Zwangsimportierten werden von der Stadt alimentiert, da braucht man ordentlich Marie.

    einklappen einklappen
  • Kannitverstan am 11.07.2019 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann man auch

    bei den werbebehängten E-Tret- Radlkutschen auf den Verschwindibusknopf drücken? Die schieben ja nur die Werbeflächen im Kreis.