Häupl interimistisch SPÖ-Chef

09. Mai 2016 13:27; Akt: 17.05.2016 03:40 Print

Faymann-Nachfolger steht nächsten Dienstag fest

Die überraschende Rücktrittserklärung Werner Faymanns als SPÖ-Parteichef und Bundeskanzler kam nach einem Treffen mit den SPÖ-Landesparteichefs im Bundeskanzleramt. Jetzt startet die Führungsdiskussion. Bereits am kommenden Dienstag soll ein Nachfolger fixiert werden.

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Die überraschende kam nach einem Treffen mit den SPÖ-Landesparteichefs im Bundeskanzleramt. Jetzt startet die Führungsdiskussion. Bereits am kommenden Dienstag soll ein Nachfolger fixiert werden.

 

"Dieses Land braucht einen Kanzler, wo die Partei voll hinter ihm steht. Die Regierung braucht einen Neustart mit Kraft. Wer diesen Rückhalt nicht hat, kann diese Aufgabe nicht leisten", sagte Faymann Montagmittag in seiner kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zum Abschied. Doch wer wird Faymann als SPÖ-Vorsitzender ablösen?

Fix ist: Bis zum nächsten Parteitag soll der Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl, der erst gegen Mittag von Faymanns Entscheidung erfuhr, die SPÖ führen. Das wird aber bald sein: Denn bereits am kommenden Dienstag, 17. Mai, soll der neue SPÖ-Chef von einem Parteivorstand fixiert werden.

Parteitag am 25. Juni

Ein Termin für einen vorgezogenen Parteitag wurde nach der montäglichen Sitzung des Parteivorstandes fixiert: Am 25. Juni soll der neue Kanzler und SPÖ-Chef dann offiziell gewählt werden. Auch ein neues Parteiprogramm soll entschieden werden. Dafür hat Häupl eine Mitglieder-Befragung angekündigt.

Wer Faymann als Kanzler nachfolgt, ist noch völlig offen. Der 56-Jährige war der am viertlängsten amtierende Kanzler der Zweiten Republik.

Zur Diskussion stehen einerseits ÖBB-Manager Christian Kern (50). Ihm wird zweifelsfrei eine politische Begabung nachgesagt, daran zweifelt in der Gewerkschaft niemand. Doch ob er ausreichend Unterstützung für einen Wechsel an die SPÖ-Spitze bekommt, steht noch nicht fest.

Ebenfalls ein heißer Anwärter ist Medienmanager Gerhard Zeiler (60). Zeiler hat bereits öffentlich erklärt, bereit zu sein, die Führung der angeschlagenen Partei zu übernehmen. Der gebürtige Ottakringer hat eine steile internationale Karriere als Medienmanager gemacht, genießt vor allem in seiner Heimatstadt Unterstützung.

Aber auch Managerin Gitti Ederer oder der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser sind jetzt als Nachfolger im Gespräch.

Faymann hatte seine Entscheidung bis zuletzt relativ geheim gehalten. Auch hohe Gewerkschafter, wie AK-Präsident Rudolf Kaske, waren von seinem Rücktritt überrascht.

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