Innenministerium

12. Oktober 2011 20:29; Akt: 13.10.2011 03:03 Print

Die schrecklich nette Familie Kloibmüller

Der Vater des wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs verdächtigten Kabinettschef von Ministerin Johanna Mikl-Leitner ist einer der wichtigsten Disziplinarbeamten im Innenministerium. Das ist zwar nicht verboten, offenbart aber eine fatale Optik. Denn: JosefKloibmüller wurde in jener Zeit befördert, als sein Sohn Michael Personalchef war.

Fehler gesehen?

Keine Frage: Vater Josef hatte sich seinen Magister-Titel hart erarbeitet.Das Jus-Studium absolvierte er neben seiner Tätigkeit als Landgendarm in Vöcklabruck (OÖ). Aber ausgerechnet sein Sohn Michael war in den Jahren 2004 und 2005 Personalchef im Innenministerium - und machte Papa Josef zum Leiter einer Disziplinarkommission.

Heute entscheidet Vater Josef Kloibmüller als Chef des „Senat 4“ über Strafen gegen Polizisten. Auch Versetzungen und Suspendierungen gehören zu seinem täglich Brot. Gegen seinen mächtigen Sohn Michael ermittelt der Staatsanwalt Brisant: Vater Josef könnte Einfluss auf den Fall seines Sohnes ausüben.Gegenüber „Heute“ mutmaßen Polizisten aus Oberösterreich und Wien unisono: „Vater und Sohn sprechen sich in Personalfragen ab.“

Das Ministerium dementiert das. Wahrscheinlich auch ein Zufall: Vater Josef muss nicht nach Wien pendeln, um seine bedeutende Funktion ausüben zu können. Er arbeitet von einem Büro in Weyregg am Attersee aus - Seeblick inklusive. Auch wenn nichts Strafbares vorliegt und für alle Genannten die Unschuldsvermutung gilt: Die Optik ist schief.

Robert Loy

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