Rot, Grün, Neos gegen Regierung

05. Oktober 2018 14:16; Akt: 05.10.2018 14:57 Print

Wien lehnt Sitzenbleiben in der Volksschule ab

Das Aus für das geplante Sitzenbleiben in der Volksschule forderte die rot-grüne Stadtregierung und die Neos am Freitag in einer Sondersitzung des Landtags.

Die Pläne der Bundesregierung für Volksschulen waren Thema im Wiener Landtag. (Bild: iStock)

Die Pläne der Bundesregierung für Volksschulen waren Thema im Wiener Landtag. (Bild: iStock)

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Die Bundesregierung will ab der 2. Klasse Volksschule Noten und auch Sitzenbleiben wiedereinführen – "Heute" berichtete. Die Stadt Wien sprach sich nun gegen die Pläne aus, ein entsprechender rot-grüner Resolutionsantrag ist am Freitag mit den Stimmen von SPÖ, Grüne und Neos im Landtag beschlossen worden. Wenig überraschend verteidigten die Vertreter von ÖVP und FPÖ das kürzlich präsentierte Schulpaket des Bundes.

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Die Sondersitzung war von den NEOS einberufen worden. Sie sprachen von einer "Misere" im Pflichtschulbereich und forderten eine "Bildungsrevolution" für Wien. Rot-Grün nutzte die Sitzung für einen Resolutionsantrag, in dem die "Neue Mittelschule" verteidigt, sowie die Einführung von Leistungsgruppen und die Noten- und Sitzenbleiben-Pläne für Volksschüler kritisiert wurden.

Neos: Sitzenbleiben nur "Symbol der Härte"

Das jüngste Bildungspaket des Bundes sei "kein großer Wurf", so Wiens Neos-Chef Christoph Wiederkehr. Das Wiedereinführen des Sitzenbleibens sei lediglich "Symbol der Härte" und löse keine Probleme, ist er weiter überzeugt. Wiederkehr forderte in einem Antrag einen "großen Bildungsgipfel", der "Bildungspfad" müsse "überparteilich" beschritten werden, so Wiederkehr.

"Kinder von Beginn an in ein starres Notenschema zu pressen, bringt uns überhaupt nicht weiter. Im Gegenteil führt der Weg der schwarz-blauen Bundesregierung geradewegs in eine Bildungssackgasse", so SP-Bildungssprecher Heinz Vettermann.

Für Grünen-Klubchef David Ellensohn ist die bildungspolitische Debatte eine "Sonntagsrede aller Parteien". Natürlich seien alle dafür, "nur das Beste für die Kinder zu wollen", und natürlich behaupteten alle Parteien, das Wohl der Kinder ganz an die Spitze zu stellen. Tatsächlich gebe es aber sehr wohl einen Unterschied zwischen progressiven Konzepten und dem "konservativen Kasten- und Elitensystem, das darauf setzt, dass Bildung vererbt wird und andere ausschließt", so Ellensohn.

ÖVP und FPÖ verteidigen Schulpaket des Bundes

"Gott sei Dank" würden wieder Ziffernnoten in der Volksschule eingeführt, so FP-Stadtrat Maximilian Krauss. Das alternative Benotungssystem würde gerade in Familien, wo die Eltern schlecht Deutsch sprächen, für Verwirrung sorgen, glaubt er.

Auch ÖVP-Bildungssprecherin Sabine Schwarz verteidigte die Pläne der Bundesregierung. Diese stelle die "Spielregeln" auf, Wien müsse sich daran halten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 05.10.2018 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für Wien irgendwie logisch

    die neuen Goldstücke würden sonst nie die 4 Klasse erreichen.

  • patriot am 05.10.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nix deutsch......

    Die Aufhebung des Sitzenbleibens wurde doch nur für Schüler geschaffen, die vor Beginn der Volksschule kaum bzw. kein richtiges Deutsch sprechen konnten und auch nicht nach der letzten Klasse! Ablenkung pur von vollkommen misslungener Integration!

  • Heimatland am 05.10.2018 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wien, Wien nur du allein - bist nicht ganz Österre

    Weil sonst jeweils die halbe Klasse sitzenbleibt?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Tachiniererplatz am 06.10.2018 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Ist ja auch peinlich, wenn in der vierten Volksschulklasse lauter 17jährige sitzen :(

  • Elch am 06.10.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung zum AMSler

    Ohne Leistungsdruck lernen die Kinder nichts. Am Ende müssen wir Steuerzahler diese Volldillos erhalten. Man braucht ja nur die Leserbriefe in Zeitungen durchschauen um zu Erkennen, dass die meisten auch nicht deutsch schreiben können. Weit samma kumman

  • Hackler am 06.10.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wähler

    Tja, die Mehrzahl der Sitzenbleiber sind ja die zukünftigen ROT/GRÜN-Wähler! Das ist der wahre Grund für den Protest.

    • Trool am 06.10.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      Irrtum, lieber Identitärer

      Die sind eure Wähler, keine Empathie, keine Bildung, kein Herz.

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  • maiku am 06.10.2018 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist eine

    typische Reaktion von Rot-Grün nur ja keine Leistung messen könnte auf sie selbst zurückfallen.

  • SockenRambo am 05.10.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das Problem ist..

    Wien hat ein Problem.. 70 (!!!!) Prozent der Volksschüler haben keine deutsche Muttersprache und können dem Unterricht oftmals schwer bis gar nicht folgen! Was tun wenn 2/3 sitzen bleiben? Es gäbe zu wenig Klassen Lehrer usw.. niemand der bei Trost ist würde das freiwillig beschließen das ist eine Notlösung weil sonst das ganze System zusammenbricht die Konsequenz daraus ist dass man sich Generationen von Sozialhilfeempfängern heranzüchtet..

    • SockenRambo am 06.10.2018 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SockenRambo

      Wo sind denn die 70 Daumen nach oben hin gekommen? Schön langsam wird es nicht nur peinlich sondern auch bedenklich

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