#FairÄndern-Debatte

19. März 2019 17:07; Akt: 19.03.2019 17:13 Print

AKH-Primar verteidigt Spätabtreibungen

Die Bundesregierung möchte Spätabtreibungen nach dem dritten Schwangerschaftsmonat zur Gänze verbieten. Davor warnt AKH-Primar Peter Husslein.

APA Videoservice/ORF

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Während die österreichische Bundesregierung das neue Gesetz möglichst ohne viel Aufsehen beim Nationalrat durchbringen möchte, lenkt nun der Gynäkologe und Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Wiener AKH, Peter Husslein, die Aufmerksamkeit auf ebendiese Debatte. Indem er die jetzige Regelung verteidigt, spricht er sich für Spätabtreibungen und deren Akzeptanz aus.

Jetzige Regelung sichert Frauen Autonomie zu

In Österreich sind laut aktueller Regelung Schwangerschaftsabbrüche auch nach dem dritten Monat straflos, wenn "die ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt" sein wird. Entscheidet sich die Mutter dafür, die Schwangerschaft abzubrechen, weil sie befürchtet, mit der Situation nicht zurechtzukommen - oder nicht zu wollen - kann sie das tun.

FPÖ und ÖVP wollen diese Möglichkeit abschaffen. Unter dem Titel #FairÄndern haben die Parteien eine Kampagne gestartet, die fordert, dass Spätabtreibungen komplett verboten werden. Für die Kampagne haben bereits über 50.000 Personen unterzeichnet, darunter etwa FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer, der ehemalige niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und Kardinal Christoph Schönborn - "Heute" berichtete.

"In Wirklichkeit geht es darum, der Frau die Autonomie zu ermöglichen, wenn sie sagt: 'Mit dieser Situation kann ich einfach nicht umgehen'", so Husslein gegenüber "ZiB2". Bei einem überwiegenden Teil sei erst zu einem späteren Zeitpunkt feststellbar, ob das Baby gesund sei, oder nicht.

"Vervierfachung der Abbrüche"

Husslein warnt außerdem vor einem "Abbruchtourismus" ins Ausland - sollten Frauen hierzulande nicht mehr die Möglichkeit dazu haben, werden sie sich diese woanders suchen. In den Augen des Arztes wird sich außerdem die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche um ein Vielfaches erhöhen:

"Wenn diese Petition durchgeht und es nicht mehr möglich ist, einen Schwangerschaftsabbruch nach der 14. Woche zu machen, dann werden wahrscheinlich alle diese Kinder auf Verdacht hin abgebrochen werden, sodass es in Wirklichkeit zu einer – wahrscheinlich – Vervierfachung dieser Abbrüche kommen wird", so Husslein.

Im Mai soll im Parlament über das Thema diskutiert werden.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dac am 19.03.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine schwere Entscheidung

    Jede Frau hat das Recht abzutreiben, besonders wenn der Fötus eine schwere körperliche und geistige Behinderung aufweist. Ich habe 25 Jahre schwerst körper und Mehrfachbehinderte Kinder betreut. Diese Fälle, die mit aller Gewalt am Leben erhalten wurden bei Früh, Peri, und Postnatale Schädigungen. Künstliche Ernährung, Aspirationsgefahr, Erstickungs und Epileptische Anfälle an der Tagesordnung. Zusätzlich Cerebralparesen, ein Leben lang mit Schienenkorrekturen, OPs etc verbunden. Viele Familien sind an dieser Last zerbrochen und im Endeffekt kam das behinderte Kind ins Heim, spätestens dann wenn es in die Pubertät kommt und die Pflege immer aufwendiger und belastender wird. Niemand hat Recht über Leben oder Tod zu entscheiden, aber es gibt einen gewissen Punkt, wo die Natur eine Auslese trifft. Und hier sollten Frauen, die vor so einer schwerwiegenden und emotionalen Entscheidung stehen, beraten und unterstützt werden.

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  • denTan am 19.03.2019 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum eine Änderung?

    kein Wunder,dass bereits 3 Männer unterzeichnet haben,die in eine derartige Situation nie kommen werden,welche eine Abtreibung nötig macht; die Frau,die es sich dann nicht leisten kann dafür ins Ausland zu reisen riskiert dann vielleicht ihr Leben???

  • xyz am 19.03.2019 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spätabbruch akh

    also ich habe im Jänner mein Kind im 7ten monat tot zur welt gebracht (durch einen Spätabbruch!). Mein Sohn war leider schwer krank und hätte die geburt nicht überlebt. als ich das erfahren habe war ich seelisch am ende. GsD gab es die möglichkeit, denn für mich wär es viel schlimmer gewesen mitzuerleben wie sich mein kind zu tode quält.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Frosch am 20.03.2019 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Sollte das Kind schwer beeinträchtigt sein oder es das Produkt einer Vergewaltigung sein sollte die Mutter darüber entscheiden dürfen..

  • Franz Absberg am 20.03.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Änderung

    Die Geburt eines schwer behinderten Kindes ist nicht nur für die Eltern eine schwere Belastung sondern nach deren Tod auch für die Gesellschaft und selbst für das Kind mit einer ungewissen Zukunft.

  • YYYY am 19.03.2019 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    XXXX

    Bei einer schwerstbehinderung bestraft man Mutter und Kind wenn es auf die Welt kommen muß. Das soll eine jede famielie selber entscheiden können

  • Verärgert am 19.03.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Mit mir nicht

    Wenn ich erfahre das mein Kind Schwerstbehindert ist werde ich es nicht auf die Welt setzen. Da finde ich einen Weg , da kann die FPÖ u ÖVP sagen und machen was sie wollen.

  • Heimatland am 19.03.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwimmen die Felle davon?

    Wieviel kassieren er und seine Berufskollegen pro Spätabtreibung?