Schutz vor Belästigung

22. Mai 2019 19:04; Akt: 22.05.2019 19:04 Print

Stadt wirft Rettungsanker nun auch in Lokalen aus

Geschultes Personal, das belästigten Frauen eine "sicheren Hafen" bietet. Das ist die Idee der Initiatve "Ich bin dein Rettungsanker". Nun startet das Pilotprojekt im Club Volksgarten.

Maddalena Hirschal, Frauenstadträtin Kathrin Gaál, Security und Sozialarbeiter Laurin Levai und Volksgarten-Eventmanagerin Cathrine Kolba (v.l.n.r.) gaben den Startschuss für den

Maddalena Hirschal, Frauenstadträtin Kathrin Gaál, Security und Sozialarbeiter Laurin Levai und Volksgarten-Eventmanagerin Cathrine Kolba (v.l.n.r.) gaben den Startschuss für den "Rettungsanker" im Volksgarten. (Bild: PID/Christian Fürthner)

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"Frauen und Mädchen sollen sich in ganz Wien wohlfühlen. Wenn Mädchen oder Frauen belästigt werden oder sich unsicher fühlen, ist es wichtig, dass es Ansprechpersonen gibt", erklärt Frauenstadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) das Ziel der "Rettungsanker".

Lokale, die bei der Kampagne mitmachen, signalisieren klar, dass sexuelle Belästigung nichts bei ihnen verloren hat und dass sie auf ein respektvolles Miteinander Wert legen. Wichtig sei, dass jede Frau ernst genommen wird, wenn sie sich belästigt fühlt. S

Club "Volksgarten"startet ab sofort als Pilotprojekt

Auch der Club "Volksgarten" in der Wiener City macht bei der Kampagne mit und bezieht mit dem "Rettungsanker"klar Stellung: "In unserem Club hat sexuelle Belästigung nichts verloren und wir möchten weiterhin präventiv solcher entgegenwirken. Unsere Securitys werden speziell geschult und sind als Ansprechpartner für die Gäste da", erklärt "Volksgarten"-Eventmanagerin Cathrine Kolba.

Gemeinsam mit dem Sozialarbeiter und Sicherheitsdienst-Experten Laurin Levai (Ante Portas, Work On Progress) erstellte das Frauenservice Wien (MA 57) ein Schulungskonzept, mit dem Mitarbeiter in der Lokal- bzw. Clubszene sensibilisiert werden und Bewusstsein für Belästigung geschaffen wird.

Im "Volksgarten" wird ein 30-köpfiges Team geschult, alle Mitarbeiter werden sensibilisiert. Damit soll sichergestellt werden, dass jede(r), der Unterstützung oder Hilfe braucht, diese auch bekommt. "Die Securitys, die durch den "Rettungsanker"-Button leicht erkennbar sind, sorgen dafür dass die gemeinsame Party für alle unbeschwert abläuft", erläutert Security Laurin Levai.

Schauspielerin Maddalena Hirschal wirbt für "Rettungsanker"

Auch Schauspielerin Maddalena Hirschal unterstützt die Kampagne: "Wenn man ausgeht, will man vor allem eines: Spaß haben, ohne darauf achten zu müssen, nicht in eine bedrohliche Situation zu geraten. Eine Atmosphäre, in der man sich uneingeschränkt, auch nachts in einem Club wohlfühlen kann, soll Ziel der Kampagne sein. Ich unterstütze den 'Rettungsanker' in Clubs, weil er genau dafür steht".

Von der Kampagne erhofft sich Hirschal auch eine Sensibilisierung der Gesellschaft in Bezug auf alltägliche, sexueller Übergriffe und eine präventive Wirkung.

Securitys werden in Prävention und Deeskalation geschult

Bei der "Rettungsanker"-Schulung gehe es neben den rechtlichen Rahmenbedingungen um Themen wie Deeskalation, Prävention von Belästigung und den Umgang mit Frauen, die von (sexueller) Belästigung betroffen sind. In erster Linie soll sensibilisiert und gleichzeitig das Handlungswerkzeug vermittelt werden, um Frauen, die belästigt wurden, bestmöglich zu unterstützen.

Lokale, die Teil der "Rettungsanker"-Kampagne werden wollen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Betreiber verpflichten sich dazu, ihre Securitys zu schulen und mit einem "Rettungsanker"-Aufkleber auszustatten. Flyer auf den Toiletten informieren die Gäste über die Kampagne. Außerdem dürfen teilnehmende Betriebe nicht mit sexistischen Sujets werben und überprüfen ihre Räumlichkeiten auf Sicherheit – etwa beim Lichtkonzept.

Weitere Lokale als Partner willkommen

Lokale, die sich für den "Rettungsanker" interessieren, können sich beim Frauenservice Wien (MA57) melden. Das Frauenservice bietet Schulungen an, steht aber auch darüber hinaus mit ihrem Wissen zum Thema zur Verfügung. Erstgespräche werden kostenlos angeboten. Infos gibt es unter der eigens eingerichteten E-Mail-Adresse rettungsanker@wien.gv.at oder online (

Zur Kampagne "Ich bin dein Rettungsanker"

Die Kampagne "Ich bin dein Rettungsanker" des Frauenservice Wien (MA 57) wurde vor rund einem Jahr auf Initiative von Frauenstadträtin Gaal ins Leben gerufen. Die Kampagne soll zeigen, dass sexuelle Belästigung in Wien keinen Platz hat. Der Startschuss erfolgte im Rahmen des Donauinselfest 2018. Im Sommer 2018 folgten die Wiener Bäder, dann die Wiener Linien. Mit der Ausrollung auf die Wiener Lokal- und Clubszene und dem Pilotprojekt im "Volksgarten" wächst die Initiative nun weiter.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ausgetoleranzelt am 22.05.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Armlänge Abstand, Rettungsanker

    Aber ansprechen, was und welche das alles erst notwendig machen, darf man nicht. Dabei sind die Entwicklungen europaweit klar erkenntlich. Noch mehr sogar, wirft man einen Blick weiter östlich.

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  • Nebbichklopfer am 22.05.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supsidupsi, Teddybärli

    Nicht vergessen: Wir sind bunt und viiieeelllfältig! Yuppiduuu!!!

  • Joe heute am 22.05.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    finde...

    ich garnicht mal so schlecht. traurig das es überhaupt so weit kommen muss.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 23.05.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Verursacher will "helfen"...

    Es war die AKP 2.0 (SPÖ) welche sich dabei hervortrat, Frauenhasser unkontrolliert zu importieren!!

  • Justus am 23.05.2019 04:56 Report Diesen Beitrag melden

    Extrem

    Diese Maßnahmen der Stadtregierung finde ich schon sehr extrem

  • Wm am 22.05.2019 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Ein Vorteil des Schmelztiegel Wien, man braucht immer mehr Menschen für die Sicherheit

  • Nebbichklopfer am 22.05.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supsidupsi, Teddybärli

    Nicht vergessen: Wir sind bunt und viiieeelllfältig! Yuppiduuu!!!

  • ausgetoleranzelt am 22.05.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Armlänge Abstand, Rettungsanker

    Aber ansprechen, was und welche das alles erst notwendig machen, darf man nicht. Dabei sind die Entwicklungen europaweit klar erkenntlich. Noch mehr sogar, wirft man einen Blick weiter östlich.

    • Sucher am 23.05.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ausgetoleranzelt

      ja nichts sagen , sonst fahren die OMAS gegen rechts wieder auf .

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