Im Andenken an Grumpy Cat

17. Mai 2019 14:30; Akt: 17.05.2019 16:37 Print

Die berühmtesten Tiere der Geschichte

Strahlende Filmstars, gefeierte Kriegshelden und untrügliche Wahrsager – das waren die Promis der Tierwelt vor Grumpy Cat.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Bild zeigt eine Nachbildung von Cher Ami. Im Ersten Weltkrieg wurde die Brieftaube unter anderem als fliegender Spion (mit angeschnallter Kamera) eingesetzt. Als das US Army Signal Corps am 4. Oktober 1918, während der Maas-Argonnen-Offensive, von den eigenen Truppen beschossen wurde, schickte Major Whittlesey den Vogel los, um das Feuer einstellen zu lassen. Cher Ami wurde an der Brust verwundet, verlor ein Bein und ein Auge, brachte die Botschaft aber ans Ziel. Die Taube wurde mit dem "Croix de Guerre" ausgezeichnet und starb ein Jahr nach ihrem letzten Einsatz. Laika ging als erstes Lebewesen in die Geschichte ein, das von Menschen ins All geschossen wurde. Eine Woche lang cruiste sie in der "Sputnik 2" durch die Erdumlaufbahn, dann ging der Sauerstoff aus und Laika starb. Auch heute erinnert man sich noch liebevoll an die Raumfahrtpionierin. Unter anderem wurde ihr von der Band Arcade Fire ein Song gewidmet. Ham (der Name ist ein Akronym des Holloman Aerospace Medical Centres) wurde am 31. Jänner 1961 von der NASA ins All geschossen. In 16,5 Minuten legte er 250 Kilometer zurück. Da die Sauerstoffversorgung ausfiel, wurde der Flug schließlich abgebrochen. Ham überlebte den Trip, der Schimpanse verbrachte seine restlichen 17 Lebensjahre im National Zoo von Washington DC. Das berühmteste Fußball-Orakel sagte alle Spiele (mit Beteiligung der deutschen Nationalelf) der WM 2010 richtig voraus. Krake Paul starb am 26. Oktober desselben Jahres im Sea Life Centre Oberhausen. Der Film "The Artist" wurde 2012 mit fünf Oscars ausgezeichnet (unter anderem in den Sparten "Bester Film" und "Bester Hauptdarsteller"). Der heimliche Star des Films war der rauhaarige Jack Russell Terrier Uggie. Sein Auftritt löste einen internationalen Run auf seine Artgenossen aus. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurde er mit dem Palm Dog Award ausgezeichnet. Mit Christoph Waltz war er in "Wasser für die Elefanten" (2011) zu sehen. Nachdem er an Prostatakrebs erkrankt war, wurde Uggie am 7. August 2015 in Los Angeles eingeschläfert. Jumbo der Elefant war fast vier Meter groß und sechs Tonnen schwer. Er wurde 1861 im Sudan geboren, wuchs in Zoos in Paris und London auf, bevor er vom US-Amerikaner P.T. Barnum für seinen Zirkus gekauft wurde (Barnum wurde zuletzt von Hugh Jackman im Musical-Film "Greatest Showman" dargestellt). Jumbo starb auf tragische Weise: 1885 wurde er in Kanada von einem Zug erfasst. In den 1920ern wurde der deutsche Schäferhund Rin Tin Tin zum Filmstar. Er war in 26 Produktionen zu sehen (das Bild zeigt ihn mit Helen Ferguson in "Rin Tin Tin und die Goldgräber", 1929). Rin Tin Tin starb am 10. August 1932 in Los Angeles. Stolze 187 Jahre hat die Schildkröte Johnathan (um 1932 auf den Seychellen geboren) bereits auf dem Buckel. Das macht ihn zum ältesten lebenden Reptil der Erde. Ein echter Star im Tierreich, der auf der Atlantikinsel St. Helena lebt. Seinen Geruchssinn und seine Sehkraft hat Jonathan inzwischen eingebüßt, soll aber noch exzellent hören. Punxsutawney Phil ist das berühmteste Murmeltier der Welt. Jahr für Jahr sagt er in der Kleinstadt Gobbler's Knob (aka Punxsutawney) in Pennsylvania vorher, wie schnell der Winter dem Frühling weicht. Und das angeblich seit dem 2. Februar 1886. Dass es sich dabei immer noch um den Original-Phil handelt, ist zwar eine Mär, durch den Film "Groundhog Day" (in dem Bill Murray dazu verdammt ist, immer wieder denselben Tag zu durchleben) wurde das Murmeltier in der Popkultur aber wirklich unsterblich. Die berühmteste Hündin der Filmgeschichte ist zweifellos Langhaarcollie Lassie. Dabei handelte es aber lediglich um den Namen der "Rolle". Lassie wurde meist von Rüden gespielt, die meisten davon Abkömmlinge des ersten "Lassie"-Darstellers Pal. Am 15. November 1962 wurde Mr. Magoo in den USA zum Tode oder zur Deportation in sein Heimatland Indien verurteilt - aus Angst, er würde sich (obwohl kein Weibchen in Sicht) rasant vermehren. Ein Matrose hatte den Tee-schlürfenden, Schlangen-vertilgenden Mungo an den Lake Superior Zoo in Duluth verschenkt. Tausende Besucher setzten sich für den Mungo ein, am Ende war die "No Noose for the Mongoose"-Kampagne erfolgreich. John F. Kennedy begnadigte Mr. Magoo persönlich. Unsinkable Sam überlebte während des Zweiten Weltkriegs gleich drei Tragödien auf hoher See. Die Katze war auf der Bismarck, als diese versenkt wurde. Danach überlebte er die Torpedierung der HMS Cossack, und schließlich auch jene der HMS Ark Royal. Nur ein (menschliches) Mitglied der Crew konnte lebend geborgen werden. Danach fand man Sam "wütend aber kaum lädiert" auf einem Stück Treibgut. Er starb 1955 mit festen Boden unter den Füßen in Belfast.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die berühmteste Katze der Welt ist tot. Das animalische Model mit dem griesgrämigen Blick hat einen gewaltigen Pfotenabdruck in der Popkultur hinterlassen und wird zumindest in Meme-Form weiterleben.

Grumpy Cat ist aber nicht der einzige Star aus dem Tierreich, der die Massen begeisterte. In unserer Bildstrecke (siehe oben) stellen wir Ihnen die berühmtesten Fell-, Schuppen- und Gefieder-Promis der letzten 187 Jahre vor.

Grumpy Cat

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(lfd)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lolo am 17.05.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    vergessene Tier-Stars

    nicht erwahnt wurden u.a.: Cheeta aus Tarzan, hat auch einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde; Dolly, das Klonschaf;

  • Inko Gnito am 17.05.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wären doch nur Eure Korrektoren . . .

    . . . so penibel wie Eure Zensurabteilung. Dann wäre ihnen sicher aufgefallen, dass es im Vorjahr KEINE Maas-Argonnen-Offensive gab. Diese Offensive fand zwischen dem 26. September und dem 11. November 1918 statt. Also nur hundert Jahre früher.

  • Ehklar am 18.05.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Ich habe vorher noch nie von dem Katzenvieh gehört (habe selbst zwei tolle Katzen). Aber die "berühmten" Tiere waren nur eine Täuschung in Film und Fernsehen. Da gabs haarsträubende Szenen... Zu einem eigenen Tier kann man eine Beziehung aufbauen, natürlich auch das Tier zum Menschen. Das hat aber mit den berühmten Tieren gar nichts zu tun. Genauso gut könnte jemand behaupten, zu einem Filmstar eine Beziehung aufgebaut zu haben

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 18.05.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Ich habe vorher noch nie von dem Katzenvieh gehört (habe selbst zwei tolle Katzen). Aber die "berühmten" Tiere waren nur eine Täuschung in Film und Fernsehen. Da gabs haarsträubende Szenen... Zu einem eigenen Tier kann man eine Beziehung aufbauen, natürlich auch das Tier zum Menschen. Das hat aber mit den berühmten Tieren gar nichts zu tun. Genauso gut könnte jemand behaupten, zu einem Filmstar eine Beziehung aufgebaut zu haben

  • Lolo am 17.05.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    vergessene Tier-Stars

    nicht erwahnt wurden u.a.: Cheeta aus Tarzan, hat auch einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde; Dolly, das Klonschaf;

  • Inko Gnito am 17.05.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wären doch nur Eure Korrektoren . . .

    . . . so penibel wie Eure Zensurabteilung. Dann wäre ihnen sicher aufgefallen, dass es im Vorjahr KEINE Maas-Argonnen-Offensive gab. Diese Offensive fand zwischen dem 26. September und dem 11. November 1918 statt. Also nur hundert Jahre früher.