Ludwig: "Schutzfunktion" für Wiener

28. Februar 2018 16:59; Akt: 28.02.2018 17:20 Print

SPÖ: Grätzeloffensive und Bonus für Wiener

von Gerda Mackerle - SPÖ-Wien-Chef Ludwig und Parteimanagerin Novak kündigten eine Grätzeloffensive unter dem Motto "Wien braucht" an. Und: Der Bonus für Langzeitwiener wird ausgebaut.

Der neue SPÖ-Wien-Kommunikationschef Raphael Sternfeld mit Parteimanagerin Barbara Novak und SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig (von links). (Bild: Sabine Hertel)

Der neue SPÖ-Wien-Kommunikationschef Raphael Sternfeld mit Parteimanagerin Barbara Novak und SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig (von links). (Bild: Sabine Hertel)

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"Geiselberg braucht", "Heiligenstadt braucht", "Erdberg braucht": Unter diesem Motto startet die Wiener SPÖ eine neue Grätzeloffensive. Über der Aktion steht der Titel "Wien braucht". "Wir wollen die Bevölkerung einladen, gemeinsam ein Stück des Weges mit uns zu gehen", sagt SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig. Wichtig sei, "mit den Bezirken in Kommunikation zu stehen", erklärt Ludwig.

SPÖ startet Offensive in den Grätzeln

"Unterschiedliche Bezirke werden in personell wichtigen Entscheidungsfunktionen tätig sein", so SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig. Mit der neuen SPÖ-Wien-Parteimanagerin Barbara Novak ist bereits die SPÖ Döbling stark vertreten. Novak ist Vorsitzende der SPÖ Döbling.

"Gerade am Hauptbahnhof ist stark spürbar, wie sich der Bezirk verändert", sagt Barbara Novak – etwa beim Sonnwendviertel. Für sie ist klar: 2020 "gibt es nicht nur die Gemeinderatswahl, sondern auch die Bezirksvertretungswahl in 23 Bezirken zu schlagen", so Novak. Da sei es die "Aufgabe der Landesorganisation, die Bezirke zu unterstützen" – etwa bei Aktionen und bei der Pressearbeit.

Der Ideenwettbewerb unter dem Motto "Wien braucht" soll bald – samt Kampagne – starten. "Wir wollen in allen Grätzeln Ideen sammeln", so Novak. Als Beispiel führt die SPÖ-Managerin das immer wieder diskutierte Projekt "Skyline Spittelau" in Döbling an.

Ludwig: "Schutzfunktion" für Wiener, Ausweitung des "Wien-Bonus"

Wien sei "eine offene Stadt", so Ludwig, stellt aber klar, dass man "eine Schutzfunktion für die hier lebende Bevölkerung" habe. Als Beispiel führt der künftige Bürgermeister den "Wien-Bonus" an – den es schon bei der Vergabe von geförderten Wohnungen gibt. Langzeit-Wiener profitieren schon jetzt – bei der Vergabe von Gemeindewohnungen werden alteingesessene Bundeshauptstädter gegenüber Zuzüglern bevorzugt und auf der Warteliste vorgereiht. Einen solchen Wien-Bonus kann sich Ludwig auch in anderen Bereichen vorstellen – etwa bei der Beauftragung von Firmen bei öffentlichen Vergaben. Man überlege, wo man einen solchen Bonus umsetzen kann. Eine Bevorzugung von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Ostregion kann sich Ludwig vorstellen. "Bei der Supermarktkassa muss man sich ja auch anstellen", so der SPÖ-Wien-Chef.

Europa-Wahl als Thema in der Grätzeln

Zweites wichtiges Thema ist für die Wiener SPÖ die Europa-Wahl 2019. Ludwig erwähnt etwa das EU-geförderte Projekt "Smarter Together" in Simmering – bei dem von 80 Millionen Euro ganze sieben Millionen Euro von der EU finanziert werden. "100 Europa-Botschafter werden in die Bezirke ausgeschickt, um für eine sozialdemokratische EU zu werben", so Novak.

Wien sei "nicht das rote Bollwerk, wo man nicht hinein und nicht hinaus kommt", sondern "ein Gegenmodell", so Ludwig. Man werde sich "lautstark zu Wort melden, wenn der Eindruck entsteht, es geht gegen die Interessen der Bevölkerung", so die Message in Richtung türkis-blauer Bundesregierung. Wichtig ist für Ludwig auch "enge Kooperation zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland als Ostregion". Man wolle "miteinander und nicht in Konkurrenz zu den Bundesländern" agieren und sei in Kontakt mit Mikl-Leitner, Niessl und Doskozil – "über Bundesländer- und Parteigrenzen hinweg".

Neuer SPÖ-Wien-Kommunikationschef Sternfeld

Ludwig stellte am Mittwoch auch den neuen Kommunikationschef der SPÖ Wien vor: Raphael Sternfeld löst Lisa Fuchs in dieser Position ab. Der 40-Jährige ist stellvertretender SPÖ-Bezirksparteichef in der Josefstadt, war europapolitischer Berater des ehemaligen Bundeskanzlers Werner Faymann und des ehemaligen Verteidigungsministers Hans Peter Doskozil – und hat damit auch gute Verbindungen zur SPÖ im Burgenland. Ab 2006 war Sternfeld im Pressedienst der Stadt Wien tätig. "Wir haben ein hervorragendes Team für Wien", ist Sternfeld überzeugt.

Zum Thema Kopftuchverbot – Novak hatte zuletzt ein solches in Schulen gefordert – betonten am Mittwoch sowohl Ludwig als auch Novak, dass man "kein Freund von Verboten sei". Es sei "wichtig, wie die Einstellung zu den Werten der Gesellschaft ist", so Ludwig. Für Novak ist klar: "Im Kindergarten und in der Volksschule hat es nichts verloren."

Am 24. Mai soll im Gemeinderat die Übergabe des Bürgermeisteramts stattfinden. Vor Gremiensitzungen am 14. Mai will Ludwig nicht mehr über Personalentscheidungen reden. Nächster Termin: Am 15. und 16. März findet eine Zukunftsklausur der SPÖ Wien am Kahlenberg statt. Hier soll auch das Thema "Wien-Bonus" besprochen werden. Arbeit, Bildung, Digitalisierung, Sicherheit und Integration sollen dort Thema sein.

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  • zimbo am 28.02.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wien, Land unter.

    Wer kann zieht weg.

  • Konfusius am 28.02.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP sollte sich politisch der Zeit anpassen

    Werden sehen, wie weit die SP in Wien gehen muss, um in der Gunst der Wähler obenauf zu sein. Ich denke, sie müsste ein Stück nach rechts rücken, um in Wien weiterhin fast absolut zu regieren. Dank der Zuwanderung von SP-affinen neuen Wählern müsste das die SP nicht tun. Aber ich hoffe, sie wird dazu gezwungen, einfach um nicht in absehbarer Zeit unterzugehen.

  • Southpaw am 01.03.2018 03:17 Report Diesen Beitrag melden

    2020...

    ...sind die Sozn und ihr Beiwagerl in Wien Geschichte. Es wird also eine Abschiedstour. Und vergesst nicht, nehmt mehrere Dolmetscher mit und in diversen Gegenden gleich die Wega zum Schutz.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wien am 15.03.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wieviel Milliarden soll das Projekt Skyline spittelau kosten??Bringt endlich mal das Krankenhaus Nord tuende!!!

  • Southpaw am 01.03.2018 03:17 Report Diesen Beitrag melden

    2020...

    ...sind die Sozn und ihr Beiwagerl in Wien Geschichte. Es wird also eine Abschiedstour. Und vergesst nicht, nehmt mehrere Dolmetscher mit und in diversen Gegenden gleich die Wega zum Schutz.

  • Dr. Frankenstein am 28.02.2018 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die ewig gestrigen Roten..

    Die SPÖ muss nicht weiter nach rechts rücken. Sie muss nur ihre Mitte neu definieren und sich der Zeit und den Gegebenheiten anpassen. Wenn ihr das gelänge wären sie wieder obenauf und der Trend würde wieder in Richtung Soziale Gerrechtigkeit gehn. Weil davon versteht die jetzige Regierung..nichts..

    • Southpaw am 01.03.2018 03:19 Report Diesen Beitrag melden

      Und unter...

      ...Sozialer Gerechtigkeit verstehen sie vermutlich, den Arbeitenden etwas wegnehmen um es den Faulenzern und Flüchtigen zu geben? Schaun sie mal was der Kickl gerade für die Obdachlosen gemacht hat.

    einklappen einklappen
  • zimbo am 28.02.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wien, Land unter.

    Wer kann zieht weg.

  • Konfusius am 28.02.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP sollte sich politisch der Zeit anpassen

    Werden sehen, wie weit die SP in Wien gehen muss, um in der Gunst der Wähler obenauf zu sein. Ich denke, sie müsste ein Stück nach rechts rücken, um in Wien weiterhin fast absolut zu regieren. Dank der Zuwanderung von SP-affinen neuen Wählern müsste das die SP nicht tun. Aber ich hoffe, sie wird dazu gezwungen, einfach um nicht in absehbarer Zeit unterzugehen.