Nationalbank

23. August 2018 13:05; Akt: 23.08.2018 13:19 Print

ÖVP: Mitterlehner stichelt gegen Nachfolger Kurz

"Eigenartige Entscheidungskultur" ortet Ex-Vizekanzler Mitterlehner in der ÖVP. Auch ihm wurde der OeNB-Job angetragen.

Mitterlehner wurde ÖVP-intern abserviert, Mahrer bekam Nationalbank-Job. (Bild: picturedesk.com)

Mitterlehner wurde ÖVP-intern abserviert, Mahrer bekam Nationalbank-Job. (Bild: picturedesk.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ex-ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner spricht im Zusammenhang mit den jüngsten Personalentscheidungen in der Nationalbank von einer “eigenartigen Entscheidungskultur”. Sein Nachfolger ÖVP-Chef und Bundeskanzler Sebastian Kurz habe ihm den Job des Nationalbankpräsidenten 2017 nach seinem Abschied aus der Politik zwei Mal angeboten, berichtete Mitterlehner der “Presse”.

Das Interesse

Nach der Nationalratswahl habe er schließlich sein Interesse an dem Job bekundet, im Mai von Kurz aber die Information bekommen, dass die Sache “schwierig” sei, weil die FPÖ keinen Gouverneur-Kandidaten habe und auf dem Posten des Präsidenten beharre, so Mitterlehner weiter.

Der nun zum OeNB-Präsidenten bestellte Wirtschaftskammerchef Harald Mahrer (ÖVP) soll Mitterlehner darauf hin Unterstützung zugesichert haben.

Die Überraschung

Umso überraschender kam für Mitterlehner am Dienstagnachmittag dieser Woche ein Anruf von Kanzler Kurz, in dem dieser seinem Vorgänger mitgeteilt hatte, dass die ÖVP doch den Präsidenten der Nationalbank stellen und Mahrer das Amt übernehmen werde. “Eine eigenartige Entscheidungskultur, aber sie passt stimmig zur Gesamtentwicklung”, sagte Mitterlehner der Tageszeitung “Die Presse”.

Die Ämterkumulierung

Harald Mahrer, hat unterdessen den Vorwurf der Ämterkumulierung zurückgewiesen. Es handle sich um eine Position im Aufsichtsgremium der OeNB, in dem auch in der Vergangenheit stets Repräsentanten der Sozialpartnerschaft vertreten gewesen seien.

Dass die Unvereinbarkeit darin bestehe, dass er im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser das Gremium auch leiten wird, ließ Mahrer ebenfalls nicht gelten. “Ob man das leitet oder nicht, es ist die selbe Anzahl von Sitzungen”, meinte er am Rande eines Termins im Bundeskanzleramt: “Ich sehe diesen Konflikt überhaupt nicht.”

"Keinen Euro mehr"

Mahrer sprach von der großen wirtschaftspolitischen Bedeutung der OeNB. Er bekomme dafür keinen Euro mehr und brauche dafür auch kein eigenes Auto oder Büro.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 23.08.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, das ist wirklich merkwürdig

    Warum machen sie mich nicht zum OeNB-Chef? Ich könnte die Zusammenhänge auch verstehen und würde mich 24/7 auf den Job konzentrieren - wäre also wirksamer als Herr Mahrer. Aber mal im Ernst: Ich verstehe auch nicht, wie hier die Auswahl getroffen wird. Welche Beamten kommen für den Job in Frage? In welchen Clubs muss man sein? Mit wem muss man Bier trinken oder Golf spielen? Das ist ja nicht nur in der OeNB so. ÖBB, Wiener Wohnen, Netze, Energie, Kammern dort sitzen immer dieselben Leute vor, das ist ein Karussell. Und ja, es nervt mich. Hier wird offenbar NICHT nach Eignung entschieden.

    einklappen einklappen
  • alaska am 23.08.2018 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gier

    Schön langsam beginnt mich diese Regierung, an die 2000er Gruppe ( Schüssel und CO)zu erinnern. Schade, denn ich hatte viel Hoffnung in diese Gruppe gesetzt.

    einklappen einklappen
  • Ein Gast am 23.08.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Türkise Konsequenz

    Ja, bei Kurz geht es eben nicht mehr um Parteifreunderln ! Es geht nur mehr um seine Freunderln...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wolfgang Scholze am 26.08.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Soll jetzt Mitterlehner für seine Anbiedung an die Sozen belohnt werden?

  • RevoLuzzer am 25.08.2018 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    ist er soo traurig

    der glücklose herr ex-cancellar, dass er den gouveneur-posten nicht bekommen hat und nur den NB-Präsi hätte machen dürfen. an der kohle dürfte es nicht gescheitert sein, weil abcashen tun beide in etwa gleich viel. man sieht mal wiede rüberdeutlich dass es denen ausschliesslich ums postenschachern geht, die erforderliche qualifikation wird nicht einmal hinterfragt. nach den nächsten wahlen beginnt die erneute umfärberei, also was solls, füllen sich halt ein paar jahre lang die anderen ihre taschen mit unserem steuergeld.

  • Porsche am 24.08.2018 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Buberlpartie

    Der Herr Kurz und seine Freunde erinnern mich immer mehr an die Haider-Buberlpartie.

  • Wolfgang Winkler am 24.08.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    besser eine eigene Entscheidungskultur als gar keine Herr Mitterlehner - oder leiden Sie an Gedächtnisschwund

  • lukas am 23.08.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Parteifreunde ?

    Hr. Kurz ,wenn man solche ,, Parteifreunde " hat, braucht man keine Feinde mehr.