Eurobarometer

25. April 2019 14:11; Akt: 25.04.2019 17:36 Print

Jeder fünfte Österreicher will die EU verlassen

In Österreich will jeder Fünfte die EU verlassen. Das zeigt eine Umfrage des Europaparlaments.

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Jeder Fünfte hat die Nase voll: 21 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen würden einen Austritt aus der Europäischen Union befürworten. Das zeigt die Eurobarometer-Umfrage im Auftrag des Europaparlaments.

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Damit hat Österreich in der ganzen Union den drittgrößten Anteil an Austrittsbefürwortern – nach Großbritannien und Tschechien.

Interessant: In Großbritannien, wo der Austritt bereits beschlossene Sache ist, sprechen sich laut der Umfrage "nur" noch 37 Prozent entschieden für einen Austritt aus der EU aus. In Tschechien will knapp jeder Vierte (24%) die EU verlassen.

25- bis 39-Jährige größte Öxit-Fans

57 Prozent der Österreicher wollen in der EU bleiben, 22 Prozent sind unentschlossen – auch dieser Wert ist im Vergleich zur restlichen EU-Bevölkerung überdurchschnittlich hoch.

Am EU-kritischsten zeigen sich in Österreich Personen zwischen 25 und 39 Jahren – in dieser Altersgruppe sind nur 53 Prozent für einen Verbleib in der EU. Die Jüngeren (15 bis 24 Jahre) sind dafür umso EU-treuer – zwei Drittel von ihnen wollen nichts von einem Öxit wissen.

Im Schnitt hohe Zufriedenheit

Über alle EU-Länder gesehen, haben die Austrittsbefürworter eine Stärke von 14 Prozent, weitere 18 Prozent können sich nicht auf eine Position festlegen. 68 Prozent der Menschen halten der EU die Treue.

Ebenso viele gaben in der Umfrage an, dass sie der Meinung sind, dass ihr Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert habe. Aus Sicht des Europäischen Parlaments ist das ein exzellenter Wert: Die Zufriedenheit sei so hoch wie noch nie seit 1983, heißt es in einer Aussendung. "Im Kontext der allgemeinen Verunsicherung zu den andauernden Brexit-Verhandlungen und deren unsicheren Ausgang, schätzen die EU-BürgerInnen wieder deutlich klarer die Sicherheit, die ihnen die EU bietet", so das Fazit.

Wählen für die Zukunft der Kinder

Das Büro des Europäischen Parlaments nutzt die Gelegenheit gleichzeitig auch, um mit einem Kampagnenfilm zur Teilnahme an den Europawahlen aufzurufen. "Heute komme ich auf die Welt, wie tausende Kinder in ganz Europa", hört man darin die Stimme eines Kindes. Wie die Welt, in der es aufwachsen wird, wohl aussehen wird?, fragt es sich.

Die Message: Jedes Kind, das geboren wird, sei ein weiterer Grund, die Welt – und Europa – mitzugestalten.

"Wir können die globalen Herausforderungen von heute weder einzeln, noch auf nationaler Ebene lösen, aber dafür können wir in Europa gemeinsam den Weg weisen. Dies macht die Europawahlen umso wichtiger", schreibt die Pressestelle.

Als wichtigste Themen im EU-Wahlkampf sehen die Österreicher und Österreicherinnen laut der Befragung den sozialen Schutz der EU-Bürger, den Kampf gegen den Klimawandel sowie die Einwanderungsthematik.

Für die Umfrage wurden europaweit 26.966 persönliche Interviews durchgeführt. In Österreich wurden 1.024 Personen befragt. Hier geht es zu den detaillierten Resultaten für Österreich >>>

Das sind die österreichischen Spitzenkandidaten für die EU-Wahl:

Spitzenkandidaten der EU-Wahl 2019

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(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 25.04.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn endlich....

    dass eingehalten wird was versprochen wurde, werden die Österreicher auch wieder EU-munterer bzw. freundlicher! ;) Die österreichische Neutralität bleibt unantastbar...die Pensionen bleiben auf hohen Niveau bestehen... eine erhöhte Kriminalität ist durch die Osterweiterung nicht zu erwarten...wenn wir den eigenen Grenzschutz aufgeben, werden dafür die EU-Außengrenzen umso besser geschützt... wenn wir den Euro nehmen wird dieser genau so hart wie der Schilling oder die DM sein... kein Land haftet für ein anderes !.......

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  • Max Mustermann am 25.04.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ja zum Ende der EU

    Es ist sowieso nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich dieses aus vielen logischen Gründen nicht funktionierende Kunstgebilde EU, dessen Idee offensichtlich einem sehr kranken Gehirn entsprungen ist, von selbst auflösen muß. Den Briten ein großes Lob und ein Danke, daß sie einen ersten Schritt gemacht haben.

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  • Mal ehrlich am 25.04.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Welch wunder

    Klar, dass die jungen Erwachsenen am kritischsten Sind. Es ist schließlich ihre Zukunft, die für die Fehler der SPÖ & Grünen den Bach runter geht. Kein Wunder, dass 90% der Jungunternehmer das Land verlassen. Aber danach schreien die Roten wieder, dass es zu wenig Jobs gibt. Mir egal, wenn es hier ein Horror ist ein Unternehmen zu gründen und groß zu machen, gibt es genügend andere EU Länder

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kuma am 27.04.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eher jeder 2-3

    eher jeder 2-3 die haben einfach die falschen befragt und wann wurde die unfrage gemacht?

  • Wm am 26.04.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Die UmfrageWerte passen, Die Jungen bis 24 haben bis jetzt nix gearbeitet nur studiert und sind von den SystemLehrern beeinflusst. Von 25 bis 40 die haben Arbeitserfahrung und noch eine schöne Zeit bis zur Pension. SIE müssen in diesem System mit Arbeit hochhalten und Steuer zahlen, während die älteren Arbeitnehmer keine Veränderung MEHR haben wollen, zahlen doch immer die Pensionbezieher drauf. SO LEICHT IST ES ERKLÄRT

  • Wm am 26.04.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Ich wähle gegen die Eu mit ihren Plänen der Eu Armee, vergemeinschaftete Schulden Eurobonds, einen FinanzLänderausgleich wie in Deutschland und gegen einen Zentralstaat Eu. Weiters verstehe ich nicht wie jemand das alles seinen Kindern antun kann

  • Wahrsager am 25.04.2019 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Im Volk sieht es nachweislich anders aus

    Ich denke, die sogenannten repräsantiven Umfragen sind kaum aussagefähig. Man bedenke, dass die Medien von EU-freundlichen Politikern beeinflusst werden und bereits jetzt schon (direkt oder indirekt) von Brüssel gesteuert werden...

  • Roland am 25.04.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    20% ist nicht viel

    Die 20% die die Eu verlassen wollen sind wohl alle Heute Leser. Da kann man sehr viel daraus ableiten.