Politstreit

24. Juni 2019 09:15; Akt: 10.07.2019 16:01 Print

FPÖ greift Kurz an und spekuliert mit Platz 1

Nachdem für Ex-Kanzler Kurz eine Neuauflage der Koalition mit der FPÖ derzeit eher unwahrscheinlich ist, reagiert man in der FPÖ mit Attacken.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker greift die ÖVP an. (Bild: picturedesk.com)

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker greift die ÖVP an. (Bild: picturedesk.com)

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Das Sommergespräch von Ex-Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz am Samstag schlägt Politwellen. Gefragt nach einer möglichen Neuauflage der türkis-blauen Koalition nach den Neuwahlen im Herbst erklärte Kurz: "Im Moment habe ich leider das Gefühl, dass bei Teilen der FPÖ nicht die richtigen Lehren aus dem Video und den Inhalten gezogen werden und dass sich Teile der FPÖ da in eine sehr negative Richtung und eine sehr radikale Richtung entwickeln. Mal schauen, welcher Zugang sich am Ende des Tages in der FPÖ durchsetzt."

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"Ultralinke Koalition"

Dies lässt die FPÖ schäumen, die in der Aussage etwas erkennen will, das Kurz gar nicht erwähnt hat: Der Ex-Kanzler steuere "in eine Koalition mit den Grünen", so FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Die ÖVP "legt damit den Rückwärtsgang ein" und Kurz bastle "schon fieberhaft an einer neuen, diesmal ultralinken Koalition mit den Grünen und/oder den NEOS".

Generell attestiert die FPÖ, dass "jeglicher erfolgreicher Reformschritt der letzten eineinhalb Jahre" eine "deutliche Handschrift der Freiheitlichen Partei" zeige. Die ÖVP habe dagegen versucht, "Konzepte anderer Parteien zu kopieren". In Österreich würde ein linksliberaler Kurs wie in Deutschland eingeschlagen, so Hafenecker.

FPÖ am Weg zu Platz 1?

Kurios: Während Polit-Umfragen die FPÖ derzeit auf Platz 3 sehen, spekulieren die Freiheitlichen in Hafeneckers Aussendung mit Platz 1 bei den Wählern. "Es geht mit voller Kraft zurück in die 'Mitterlehner-Doktrin'. Dass eine derartige Rückentwicklung der ÖVP, die FPÖ, wie schon damals, zur stärksten Kraft im Lande machen würde, nehmen wir selbstverständlich so zur Kenntnis", so Hafenecker.

Kurz hatte der FPÖ auch vorgeworfen, dass einigen Politikern in der Partei die Einsicht fehle, die Lehren aus dem Ibiza-Video zu ziehen. "Das Schlimme war diese Offenheit für Korruption, die Bereitschaft Steuergeld zu missbrauchen, um der Partei einen Dienst zu erweisen", so Kurz. Anders sieht es die FPÖ: Man habe "natürlich" die Lehren gezogen, "konsequent gehandelt und sich einzig und allein der Fortsetzung des Reformprojektes verschrieben".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pauli 1100 am 24.06.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Überschätzung

    Kurz überschätzt sich. Wer gewählte Regierungen auf solche Art und Weisen "putscht" - hat keine echte politische Zukunft.

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  • Mandy am 24.06.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben die heutigen Politiker

    Die Politiker sind eigentlich die Angestellten des Volkes. Warum können die sich eigentlich aussuchen, mit wem sie Arbeiten wollen. Ein Arbeiter in der Arbeit, muss auch mit dem Kollegen zusammen arbeiten, dem im der Chef hinsetzt. Nur die Politiker, die können alles, suchen sich aus, was sie wollen. So nicht, das Volk wählt und so wie gewählt wird, muss die Koalition zusammengesetzt werden. z.B. Türkis die meisten Prozente und Blau die 2 meisten Prozenten, dann ist die Koalition Türkis/Blau und nicht was sich die türkisen aussuchen möchten, sind wir bei einem Wunschkonzert.

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  • Hagen Creutz am 24.06.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Positives Denken

    Schön und gut. Ich bin zwar bekennender FPÖ-Wähler, aber ich denke da ist Hafenecker wohl etwas zu optimistisch.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • manola am 25.06.2019 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nur seine Meinung

    Ist nur seine Meinung denn der Hr. Hofer sieht das realistischer und tätigt nicht solche Aussagen .

  • Anti Links am 24.06.2019 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie auch immer

    Angesichts der Leistungen der letzten Regierung sollte zumindest trotz der Linken Hetzmedien klargestellt sein, dass es einen Vorzugsstimmen-tsunami für den besten Innenminister (KICKL) der 2. Republik geben wird.

  • musste wirklich aufpassen am 24.06.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    dass ich mich ob der schlagzeile

    auf dieser seite nicht nass mache. ... "spekuliert mit Platz 1" ist doch ein sehr gewagter witz des monats. meint die fp dass die österreicher derart an gedächtnisschwund leiden oder bis zum 29.9. das große vergessen ausbricht ?

  • Franzkatt am 24.06.2019 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Jetzt begreifen es auch FPÖler ,dass man mit der ÖVP nicht regieren kann. Den die ÖVP hat es sich zu eigen gemacht: Alles tanzt nach meiner Pfeife.

  • Andreas am 24.06.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sommerkabarett

    Treten Sie näher, kommen Sie heran. Auf Grund der großen Hitze schon im Juni: Das politische Sommerkabarett ist eröffnet. Erster Stargast: Christian Hafenecker mit dem Sensationsprogamm: "Make Blue the Great Number One again!" Und demnächst in diesem Theater: Pamela&Hans-Peter mit "Miteinander oder Gegeneinander. Das ist hier die Frage."

    • Es kann nur am 24.06.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      eine Nummer eins geben ;)

      Selbst wenn Sie als Nummer 2 ins Ren en geht. Aber lassen Sie mich eines mit Sicherheit sagen die blauen sinds bestimmt nicht ;)

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