Arbeitszeiten-Regelung

07. November 2018 11:10; Akt: 08.11.2018 11:24 Print

Aufstand gegen das 12-Stunden-Gesetz

Nach mehreren Vorfällen, die Empörung hervorgerufen haben, pocht die Wirtschaft auf Klarstellungen bei der "Freiwilligkeit" im "Arbeitszeitflexibilisierungsgesetz".

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In den vergangenen Tagen sind drei Fälle bekannt geworden, in denen Arbeitgeber die gesetzlich festgeschriebene "Freiwilligkeit" beim 12-Stunden-Arbeitstag umgehen wollten. Die Arbeitnehmer hätten "freiwillig" auf ihr Recht auf "Freiwilligkeit" verzichten sollen.

Umfrage
12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche: Gute Idee oder Alptraum für Arbeitnehmer?
70 %
10 %
18 %
2 %
Insgesamt 18569 Teilnehmer

"Feintuning" gefordert

Die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, hält es für ein grundsätzlich Problem in allen Branchen. Die gehäuften Meldungen aus dem Hotelwesen würden daher stammen, dass gerade die Verträge für die kommende Saison geschlossen werden. Das Gesetz sei in seiner derzeitigen Form nicht anwendbar. Sie wünscht sich im Gespräch mit Ö1 am Mittwoch ein "Feintuning".

"So wie es im Moment im Gesetz steht, sind die Unternehmerinnen und Unternehmer auch ein bisschen übervorsichtig geworden", so Reitterer. "Keiner möchte, so wie die bekanntgewordenen Fälle, hier etwas Unrechtes tun. Ich glaube auch, dass die Unternehmer es einfach so nicht gewusst haben und diese Freiwilligkeit damit ausschließen wollten. Nämlich aus dem Fall heraus, dass nicht ab zehn Uhr am Abend plötzlich die Rezeption oder die Küche ab neun Uhr unbesetzt ist."

Kritiker sprechen von "Husch-Pfusch-Gesetz"

Bei dem Gesetz gebe es keine Rechtssicherheit: "Was ist denn freiwillig? Ist es auch noch freiwillig, wenn man sich freiwillig ausmacht, dass es im Dienstplan drinnen steht? Weil in der Sekunde, wo es im Dienstplan steht, ist es ja eigentlich nicht mehr freiwillig."

Das Wort "Freiwilligkeit" müsse erklärt werden. Man müsse das Gesetz auf seine Praxistauglichkeit überprüfen und es alltagstauglich machen. Alle seien an Lösungen interessiert, sie sei auf offene Ohren im Kanzleramt und im Sozialministerium gestoßen.

Arbeitnehmervertreter und SPÖ wettern bereits seit Monaten gegen das "Husch-Pfusch-Gesetz" zur "Arbeitszeitflexibilisierung".

Mehr zum Thema:

>>>> So lange müssen unsere Nachbarn maximal arbeiten

>>> Köchin (56) verweigert 12-Stunden-Tag – gefeuert

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 07.11.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schwammiges Gesetz

    Unternehmer brauchen bei Kündigung keinen Grund bekanntgeben. Sollte ein Arbeitnehmer den 12 Stunden Arbeitstag verweigern, und der Unternehmer diesen früher oder später kündigt, so wird er sicher nicht bekanntgeben, dass dies aufgrund der Verweigerung des längeren Arbeitens hinausläuft. Es kann schon keine Freiwilligkeit sein, da man sich diesbezüglich rechtfertigen muss. Diese Regierung steht für Industrie und Wirtschaft und so handelt sie auch.

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  • Steuerzahler am 07.11.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Abwärts geht es mit der Wirtschaft

    Abstieg Austria, bald gibts niemand mehr der hier freiwillig hackelt für den Staat und die, welche NICHT arbeiten und trotzdem Geld jeden Monat bekommen. Sorry aber langsam wird es kritisch für die österreichische Wirtschaft mit solchen Gesetzen gegen die Arbeitnehmer/innen.

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  • Hackler am 07.11.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimme Zukunft

    Ich frage mich sowieso warum der Mensch soviel arbeiten und seine kostbare Zeit opfern muss? Wenn 6 Arbeitsstunden in anderen Ländern funktioniert,dann sollte das weltweit eingeführt werden. Dann gebe es auch nicht immer diese ausrede,andere überholen uns wirtschaftlich.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Herr Rossi am 07.11.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Härtere Strafen

    Das Gesetz ist grundsätzlich super. Diejenigen die es missbrauchen müssen empfindliche Strafen bekommen. Dann kann jeder davon profitieren, man muss nur fair miteinander umgehen.

    • pele am 08.11.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      herr rossi

      wäre ein schöner gedanke. aber fakt ist, dass ein unternehmer bei einer kündigung keinen grund angeben muss. somit ist diese freiwilligkeit sinnlos. da ändern höhere strafen leider auch nichts

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  • Piero am 07.11.2018 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Technologie ist sorgenfreier und billiger

    Es muss einmal gesagt werden in der heutigen Zeit der Technologie der Computer und des Fortschrittes wird die Arbeitskraft von menschlicher Hand immer mehr in den Hintergrund geraten in Zukunft werden nur hoch perfekt ausgebildete die imstande sind die neue höchst komplizierte neue Technologie und bereit sind weiter sich zu bilden eine Chance auf einen Lebens Job haben der überwiegende Arbeitnehmer teil wird wohl froh sein müssen trotz einfache Berufsausbildung oder Lehre einen unterbezahlten Job zu bekommen bald wird es heißen der Wirtschaft geht es gut Fortschritt ersetzt die Arbeitnehmer!!!

    • Ing. am 13.11.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Piero

      computer sind aber keine zahlenden Kunden.. das wird die Wirtschaft auch irgendwann kapieren (müssen)

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  • Realist am 07.11.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schwammiges Gesetz

    Unternehmer brauchen bei Kündigung keinen Grund bekanntgeben. Sollte ein Arbeitnehmer den 12 Stunden Arbeitstag verweigern, und der Unternehmer diesen früher oder später kündigt, so wird er sicher nicht bekanntgeben, dass dies aufgrund der Verweigerung des längeren Arbeitens hinausläuft. Es kann schon keine Freiwilligkeit sein, da man sich diesbezüglich rechtfertigen muss. Diese Regierung steht für Industrie und Wirtschaft und so handelt sie auch.

    • Kritischer Geist am 07.11.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Wer sich eine Regierung wünscht, die GEGEN die Wirtschaft agiert, sollte das offen sagen. Ich bin froh, eine Regierung zu haben, die sich um unsere Wirtschaftstreibenden kümmert, denn ohne diese gäbe es niemanden, der unseren Staat am Leben erhalten würde. Mit den alten marxistischen Klassenkampf-Parolen, mit denen man Neid auf Wohlhabendere geschürt hatte, lassen sich vielleicht noch ein paar pubertierende Pädagogik-Studentinnen überzeugen, mehr aber auch nicht.

    • Snens am 07.11.2018 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Warum braucht es ein 12h Tag Gesetz wenn es ja bis jetzt funktioniert? Die Wirtschaft wächst seit Jahren in Österreich. Ich bin der Meinung jetzt ist es endlich mal an der Zeit etwas für die Arbeitnehmer zu tun, weil die sorgen für das gute Wirtschaftswachstum. Stattdessen arbeitet die Regierung gegen uns einfache Arbeiter. Wenn ich den 12h Tag nicht akzeptiere und eventuell 50+ bin und gekündigt werden bekomme ich dann keinen Notstand mehr(wird ja abgeschafft) und kann mein ganzes Hab und Gut verkaufen um in der Mindestsicherung zu landen. Die Regierung setzt gerade die moderne Sklaverei um.

    • kritischer Geist am 07.11.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Snens

      Den Arbeitnehmern geht es nachweislich dann am besten, wenn die Wirtschaft floriert. Ihrer Logik zufolge müsste es den Arbeitnehmern in den 30er-Jahren am besten gegangen sein, denn damals lag die Wirtschaft am Boden. Falls es Ihnen noch gar nicht aufgefallen ist: Es sind die Arbeitnehmer, die den Wohlfahrtsstaat finanzieren müssen. Viele wären auf staatliche Almosen gar nicht angewiesen, wenn ihnen der österreichische Sozialstaat nicht jedes Monat die Hälfte ihres Einkommens abknüpfen würde.

    • Snens am 07.11.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

      @kritscher Geist

      Ich habe vorrausgesetzt Sie wüssten das ich das Wirtschaftswachstum ab 1955(also der 2. Republik) meine. Seit 1955 steigt die österr. Wirtschaft kontinuierlich. Auch letztes Jahr war wieder ein Anstieg. Jetzt die Frage: Warum sollte man etwas ändern wenn das System in der Praxis super funktioniert. Man verschlechtert jetzt die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer einfach damit die Unternehmer noch reicher werden können. Es könnte zwar theoretisch mehr erwirtschaftet werden aber den Preis dafür zahlen die Arbeitnehmer. Die Wirtschaft steigt auch ohne 12h Tag weiter an.

    • Wiener Blut am 07.11.2018 21:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      So ist es auch wieder nicht. Gegen eine Entlassung kann man klagen und wenn es keine ordentliche Begründung für sie Kündigung gibt muss der Arbeitnehmer wieder eingestellt werden. Ich war in dieser Angelegenheit selbst einige Male als Arbeitgeber beim Arbeits und Sozialgericht und habe meistens verloren.

    • Realist am 08.11.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Wiener Blut

      Ich arbeite bereits 37 Jahre in der Privatwirtschaft. Ich weiß wie Arbeitgeber bei Kündigungen vorgehen. Generell gibt es in Österreich keinen Kündigungsschutz, sogar im Krankenstand werden Arbeitnehmer gekündigt. Klagen kann man schon, nur wer wird den in dasselbe Unternehmen wieder zurückgehen, wenn man ohnehin schon abgeschossen worden ist, äusserst schlechte Prognose.

    • Ing. am 13.11.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      das ist das typische Unternehmergerede, gehts der Wirtschaft gut, gehts allen (worunter aber nur die Manager fallen, und nie die kleinen Arbeiter/Angestellten) gut. Es wird sich die Wirtschaft aber nicht bessern, wenn man in die falsche Richtung steuert. In anderen Ländern funktioniert eine Reduktion der täglichen maximalen Arbeitszeit auf 6h. Folge: höherer Ertrag für das Unternehmen, mehr Freizeit und höheres Wohlbefinden aller Angestellten. Sogar in Österreich haben sich ein paar wenige Firmen über diese 6h getraut.. mit positivstem Erfolg. Nur die Mehrheit ist zu blind..

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  • Steuerzahler am 07.11.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Abwärts geht es mit der Wirtschaft

    Abstieg Austria, bald gibts niemand mehr der hier freiwillig hackelt für den Staat und die, welche NICHT arbeiten und trotzdem Geld jeden Monat bekommen. Sorry aber langsam wird es kritisch für die österreichische Wirtschaft mit solchen Gesetzen gegen die Arbeitnehmer/innen.

    • Kritischer Geist am 07.11.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Steuerzahler

      Glauben Sie etwa immer noch den alten marxistischen Unfug, dass es einer Wirtschaft um so besser geht, je weniger man arbeitet? Sorry, aber dieser linkspopulistische Nonsens mag manchen zwar runter gehen wie Öl, wird aber durch den wirtschaftlichen Aufstieg von Ländern, in denen es längst flexible Arbeitszeiten gibt, klar widerlegt.

    • Steuerzahler am 07.11.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      wenn es 50 Jahre lang mit dem 8-10 Stunden Tag funktioniert hat, dass die AT Wirtschaft wächst, aktzeptiere ich als Familienvater nicht das ständige Kündigungsrisiko (Verweigerung 12h) und ebenfalls nicht, dass ich 3 Stunden weniger Zeit habe meine Kinder aufwachsen zu sehen. AT steht als Wirtschaftsstandort in Konkurrenz mit Ländern, in welchen bessere Anstellungsbedinungen geboten werden.

    • Kritischer Geist am 07.11.2018 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Steuerzahler

      Nein, Österreich steht als Wirtschaftsstandort in Konkurrenz mit Ländern, in denen es keine sozialistischen Parteien und Gewerkschaften gibt, die einem vorschreiben, wann und wieviel man arbeiten darf. Die ostasiatischen Ländern, die uns Europäern längst den Rang abgelaufen haben, wissen noch, dass Wohlstand nicht vom Himmel fällt sondern erarbeitet werden muss.

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  • Hackler am 07.11.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimme Zukunft

    Ich frage mich sowieso warum der Mensch soviel arbeiten und seine kostbare Zeit opfern muss? Wenn 6 Arbeitsstunden in anderen Ländern funktioniert,dann sollte das weltweit eingeführt werden. Dann gebe es auch nicht immer diese ausrede,andere überholen uns wirtschaftlich.

    • rudi am 07.11.2018 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      hackler

      denke dann hat man 12 stunden tag weil jeder 2 anstellungen je 6 stunden haben müsste um durchzukommen

    • merlin am 07.11.2018 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      hackler sorgt für schlimme Zukunft

      Wo funktioniert er denn, der 6-Stundentag, hm? Sollte es sich um China oder Korea handeln? Und was verstehst du unter "funktionieren" eigentlich?

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