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27. Juni 2019 08:25; Akt: 28.06.2019 09:44 Print

Anschlag auf Strache? Das sagt der V-Mann im Verhör

Auf Heinz-Christian Strache sollte offenbar ein Autobomben-Anschlag verübt werden, es wird ermittelt. Vernehmungsprotokolle des V-Mannes bringen neue Details.

Strache selbst soll von den Plänen im April erfahren haben. (Bild: picturedesk.com)

Strache selbst soll von den Plänen im April erfahren haben. (Bild: picturedesk.com)

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Am Dienstag wurde nach einem Bericht des "Kurier" bekannt, dass womöglich ein Autobomben-Anschlag auf den ehemaligen Vizekanzler und Ex-FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache verübt hätte werden sollen. Die Justiz ermittelt.

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Als Hauptverdächtiger gilt der albanisch-kosovarische Bujar B. Er wird von einem V-Mann des Verfassungsschutzes schwer belastet. Er solle ihm mehrfach 100.000 Euro für einen tödlichen Anschlag geboten haben und ihm darüber hinaus Orte genannt haben, an denen Strache sein Fahrzeug parkt.

Der V-Mann soll in einer Befragung durch die Polizei laut Protokoll, das dem "Kurier" vorliegt, gesagt haben: "Ich erklärte Bujar B., dass ich einen Abnehmer für eine solche Bombe hatte. B. wollte aber den Preis (50.000 Euro) nicht verhandeln, da er argumentierte, dass er ja schon zwei Bomben zum Preis für je 50.000 Euro nach Frankfurt verkauft hätte." So sollen die Anschlagspläne dem Bericht zufolge begonnen haben.

Später soll der V-Mann von dem Verdächtigen gefragt worden sein, die Autobombe selbst zu hinterlegen, um "damit gutes Geld (zu) verdienen".

In Moschee radikalisiert

Darüber hinaus gehe aus den Dokumenten des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz (LVT) hervor, dass der Verdächtige B. regelmäßig eine als "salafistisch-takfiristisch radikalisiert" geltende Moschee besucht habe. Dass er dort radikalisiert wurde, sei laut V-Mann denkbar. Bei einer fremdenrechtlichen Kontrolle im Juli 2018 wurde B. dort angetroffen.

B. wollte Strache zur Rechenschaft für die Schließung von sechs Moscheen und die schlechte Stimmung gegenüber Muslimen ziehen, heißt es zum Motiv.

Der Verdächtige wurde am 30. September 2018 in seiner Wohnung festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Faustfeuerwaffe gefunden. Wegen illegalem Waffenbesitz und eines Suchtgiftdelikts wurde der Mann zu einer unbedingten Haftstrafe von acht Monaten verurteilt.

Zu wenige Beweise

Der Verdächtige befindet sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Beweise für eine streng islamische Lebensweise konnten nicht gefunden werden. Auch bei der Auswertung der Handy-Daten konnten keine Hinweise auf eine radikalisierte Gesinnung ausgemacht werden, aber "eine deutliche Affinität zu Faustfeuerwaffen".

Der V-Mann beteuert bezüglich der Anschlagspläne die Wahrheit zu sagen. Der Verdächtige streitet die Vorwürfe allerdings vehement ab. Die Polizei soll wegen widersprüchlicher Aussagen "betreffend der Entlohnung für die Platzierung der Autobombe" Zweifel an den Angaben des V-Mannes hegen.

Der Verteidiger des Verdächtigen B., Wolfgang Blaschitz, will eine Verleumdungsklage gegen den V-Mann einbringen. Pläne über eine Autobombe seien dem Juristen zufolge "völliger Schwachsinn". Mit Gesprächen über eine Autobombe habe der V-Mann begonnen, B. habe alles abgelehnt und über Details sei niemals gesprochen worden.

Lesen Sie hier: Das sagt Strache zum Autobomben-Anschlag

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritischer Geist am 27.06.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    das Ibiza-Video hat gezeigt ..

    Das Ibiza-Video hat gezeigt, dass leider ein Teil der Österreicher solche Methoden gutheißt, wenn sie sich gegen rechte Parteien richten. Man empört sich über die angebliche Einmischung Russlands in die USA, aber wenn dubiose Gruppen mit illegalen Methoden hierzulande Wahlen beeinflussen, ist das in Ordnung. Weil bei so ziemlich allen Wahlen in Europa in den letzten Jahren die linken Parteien verloren und die rechten gewonnen haben, war es nur eine Frage der Zeit, wann man "mit anderen Methoden" als Wahlen Politik machen würde.

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  • Reschneder Pepei - Der Hellseher am 27.06.2019 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aussagen stimmen

    meiner Meinung nach! Der V-Mann, der scherzhaft "Die Klinge" in einer anderen Sprache genannt wird - weil er schon viele über die Klinge springen ließ, scheint vertrauenswürdig! Allerdings dürfte der Dealer nur ein Mittelsmann eines von langer Hand vorbereiteten und in Auftrag gegebenen und evtl sogar religiös-politisch motivierten Anschlags gewesen sein. Die FEIGEN Hintermänner, welchselbige womöglich auch für das inszenierte Urlaubsvideo verantwortlich zeichen, halten sich allerdings bedeckt! HC - die Stimme des Volkes - sollte MUNDTOT gemacht werden.

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  • Patrizia am 27.06.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Religion und Staat

    Wie weit darf eine Religion erlaubt sein, in der Menschen radikalisiert werden? Wo bleibt die Antwort von Politikern?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Reflektorin am 29.06.2019 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Strache und FPÖ

    Das ist alles nur Ablenken von Ibiza-Skandal. Man will die Österreicher vergessen machen, dass Strache ganz offen gesagt hat, dass er das Land an ausländische Oligarchen verkaufen will. Mir ist es auch völlig egal, wer hinter oder vor dem Video steckt. Niemand hat Strache und Gedenus gezwungen, solch kriminelle Absichten zu haben. Und sind bitteschön die Chefs der FPÖ! Und jetzt kommen solche Nachrichten. Man will die (ehemaligen) FPÖ-Wähler mit Verschörungstheorien bei Laune halten, bis man alles wieder vergessen hat. Bitte lasst euch nicht für dumm verkaufen!

  • Franz am 28.06.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Erstrangig sollte bedacht werden, dass es eine Straftat war die beiden so reinzulegen. Klar ist auch, dass ein Politiker niemals so reden sollte. Man kennt jedoch die Fragestellung nicht. Wohlweislich weggeschnitten weil dies entlastend sein könnte. Jetzt hat sogar ein Sebastian Kurz eingeräumt das Video könnte von der SPÖ Seite kommen.. Was eine noch größere Sauerei wäre als das Video an sich. Es wird ganz offensichtlich Überraschungen geben. Sollte man Strache strafrechtlich belangen muss man alle die das Video bereits kannten auch verfolgen da sie eine Straftat nicht angezeigt haben.

  • Ableidinger Susanne am 27.06.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Philippa Strache - Frau, Mutter, Löwin

    Ich bewundere mit welcher unbeschreiblichen Kraft die hübsche Mutter Philippa mit diesem neuerlichen Schicksalsschlag umgeht, der ihr beinahe den geliebtenMann genommen hätte - und ihrem Sohn Hendrik den fürsorglichen Vater. Angeblich will sie demnächst HEUTE ein Interview - als Ehefrau & Mutter - die mehr denn je in den letzten Wochen ihre FRAU stehen musste!!

  • Patrizia am 27.06.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Religion und Staat

    Wie weit darf eine Religion erlaubt sein, in der Menschen radikalisiert werden? Wo bleibt die Antwort von Politikern?

    • Hans Peter am 27.06.2019 21:40 Report Diesen Beitrag melden

      @ Patrizia

      Wie weit darf Politik gehen um Menschen nur Hass und Angst einzuflößen, was ist hier zu ihre Antwort.

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  • Reschneder Pepei - Der Hellseher am 27.06.2019 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aussagen stimmen

    meiner Meinung nach! Der V-Mann, der scherzhaft "Die Klinge" in einer anderen Sprache genannt wird - weil er schon viele über die Klinge springen ließ, scheint vertrauenswürdig! Allerdings dürfte der Dealer nur ein Mittelsmann eines von langer Hand vorbereiteten und in Auftrag gegebenen und evtl sogar religiös-politisch motivierten Anschlags gewesen sein. Die FEIGEN Hintermänner, welchselbige womöglich auch für das inszenierte Urlaubsvideo verantwortlich zeichen, halten sich allerdings bedeckt! HC - die Stimme des Volkes - sollte MUNDTOT gemacht werden.

    • Rambolt Toni - Der Polier am 27.06.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Hellseher

      Auch der V-Mann "Die Nadel" (ein ehemaliger Damenschneider) bestätigte Kontakt zwischen "Der Klinge" und dem Sisha-Typ

    • Rudi am 27.06.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Seher

      Eher die Stimme der Oligarchen oder ein missglücktes Drogengeschäft.

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