Wrabetz-Ende wird teuer

19. Februar 2018 10:37; Akt: 19.02.2018 12:33 Print

Bei Abwahl kassiert ORF-General 1,4 Millionen Euro

Mit dem Abgang von Stiftungsrat Franz Küberl ist es ÖVP und FPÖ möglich, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz abzusetzen. Was teuer käme.

 (Bild: Sabine Hertel)

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Schwarz-Blau verfügt nun über eine Zweidrittelmehrheit im ORF-Stiftungsrat. Grund dafür ist, dass Ex-Caritas-Chef Franz Küberl als Unabhängiger nicht mehr in den Stiftungsrat des ORF entsandt wird. Statt ihm soll Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbands, aus dem Publikumsrat in den Stiftungrat nachrücken. Statt vier wären dann fünf der neun Regierungsmandate im ORF-Stiftungsrat von der ÖVP bzw. ÖFP-nah besetzt. Vier bisherige SPÖ-Plätze übernimmt die FPÖ.

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Die neue Situation – 15 Mandate für die ÖVP, neun für die FPÖ – beschert der Regierung die Mehrheit im 35-plätzigen Stiftungsrat. Und damit die Möglichkeit, auch SPÖ-Mitglied und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz abzusetzen. Der "Standard" sieht neben der regelmäßigen FPÖ-Kritik an Wrabetz auch einen anderen Absetz-Grund: das 300-Millionen-Projekt am Küniglberg, wo das Studio saniert und umgebaut werden soll.

Extrem teure Ablöse

Die Absetzung wäre allerdings eine extrem teure – und würde Wrabetz spätestens dann zum Millionär machen. Wrabetz (und mutmaßlich auch die anderen ORF-Direktoren) hat sich in seinen neuen Vertrag festschreiben lassen, dass sein Gehalt "bis zum Ende der Funktionsperiode auszuzahlen" ist.

Wrabetz wurde 2016 wiedergewählt, er trat seine neue Funktionsperiode am 1. Jänner 2017 an. Er ist also knapp mehr als ein Jahr im Amt, die volle Funktionsperiode dauert fünf Jahre, endet somit am 31. Dezember 2021.

Rund 400.000 Euro im Monat

Eine Ablöse wird im Fall von Wrabetz damit teuer. Er verdient zwischen 400.000 Euro und 420.000 Euro im Jahr. Wird er Mitte des Jahres abgelöst, kassiert er (vollkommen legal und vertragskonform) rund 1,4 Millionen Euro und das auf einen Schlag. Müssen auch die Geschäftsführung und Direktoren gehen, wäre jeweils eine etwa gleich hohe Summe fällig.

Daran scheint es kaum etwas zu rütteln zu geben, denn wie es weiter heißt, würde auch ein neues ORF-Gesetz dies nur minimal verändern. Dann wäre die Auszahlung der Ablöse zwar begrenzt, aber immer noch zwei Jahre lang fällig.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidelinde am 19.02.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fern jeglicher Realität

    Das sind ungeheuerliche Summen an Geld , die dieser ORF bezahlt ! Er hat sich das im Vertrag festschreiben lassen ! Wer macht solche unverschämten Verträge ? Diese Gagen sind fern jeglicher Realität ! Unangebracht und unverdient an den Leistungen gemessen !

  • myopinion am 19.02.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    Ich hoffe es wird jetzt nicht nur endlos lange über die Abschaffung der GIS Gebühr und die Umstrukturierung von Personal beim ORF diskutiert um als Partei populär zu bleiben. Vielmehr hoffe ich, dass man das endlich mal durchzieht. Wrabetz ist jedenfalls verschwendetes Geld.

  • Tscheteri am 19.02.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Rund 400.000 Euro im Monat?

    So gesehen sind die 1,4 Mio Ablöse ja gar nix. Zur Info: Bundeskanzler Mag. Christian Kern (SPÖ): erhielt 21.889 monatlich x 14 Womöglich ist da irgendwo ein Komma Fehler...

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • HENRY 2018 am 24.02.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    ORF never ever.

    Wer hat diese Verträge unterzeichnet? Der soll das auch zahlen, GROTESK dieser Privilegienstadl

  • Karl Helm am 21.02.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Für keine Leistung so viel das darf doch nicht wahr sein.Aber ein Weiterverbleib wäre sicher noch teurer und das Programm würde nie besser.

  • Mama Renate am 20.02.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Plötzlich sind es jetzt 400k jährlich.

    Vorher stand da im Monat.

  • zimbo am 20.02.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    An den Kopierer mit ihm

    oder als Reinigungskraft.

  • teer und federn am 19.02.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin ihm nichts neidig

    österreich ist eines der reichsten länder der welt.das gesamtvermögen österreichs beträgt 1.317.478.885.000 eine billion, dreihundertsiebzehn milliarden, vierhundertachtundsiebzig millionen, achthundertfünfundachtzig tausend euro. das oberste prozent besitzt ein durchschnittliches vermögen von etwa 14 millionen euro (durchschnittlich!!!) durch unser steuersystem zahlen die ärmsten genausoviel steuer wie die reichsten. das oberste eine prozent bezahlt fast gar keine steuern. wrabetz ist ein nichts unter den reichen, dementsprechend freut er sich auf seine abfertigung.