Abfuhr für Liste Jetzt

16. Juni 2019 18:43; Akt: 17.06.2019 08:01 Print

"Wir sind die Grünen, wir brauchen keine Fusion!"

Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler erteilt Liste-Jetzt-Chefin Maria Stern eine Abfuhr: Es werde keine Kooperation im Wahlkampf zwischen den beiden Parteien geben.

Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler erteilt Jetzt-Parteichefin Maria Stern eine Abfuhr:

Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler erteilt Jetzt-Parteichefin Maria Stern eine Abfuhr: "Werden nicht fusionieren." (Bild: picturedesk.com)

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Eine mögliche Kooperation der Liste Jetzt mit den Grünen ist wohl gescheitert. Grünen-Chef Werner Kogler schließt in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" eine "Fusion" mit der von Ex-Grünen-Aufdecker Peter Pilz gegründeten Liste kategorisch aus: "Wir sind die Grünen, wir brauchen keine Fusion. Wir brauchen auch kein fremdes Geld, wir brauchen keine drei Unterschriften für die Kandidatur." Einzelne Mitglieder seien aber jederzeit willkommen, sofern sie die Grünen Anliegen teilen würden, erklärt der Parteichef.

Mit "glaubwürdiger Politik" will Kogler seine Grünen wieder ins Parlament hieven. Für die Kandidatur sollen, wie anno 1986, genügend Unterschriften aus der Bevölkerung gesammelt werden.

"Unsere Kreativität ist grenzenlos."

"Wir werden viel mehr Unterschriften sammeln als notwendig. Das ist für uns eine bewusste Vorwahlkampagne", zeigt sich Kogler, der gerade sein EU-Mandat zugunsten der Kandidatur im September zurückgelegt hat, kämpferisch.

Auch das eingeschränkte Werbebudget der Grünen mache ihm keine Sorgen, so der Bundessprecher weiter: "Unsere Kreativität ist grenzenlos. Straßenwahlkampf ist das unsere. Wir werden Hausbesuche machen".

Eine mögliche Koalition mit Sebastian Kurz und der ÖVP könne er sich derzeit aber nicht vorstellen: "Hierzu fehlt mir jegliche Fantasie."

Stern: Fusion stand nicht zur Debatte

"Schade, dass ich über die Entscheidung von Werner Kogler über eine Nichtkooperation der Grünen mit Jetzt aus der Tiroler Tageszeitung erfahre", ärgert sich Jetzt-Parteichefin Maria Stern.

Sie habe mit Werner Kogler "zwei ernsthafte Gespräche" über die Möglichkeit einer gemeinsamen Wahlplattform geführt. Von einer Fusion sei ihrerseits nie die Rede gewesen, erklärt Stern in einer Aussendung.

"Schade um die ungenützte Chance."

Stern weiter: "Ich weiß um die Sehnsucht vieler Menschen nach einer Bündelung der Kräfte auf der richtigen Seite des Nationalrates. [...] Oligarchen und Ewiggestrige werden sich über die voreilige Entscheidung der Grünen freuen. Schade um die ungenützte Chance."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herbert H. am 16.06.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dumm gelaufen

    Die Chancen stehen gut, dass keiner von beiden in den Nationalrat kommt. Daher sind Stimmen an diese Parteien verlorene Stimmen, die nichts bewirken. Die FPÖ ist die einzige Partei in Österreich die gleichermaßen Ökologie mit Ökonomie sowie Hausverstand und Heimatliebe miteinander harmonisch verknüpft. Wem nachhaltiger Umweltschutz am Herzen liegt, der wählt diesmal Blau.

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  • Hubert Huber am 16.06.2019 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Jetzt wollte sich vor einem Totalabsturz retten, das konnten die Grünen nie akzeptieren - sie sind groß im Aufwind, das wäre eine Bremse gewesen.

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  • Politischer Kanibalismus am 16.06.2019 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Volksfront von Judäa

    Sonderbar diese beiden "alle sind gleich, aber wir sind speziell"-Parteien. Damit kommen die Grünen nur noch auf 8%, anstatt 10% und der Pilz fliegt wieder aus dem Parlament. Der hat sich wohl nach der letzten Wahl zu früh gefreut, obwohl die Versenkung der Grünen seit der Lucona-Geschichte sein größter gewonnener "Fall" war. Klein und unbedeutend waren wir, klein und unbedeutend wollen wir sein, scheint hingegen das Motto der Grünen. Bleibt nur noch der Rat: Man wähle eine sinnvolle Partei, sofern ersichtlich.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Micky Mau live vom Sonnestrand! am 18.06.2019 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist es Zeit für den Abschied

    von Stern und Peter Pilz mit den neugierigen Fingern. Österreich wird diese Beiden nicht vermissen.

  • gefährliche drohung ? am 17.06.2019 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    sollten sich herr kogler

    und die grünen tatsächlich erblöden, eine fusion mit den jetzt-en anzustreben, garantiere ich unzählige stimmverluste für die grünen und ein ergebnis unter 10%. mein x-erl bekommt dann die kpö.

  • muss mich outen am 17.06.2019 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    und bekenne hiermit öffentlich

    dass ich seit kurzem grün-wähler bin und dies auch solange bleibe, bis eine fusion mit 'jetzt' angedacht wird. wenn der gemeindebau-peterle wieder in den nationalrat kommt, wähle ich kommunistisch.

  • Emil am 17.06.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht grün heutzutage?

    Nicht böse sein, aber wenn wer wen braucht, dann wohl die Grünen den Pilz. Den Pilz fürchten alle Parteien, weil er den Nagel immer auf den Kopf trifft. Deshalb wollten sie ihn ja schon mit allen Mitteln loswerden.

  • Agnetha am 17.06.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Pilz als Gegengewicht

    Mir wäre sehr wichtig, dass es nicht nur die drei mittelgroßen Parteien im Parlament gibt und die Neos sind mir zuwenig als Gegengewicht. Da die Grünen schon lange keine guten Leute mehr hatten, sind sie nicht wählbar . Mir bleibt nur JETZT, obwohl ich die einzelnen Leute nicht einschätzen kann. Mir fällt nur auf, dass Peter Pilz der einzige ist, der andere Parteien genau kontrolliert und es aufzeigt, wenn etwas nicht passt. Nur deshalb wähle ich ihn. Die drei Mittelparteien hätten ihn gerne draußen, damit sie unter sich bleiben.

    • Balduin am 17.06.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt schon, demokratie-

      politisch sind die Jetzler notwendig wie nie. Doch mir fehlen die sozialen Ansagen, das Soziale scheint der Liste Jetzt kein sonderliches Anliegen zu sein. Ich hoffe daß ich mich täusche, die Jetzt-Liste hat die besten Leute.

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