IGGÖ

14. August 2018 07:53; Akt: 14.08.2018 10:05 Print

Favoritner Imam wurde das Predigen verboten

Wieder Wirbel um Handyvideos aus einer Favoritner Moschee: Szenen sollen zeigen, wie Prediger gegen "Ungläubige" hetzen. Die IGGÖ greift nun ein.

Muslime beim Beten. (Bild: iStock/Symbolbild)

Muslime beim Beten. (Bild: iStock/Symbolbild)

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In den besagten Handyvideos soll zu sehen sein, wie drei Prediger in der Wien-Favoritner Attaysir-Moschee radikale Ansichten vertreten. Unter anderem sollen sie Sympathien für die Terrororganisation Islamischer Staat und Hetzparolen gegen "Ungläubige" geäußert haben. Etwa: "Es ist wie die Niederwerfung vor dem Kreuz. Für Allah schlimmer als Alkohol trinken oder töten" hieß es dazu, dass Christen nicht zu kirchlichen Festen gratuliert werden dürfe.

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Aufgeflogen war der Fall nach einer Anzeige der FPÖ. Mittlerweile ermittelt auch der Verfassungsschutz. FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus befürchtet, dass der Fall nur die Spitze des Eisbergs ist und auch in anderen Moscheen radikale Prediger auftreten könnten. Gudenus frage sich zudem, warum erst reagiert werde, nachdem man solche Vorfälle anzeige und öffentlich mache. "Diese Hassprediger ruinieren die jahrelange, zeit- und kostenintensive Integrationsarbeit Österreichs in kürzester Zeit. Wer sich hier nicht klar dagegenstellt oder das sogar noch fördert, kann nicht unser Partner sein", hatte Gudenus bereits vor kurzem erklärt.

Nun meldet sich die Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zu Wort. "In den Moscheen, die der islamischen Glaubensgemeinschaft zugeordnet sind, darf es zu keinen radikalen Aussagen kommen. Die Glaubensgemeinschaft hat bereits entsprechende Schritte eingeleitet und der betreffenden Person ein präventives Predigtverbot erteilt, bis die genauen Umstände abgeklärt sind", so Präsident Ibrahim Olgun.

Dauerhaftes Verbot in Aussicht gestellt

Klar sei bereits, dass es sich "bei dieser Person um keinen bei der IGGÖ offiziell gemeldeten Imam handelt". Die IGGö will nun die Aufnahmen untersuchen, denn es handle sich um zugeschnittene Szenen, deren Gesamtkontext erst analysiert werden müsse. "Sollten radikale Inhalte, Äußerungen und Tendenzen tatsächlich festgestellt werden und sich die Vorwürfe erhärten, wird die Glaubensgemeinschaft sofort reagieren und als logische Konsequenz derjenigen Person ein dauerhaftes Predigtverbot in allen IGGÖ-Moscheevereinen erteilen", so Olgun.

Die IGGÖ weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie "derzeit an einem österreichischen Ausbildungsprogramm für Imame" arbeite. Diesbezüglich hält Olgun fest: "Eines unserer zentralen Ziele ist es, dass Imame, die unsere Moscheevereine betreuen, auch in Österreich ausgebildet werden. In der Ausbildung sollen neben religiösen Inhalten natürlich auch demokratische Grundwerte und Menschenrechte ihren Platz finden. Die Umsetzung wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, jedoch sind wir davon überzeugt, dass dies der richtige Weg für die Zukunft ist."


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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EsReicht am 14.08.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Checken es nicht oder?

    Es wird sich solange daran nichts ändern bis diese Leute aus unserem Land verschwinden.. Im sicheren Westen leben, soziale Leistungen genießen, westliche Produkte konsumieren aber auf der anderen Seite gegen uns aufhetzen? Verbieten, drakonische Strafen, Ausweisen und lebenslanges Einreise und Aufenthalt Verbot.. Was ist daran so schwer?

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  • Kritischer Geist am 14.08.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    wenn wir nicht ...

    Wenn wir nicht endlich eine offene Diskussion über den Islam und seine Glaubensinhalte führen - und zwar ohne politisch korrekte Sprech- und Denkverbote - dann werden wir noch einiges erleben müssen. Wieso gelingt dem aufgeklärten Europa, in dem das Christentum schon vor Jahrhunderten kritisiert wurde, kein kritischer Umgang mit dem Islam. Wieso braucht es all die Sprechregelungen, die uns verbieten, den Islam als das zu bezeichnen, was er ist? Weil sich Zuwanderer beleidigt fühlen könnten? Oder weil ein paar Linke sich zum Fürsprecher von Allem aufspielen, was aus dem Ausland zu uns kommt?

  • Gunti eli am 14.08.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein sehr angenehmer glaube

    Nur in den Moscheen darf es keine radikalen Aussagen geben, also sonst ist es natürlich erwünscht? Schön das sie ihn kurz beurlaubt haben.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • DieAngstMussGrossSein am 14.08.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Finde den Fehler

    Patrioten wird der Prozess gemacht, aber Vereine wie IGGÖ, oder ATIB getraut man sich nicht mal mit Samthandschuhen anzufassen.

  • Religionsverbot Jetzt!! am 14.08.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    "Terroristengemeinschaften"

    Komisch, dass den Verantwortlichen das nie auffällt. Erst wenn es ans Tageslicht kommt.

  • Southpaw am 14.08.2018 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage:

    Brauchen wir in Österreich Imane?

    • Rorschach am 14.08.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Imane? Was ist das?

      Fangen wir erstmal damit an...

    • Kritischer Geist am 14.08.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Rorschach

      Ob wir wirklich die Zeit haben, uns weiter über Formalismen zu kümmern oder ob es nicht endlich an der Zeit wäre, über Inhalte zu sprechen, das kann sich jeder selbst überlegen. Aber so lange man über die Form des Gesprochenen spricht, muss man nicht über Probleme sprechen, die nur dadurch entstanden sind, dass man viel zu lange eben NICHT sprechen durfte.

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  • crismo am 14.08.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    Der geht zu Gericht und schon darf er weiter machen , so schauts aus

  • fözköck am 14.08.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr in Verzug

    komisch dass dagegen niemand auf die Strasse geht; Nur wenn es parteipolitisch etwas bringt dann rafft man sich auf....