Streit um "Listenhunde"-Bann

29. März 2019 15:51; Akt: 01.04.2019 00:35 Print

WTV-Präsidentin Petrovic fordert Rücktritt von Sima

Nachdem Ulli Sima (SP) ihre Absicht erklärte, "Listenhunde" langfristig aus Wien zu verbannen, schaltet sich nun die WTV-Präsidentin in die erhitzte Debatte ein: Und erklärt die Stadträtin für Rücktrittsreif.

WTV-Präsidentin fordert Simas Rücktritt.  (Bild: picturedesk.com)

WTV-Präsidentin fordert Simas Rücktritt. (Bild: picturedesk.com)

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Eine Aussage von Wiens Tierschutz- und Umweltstadträtin Ulli Sima sorgt aktuell für Wirbel unter den Hundebesitzern. In einem Wien Heute-Interview räumte Sima auf Nachfrage ein, Listenhunde künftig aus Wien gänzlich verbannen zu wollen.

Geht es nach dem Wiener Tierschutzverein würde Sima "bewusst Öl in die ohnehin schon emotional geführte Diskussion gießen wollen". Tatsächlich war die Folge davon eine Schimpftiraden-Explosion erhitzter Gemütszustände, die manche Verfasser von Kommentaren schnell vergessen ließ, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Philippa Strache hatte nach einem bissigen Posting zu Simas Listenhund-Politik Mühe und Not die tollwütig gewordenen Hundeliebhaber auf ihrer Facebook-Seite im Zaum zu halten. Kommentare mussten gelöscht werden.

"Halt! Stop!"

"Es reicht", sagte Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV) und forderte die Devise „Halt-Stop-Retour“ in der aufgeheizten Debatte: "Klar ist, dass jede auch nur angedeutete Drohung mit Gewalt ein absolutes No Go ist. Die hitzigste Kontroverse darf nie dazu führen, jemandem Gewalt anzudrohen", so Petrovic, die in ihrer Karriere als Politikerin selbst eine Briefbombe und unzählige Drohbriefe erhalten hat.

"Husch-Pfusch-Gesetz"

Gleichzeitig erinnerte Petrovic die Stadträtin an ihre Verantwortung, nicht aufgrund "persönlicher Ressentiments und Vorurteile gesetzestreue Tierhalter vor den Kopf zu stoßen". "Wenn, so wie mit diesem Husch-Pfusch-Gesetz, gerade jenen Menschen, die sich in Sachen Tierhaltung immer an die Gesetze gehalten haben, immer neue Schikanen auferlegt werden und dann die zuständige Stadträtin noch ganz offen zugibt, sie wolle die Listenhunde überhaupt aus der Stadt vertreiben, dann kann diese undemokratische Überheblichkeit politisch nur auf das Schärfste kritisiert werden", so die WTV-Präsidentin.

"Sima soll gehen

Das "politische Versagen", wie es in der WTV-Aussendung heißt, habe tiefere Wurzeln: Denn die mangelnde Bereitschaft, mit Tierschutzorganisationen zu reden, führe letztlich zu den Friktionen, die der ganzen Stadt schaden würden. Die Verweigerung, einen sinnvollen Diskurs mit Tierschützern zu führen, hätte sich jedoch in ihrer gesamten Tierschutzkarriere durchgezogen, meint Petrovic und legt einen Rücktritt nahe: "Wenn Frau Sima nichts mit Tieren und Tierschützer zu tun haben möchte, dann soll sie sich von der Funktion als Tierschutzstadträtin verabschieden."

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(bai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kopfschüttler am 29.03.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Listenhund

    Wenn ich das schon höre stellt es mir die Haare auf,das Tier kann nichts dafür .Der Mensch ist es und man braucht sich nur die kleine Gruppe dieser Halter von den Problem Hunden ansehen das sagt schon alles ,kenne selbst einige sogenannte Listenhunden die gut erzogen sind und es gibt keine Probleme. Allso bitte nicht gegen alle Hundehalter hetzen

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  • Kannitverstan am 29.03.2019 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Listenhunde?

    Seit die sogenannten Listenhunde als Statussymbol gehalten werden scheint es vermehrt zu größeren Problemen zu kommen, gab es doch früher eher nur zerrissene Hosen von den Wadlbeißern in Wien.

  • Hundebesitzer am 30.03.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Rücktrittsreif

    Frau Sima ist rücktrittsreif. Es ist Zeit, dass Hr. Ludwig sich dieser geerbten "Altlast" entledigt. Grundsätzlich sind ihre Entscheidung schon ein Stimmengarant für die Oppositionsparteien. "Sie" will einzelne Hunde, die willkürlich auf eine Liste gepresst wurden - aus Wien verbannen und drängt damit alle Hundebesitzer und Steuerzahler ins Out. Es geht ihr nur um Hetze und Husch - Pfusch regeln - man kann Fr. Petrovic nur zustimmen!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • jetztweissichs am 02.04.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    wo die petrowitz abgeblieben ist

    nicht dass sie mir groß abgegangen wäre, aber wie wir auch hier wieder sehen, hat sie einen schönen versorgungsposten als präsidentin bei WTV bekommen. frage mich nur, was qualifiziert sie dazu ? mag sie tiere ?? unvorstellbar !

  • Werner Mauser am 31.03.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alles eine Frage von "Ahnung von"

    Es gibt keine rassenbedingte Listenhunde. Es gibt nur Listenhundehalter. Auch ein Hundeführerschein wird nur zu imaginären Verbesserungen führen. Sonst gäbe es auch keine Verstösse im Strassenverkehr. Theoretisch könnte ich mit meinem Hund, ein Schäfer/Rotweiler Mischling, jederzeit ohne Leine gehen. Bei Begegnung mit Radfahrern, Joggern, laufenden/spielenden Kindern, bleibt er ganz eng bei mir, weil er weiss, er kann sich auf ich verlassen. Von fremden Personen, lasse ich ihn auch nicht berühren, ausser ich erkenne, dass er dies möchte.

  • Lustiger am 31.03.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hundegesetz allgemein

    Wird was geändert schreien gleich alle auf. Nur weil es eine Gesetzes Änderung gibt soll ein Politikerin zurück treten. So mancher sollte sein Hirn einschalten. Und was gescheites Posten. Und die liebe Tierschutz Präsidentin sollte sich hier ja raushalten, Sie bekommt sicherlich genug Geld von der Stadt für das Tierschutzheim in Wien. Gesetze sollten in allen Bundesländern gleich sein.

  • Hundebesitzer am 30.03.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Rücktrittsreif

    Frau Sima ist rücktrittsreif. Es ist Zeit, dass Hr. Ludwig sich dieser geerbten "Altlast" entledigt. Grundsätzlich sind ihre Entscheidung schon ein Stimmengarant für die Oppositionsparteien. "Sie" will einzelne Hunde, die willkürlich auf eine Liste gepresst wurden - aus Wien verbannen und drängt damit alle Hundebesitzer und Steuerzahler ins Out. Es geht ihr nur um Hetze und Husch - Pfusch regeln - man kann Fr. Petrovic nur zustimmen!

  • Tierbesitzer am 30.03.2019 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort verbieten

    Da kommt wieder die ehem. Grünen-Chefin durch. Sima hat recht Listenhunde gehören in Österreich verboten. Werden nur von eigenartigen Menschen gehalten und falsch erzogen. Diese brauchen die Hunde als Statussymbol.