Kurz zu Landbauer

31. Januar 2018 21:29; Akt: 31.01.2018 21:34 Print

"Ich für meinen Teil weiß, was ich hier tun würde"

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich am Mittwoch kurz zur Affäre um FPÖ-Kandidat Udo Landbauer geäußert. Und macht Druck auf den Koalitionspartner.

Sebastian Kurz äußert sich in der Causa Udo Landbauer. (Bild: picturedesk.com, Sabine Hertel, Montage)

Sebastian Kurz äußert sich in der Causa Udo Landbauer. (Bild: picturedesk.com, Sabine Hertel, Montage)

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Dass nach jeder Ministerratssitzung Vertreter der Koalitionspartner ÖVP und FPÖ vor die Presse treten, ist nicht neu. Dass dabei eine gegen die andere Partei Druck ausübt aber schon. So geschehen am Mittwoch, als Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) das Wort ergriff – und sich zur NS-Liederbuchaffäre und FPÖ-NÖ-Kandidat Udo Landbauer äußerte.

Umfrage
Soll Udo Landbauer nach Aufdeckung des Nazilieder-Skandals zurücktreten?
31 %
13 %
52 %
4 %
Insgesamt 9671 Teilnehmer

"Selbstverständlich alle ausgeschlossen"

"Ich für meinen Teil weiß, was ich hier tun würde – aber es ist nicht meine Entscheidung", wird Kurz vom "Kurier" zitiert. Damit stellt er direkt Vizekanzler Heinz-Christian Strache in die Pflicht. Solche Fälle – Kurz zielte auf Eklats in der Jungen VP ab, bei denen antisemitische Nachrichten verschickt wurden – habe es auch bei den Schwarzen gegeben. "Die Betroffenen habe ich selbstverständlich alle ausgeschlossen", so Kurz.

"Das können Sie sich vorstellen"

Die Freiheitlichen hätten die Aufgabe, ihre Geschichte aufzuarbeiten, ÖVP und Ex-Koalitionspartner SPÖ hätten das bereits getan. Kurz verschwieg auch nicht, dass Landbauers Zukunft sehr wohl Thema von Gesprächen mit Vizekanzler Strache sei: "Das können Sie sich vorstellen."

"Auf gar keinen Fall"

Strache, direkt nach Kurz am Wort, sieht dagegen "auf gar keinen Fall" einen Anlass zum Rauswurf Landbauers. Die Verantwortung treffe sowieso Landbauers Burschenschafter-Kollegen. Ein Koalitionsstreit über den Kandidaten scheint damit entbrannt. Der "Kurier" will dabei erfahren haben, dass Strache vehement versucht, Landbauer bei den Regierungsmitgliedern zu verteidigen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 31.01.2018 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange jetzt noch?

    Warum schießen sich alle so auf den Landbauer ein? Hat er diesen ekelhaften Liedtext geschrieben, drucken lassen und/oder im ganzen Land verteilt? Nein, gegen ihn wird nichteinmal ermittelt. Und fällt Wiederbetätigung eigentlich unter die Pressefreiheit? Wenn nicht: Warum hat die Staatsanwaltschaft die Falter-Redakteure noch nicht besucht, die diesen Liedtext im ganzen Land verbreitet haben?

  • ehklar am 01.02.2018 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Also endlich sagen, WANN die Textstellen rausgerissen oder geschwärzt wurden! DAS ist maßgeblich, nämlich ob es diese Texte gegeben hat als Landbauer eingetreten ist. Alles andere ist sinnlose Diskussion!

  • stealth71 am 31.01.2018 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat er

    das auch schon gewusst, bei den jungen ÖVPlern? Oder ist das, so wie bei Rot, etwas gaaanz anderes .....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Joseph am 01.02.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gö Kurz

    Er wüßte, was er zu tun ha NA dann fang mal an den Kollegen Faymann, Mikl-Leitner, Mitterlehner, Kern usw. die Immunität zu entziehen, und laß ein Ermittlungsverfahren, wegen erwiesen Staats und Hochverrat einleiten.

  • MarcAurel_III am 01.02.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Druck muss sein ;-)

    Beklemmend, aber schön langsam dürfte es dem BK Kurz dämmern, dass er nur BK sein darf weil der Koalitionspartner die Methode (ich nenne es mal) des politischen Drucks [es wird sicher Leute geben die den Begriff Erpressung verwenden könnten] anwendet um die alleinigen politischen Ziele der FP durchzusetzen. Dazu gehört auch, Leute mit (ich sage audrücklich) politischer Verantwortung für grausliche Gesangsbücher oder ähnlichem unter ALLEN Umständen zu halten - (da drängt sich schon eine gewisse Erkennbarkeit des DDR SED Leitspruchs auf: "Moral ist das was der Partei nützt")

  • AlteFrau am 01.02.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Endlosschleife *gähn*

    Die "Burschenschafter"-Vereine sind so scheint es mir "öffentlich", da sind die FM-"Vereine" viel viel gescheiter. Sie sind extrem gut vernetzt und extrem verschwiegen. Egal Wer dort ist oder was dort gesprochen wird, da dringt Nichts an die Medien und auch die "Mitglieder" sitzen an den Schaltstellen der Republik. Vielleicht sollten sich die "Burschenschaften" daran ein Beispiel nehmen und nicht öffentlich "auftreten", aber da ist wohl die Eitelkeit stärker. Solange Jemand "zu Hause" in seinem Bett die Fantasie "auslebt" und niemand damit berührt, belästigt ist es mir persönlich schnurzegal!

  • MarcAurel_III am 01.02.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Druck muss sein...

    Beklemmend, aber schön langsam dürfte es dem BK Kurz dämmern, dass er nur BK sein darf weil der Koalitionspartner die Methode (ich nenne es mal) des politischen Drucks [es wird sicher Leute geben die den Begriff Erpressung verwenden] anwendet um die alleinigen politischen Ziele der FP durchzusetzen. Dazu gehört auch, Leute mit sehr "bräunlichen" politischen Stallgeruch [als (politisch)Mitverantwortlicher von NS Verbrechensverherrlichung in Gesangsbüchern] unter ALLEN Umständen zu halten - (oder von DDR Kommunisten abgeschauter Leispruch: "Moral ist das was der Partei nützt")

  • Vota am 01.02.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Landbauer RAUS

    Was hat Landbauer gegen Strache in der Hand dass er ihn nicht rauswirft? Oder versteht Strache ernsthaft nicht dass die Politkarriere von Landbauer unter allen Umständen beendet werden MUSS? Das sage ich als bekennender Rechts Konservativer. Es gibt Grenzen und die hat Landbauer überschritten. Rausreden kann er sich nicht. Ich fordere Landbauers Rücktritt! Wählen würde den eh keiner mehr, Landbauer ist also nutzloses, politisch totes Fleisch für die FPÖ.