Johann Gudenus

05. Oktober 2018 08:03; Akt: 05.10.2018 10:12 Print

FPÖ will mit Gottes Hilfe die Ehe "retten"

von Uta Hauft - Die "Ehe im klassischen Sinn soll Mann und Frau vorbehalten bleiben", sagt FP-Klubchef Johann Gudenus zu "Heute".

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus. (Bild: picturedesk.com/APA)

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus. (Bild: picturedesk.com/APA)

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In Sachen "Ehe für alle" sei die FPÖ mit Kardinal Schönborn "einer Meinung", sagt Klubchef Johann Gudenus. Er will die ÖVP zu "Gesprächen" einladen.

Umfrage
Soll die Ehe für Homosexuelle in Österreich geöffnet werden?
41 %
7 %
52 %
Insgesamt 2792 Teilnehmer

Ehe für alle? Die Antwort schien fix. Der Verfassungsgerichtshof hatte bereits am 4. Dezember 2017, vor einem Jahr also, geurteilt: Dass in Österreich nur Hetero-Paaren die Ehe erlaubt ist und nur Homo- Paaren die eingetragene Partnerschaft, verstößt gegen das Diskriminierungsverbot.

Und im heurigen September? Da stellte dann Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) klar, diese Entscheidung zu respektieren. Spätestens am 1. Jänner 2019 sollte die „Ehe für alle“ in Österreich Realität werden.

FPÖ dagegen
Die FPÖ sieht den Fall aber anders. Sie will bis 2019 einen verfassungskonformen neuen Vorschlag ausarbeiten, sagte Klubchef Johann Gudenus am Donnerstag zu „Heute“. In diesem Zusammenhang verweist er „auf einen diesbezüglichen Beschluss des freiheitlichen Parlamentsklubs, dass die Ehe im klassischen Sinne Mann und Frau vorbehalten bleiben soll“.

Kirche und FPÖ einer Meinung
Gudenus sieht sich hier auch mit Kardinal Schönborn „einer Meinung". Als Vorsitzender der Bischofskonferenz am Donnerstag die Regierung ersucht, den klassischen Ehebegriff beizubehalten.

Es gehe bei der Ehe „entscheidend“ um die „Weitergabe des Lebens“, so der Kardinal. Und: „Das Höchstgericht hat den Bezug auf Mann und Frau gestrichen, aber stehengelassen, dass das Paar gemeinsam Kinder zeugen will.“ Auch für Gudenus ist die Ehe dazu da, „für Nachwuchs zu sorgen“, auch wenn dies real „nicht immer der Fall“ sei.

Er fordert nun den Koalitionspartner auf, zusammenzuarbeiten: „Wir laden daher den ÖVP-Parlamentsklub ein, gemeinsam an einer verfassungskonformen Lösung in diese Richtung zu arbeiten.“ Wo ein Wille, da auch ein Weg?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Korbi am 05.10.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ewig gestrige

    Die Regierung mit der Einstellung wie vor 80 Jahren trifft auf die Kirche mit der Einstellung wie vor 80 Jahren. will die Regierung Österreich jetzt auch wieder in deutsch-Österreich umbenennen? war ja damals auch so.

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  • Bernd Schuster am 05.10.2018 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aja

    Die rettet ma anderst. Wenn das geändert wird das ein Ehepartner kein Arbeitslosengeld etc bekommt kann ma ja Heiraten .Aber wie komm ich dazu falls meine Frau Arbeitslos wird alles zu bezahlen ? Da habe ich lieber eine Lebensgemeinschaft und in der Pension Heirate ich dann da bekommts auch ne witwen Pension

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  • Knut Randauch am 05.10.2018 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mich wundert, daß in der

    Umfrage der Egal-Balken nicht länger ist. Wer wen heiratet, und wenn ja, warum nicht, ist doch echt ein Streit um des Kaisers Bart.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Pavel am 06.10.2018 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    @FPÖ

    Die haben wohl zu viele Märchen gelesen und Disney Filme gesehen.

  • Oswald v Wolkenstein am 06.10.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bibeltaliban

    Was hat ein Kardinal mit der österreichischen Gesetzgebung zu tun? Wollen die Blauen Bibeltalibal Österreich zu einem Gottesstaat a lá Saudi-Arabien machen wo erst hinterfrage wird, ob etwas ins religiöse Weltbild passt, bevor es beschlossen wird? Was kommt als Nächstes? Steinigung von Ehebrechen, wie in der Bibel vorgesehen?

  • Wer einen Religionsdiener dafür findet am 05.10.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    kann ja die Partnerschaft segnen lassen

    Um den linken Unruhestiftern und Landfriedensbrechern den Boden zu entziehen, wäre es angezeigt, die staatliche Verpartnerung ("Ehe") generell abzuschaffen. Erbschaftsprivilegien unter nicht-blutsverwandten sind sowieso unangebracht, Kleinigkeiten wie das Recht, einen Ehepartner im Krankenhaus besuchen zu dürfen, sind ein Kellerwitz (das verfügt der Patient sowieso selber; wenn er die Alte/den Alten nicht sehen will, kreuzt er "nein" an). Da täten die Heiratslustigen deppert schauen, wenn am Standesamt das Taferl hängen tät "wegen Geschäftsauflösung geschlossen".

    • Ein Gast am 05.10.2018 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Etwas wirr...

      Was genau hat die Ehe oder Verpartnerung jetzt mit Links oder Rechts zu tun ?? Und warum sollen Blutsverwandte bevorzugt werden ? Mit einem Ehepartner verbindet einem im Allgemeinen mehr als mit Verwandten.

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  • helmar am 05.10.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe FPÖ....

    legt euch lieber nicht mit der Kirche ins Bett. Da liegt nämlich schon die ÖVP und ihr bekommt, wenn ihr brav seid, höchstens die Besucherritze.....ja, und noch was....von wo ist einer eurer leuchtensten Politiker gekommen als er alkoholisiert verunglückte?.......Es werden recht wenige sein welche als Homosexuelle eine Ehe schließen wollen. Die tun niemandem was.......aber bleibt bei einem Schächtverbot dran!

  • ice ice am 05.10.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Arrg.

    Klassische Ehe? Welches Recht? Römisches? Athenisches? Babylonisches? Altägyptisches? Und wenn römisches Recht, Manusehe? Oder Gewohnheitsehe? Vertragsehe? Sagt man den Vons nicht ein besonderes Geschichtsbewußtsein nach? Dann sollte er auch wissen, daß es keine Ehe im "klassischen" Sinn gibt.

    • Heimatland am 05.10.2018 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ice ice

      Ihr Geschichtswissen ist auch nicht so weit her, sonst wüssten Sie, dass bei uns das Römische Recht am Ende Spätmittelalters das Germanische Recht großteils ablöste und alle anderen von Ihnen genannten Rechtssysteme für uns irrelevant sind. Und den Begriff "Klassische Ehe" zu verstehen ist keine besondere intellektuelle Herausforderung.

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