SPÖ-Chefin Rendi-Wagner

16. Juni 2019 09:23; Akt: 16.06.2019 14:06 Print

"Mir reicht es mit den ewigen Zwischenrufen"

Das jüngste Interview von Ex-SPÖ-Chef Christian Kern goutiert dessen Nachfolgerin Rendi-Wagner nicht. Sie macht ihrem Ärger Luft.

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Altkanzler und Ex-SPÖ-Chef Christian Kern ließ kürzlich in einem Interview kein gutes Haar an seiner Nachfolgerin Pamela Rendi-Wagner. "Hoch gewinnt die SPÖ das nimmer", so seine Prognose (in Anlehnung an Ex-ÖFB-Fußballer Toni Pfeffer) für die Nationalratswahl im September. Die SPÖ-Chefin zeigte sich in einem "Kurier"-Interview nun wenig begeistert.

"Mir reicht es immer mit den ewigen Zwischenrufen", so Rendi-Wagner. "Ich bin in die Politik gegangen – und das sollte für jeden gelten –, damit wir uns nicht gegenseitig Dinge ausrichten und uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen, sondern mit den Problemen der Österreicher", erklärte die rote Spitzenkandidatin.

"Jemand wie Christian Kern mit dessen Wahlkampfgeschichte"

Auf die Frage, ob sie diese Kritik von Kern erwartet hätte, antwortete sie den "Kurier"-Journalisten: "Darf ich mit einer Gegenfrage antworten: Wie finden Sie es, wenn jemand wie Christian Kern mit dessen eigener Wahlkampfgeschichte mir Derartiges ausrichten lässt?"

Im Interview bekräftigt sie auch ihre Personalentscheidungen wie das Festhalten an Thomas Drozda als Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfmanager Christian Deutsch. Auch die Kritik am Misstrauensvotum gegen die Regierung von Sebastian Kurz (ÖVP) kommt für sie nicht überraschend. Allerdings bleibt sie dabei, sie habe "diese Entscheidung aus Überzeugung getroffen im Wissen, dass sie im Moment nicht viel Applaus bringt".

Keine Koalition mit FPÖ

Die im freien Spiel der Kräfte beschlossenen Maßnahmen im Parlament lobt Rendi-Wagner. "Wenn die rauchfreie Gastronomie eingeführt wird, dann erspart das dem Staat Geld. Denn die Gesundheitskosten verringern sich um zwei Milliarden Euro. Auch das Glyphosat-Verbot kostet nichts und verringert die Kosten für das Gesundheitssystem", sagte die Medizinerin.

Über künftige Koalitionen spekulieren wolle sie nicht. Zuerst hätten die Wähler das Wort, erst danach könne man über Koalitionen reden. Sie stellte allerdings klar: "Nur eine Variante schließe ich jetzt schon aus, das ist jene mit der FPÖ."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Judith am 16.06.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgrenzung

    Das ist das Dilemma der SPÖ. Wer die Wünsche von 86 % der Wähler missachtet, verdient es gar nicht im Parlament vertreten zu sein.

  • ray becker am 16.06.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    liebe rendi-wagner, dann kümmern sie sich auch um die probleme der "österreicher" und machen sie keine freunderlwirtschafts-politik, oder vertreten abgehobene weltfremde anschauungen.

  • Ginga am 16.06.2019 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sie kann es nicht

    Die brauch gar nicht zu spekulieren, sie wird nicht in die Verlegenheit kommen eine Koalition zu bilden.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Pötner am 17.06.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechte Politik

    Sie macht das einzig Richtige. Staat ablenken zu lassen, weist sie auf ihre inhaltliche Politik hin. Ich kann wirklich nicht verstehen, wieso wir in Österreich uns immer über die richtige Schminke und die beste Show sorgen. Letztlich geht es um Inhalte. Und Rendi-Wagner vertritt nun mal die Interessen jener, die ihr Leben durch Lohnarbeit bestreiten müssen. Außerdem bin ich dafür, dass nur die Arbeitgeber steuerliche Vorteile haben sollten, die ihre Arbeiternehmer gerecht entlohnen. 900 EUR Miete/Strom/Heizung bezahlen und bei voller Arbeit nur 1200 verdienen. Das ist doch kein Leben.

  • Eine Wählerin am 17.06.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bewunderung

    Ich bewundere diese Frau. Nicht nur dafür, dass sie den unverschämten Versuch einer Alleinregierung der ÖVP verhindert und wieder Leben ins Parlament gebracht hat. Sondern Sie stellt sich auch gegen all jene, welche die Sozialdemokratie im Stich gelassen haben (Kern und Konsorten). Im Gegensatz zu den nichtssagenden Predigten von ÖVP-Jungprister Kurz, der letztlich die Reichen vertritt und das Volk so kostengünstig wie nur möglich versklaven möchte, hat Rendi-Wagner eine soziale Intelligenz. Auch wenn die SPÖ Fehler gemacht hat, sie ist nun mal die einzige sozial Kraft in Österreich.

  • Stefan Dobeczky am 17.06.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    PRW ist völlig ahnungslos...

    Das Verbot von Glyphosat spart Kosten? Ganz im Gegenteil! Die Kosten für Pflanzenschutzmaßnahmen der Kommunen und öffentlichen Einrichtungen (z.B. ÖBB) steigen um ein Vielfaches.

    • Manfred am 17.06.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte sachlich bleiben!

      Herr Dobeezky, so wie sie hier antworten ist wahrscheinlich parteipolitisch motiviert. Möglicherweise wird es für Gemeinden oder OBB Mehrkosten verursachen, aber das hat PRW auch garnicht bestritten. Sie sagte für das GESUNDHEITSSYSTEM wird es billiger und das ist nun mal nicht die ÖBB. Wenn man in Österreich immer sachlich zugehört hätte, wäre Österreich nicht von einem "Maturanten-Clan" geführt worden. Sondern hätte erkannt, dass die ÖVP nur die Interresen der Reichen (Spender Kurz) vertritt und nicht der Arbeiter. Aber im momentanen Hype sind die Fehler von Kurz für viele etwas Gutes.

    einklappen einklappen
  • Sender am 16.06.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich gibt's warmes Eis.

    Ganz genau so ist es. Die SPÖ beschäftigt sich in Zukunft mit den Problemen der Österreicher und die Kinder vom Papst beschäftigen sich mit der Verhütung.

    • Noch nicht in Pension am 17.06.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      Zukunft der Arbeitnehmer

      Naja, die SPÖ beschäftigt sich halt nicht um die Zukunft der Konzerne, wie diese auf Kosten von Umwelt und Menschen noch reicher werden können. Das ist der Job von Kurz, der jetzt auch offiziell von christlichen Sekten in der Stadthalle gesegnet wurde. Oder sagen wir es anderes: Es gibt derzeit leider keine andere Partei, die man als Arbeitnehmer wählen könnte. Und mit kommen Sie mir nicht mit den Blauen. Nach der Einfuhr der 60-Stunden-Woche und dem Ibzia-Skandal. Das war wirklich das Letzte.

    einklappen einklappen
  • senfspender am 16.06.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitskosten?

    Meint die mit um zwei Milliarden Euro verringerten Gesundheitskosten die entgangenen Umsätze der Gastronomiebetriebe, weil Raucher - anstatt im Gasthaus etwas Gesundes zu essen - sich künftig am Würstelstand wiederfinden. Dort können sie eine Rauchen und billiger ist's auch: also weniger Gesundheitskosten für den Konsumenten.