Austro-Alleingang?

06. September 2018 11:05; Akt: 06.09.2018 11:09 Print

Finanzminister will Online-Werbeabgabe einführen

Dadurch sollen IT-Giganten wie Facebook und Google in Europa stärker besteuert werden – eine solche Maßnahme träfe aber auch heimische Unternehmen.

Finanzminister Hartwig Löger im Rahmen eines Ministerrats Ende August 2018. (Bild: Karl Schöndorfer, picturedesk.com)

Finanzminister Hartwig Löger im Rahmen eines Ministerrats Ende August 2018. (Bild: Karl Schöndorfer, picturedesk.com)

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Internet-Riesen wie Google und Facebook verzeichnen jährlich gigantische Umsätze – zum großen Teil auch aus Werbung, die in ihren Onlineangeboten geschalten wird. Die Europäische Union will ebenfalls ein Stück dieses Kuchens und plant diese Einnahmen in Zukunft zu besteuern. Wie das konkret durchgeführt werden soll, ist allerdings noch strittig.

ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger prescht jetzt vor und ließ am Mittwoch mit einem Kompromissvorschlag aufhorchen: Sollte man sich auf europäischer Ebene nicht einigen können, könnte Österreich kurzfristig eine eigene Online-Werbeabgabe einführen.

Kompromiss: Drei statt fünf Prozent

Konkret soll die bestehende Werbeabgabe künftig auch auf das bisher steuerfreie Webangebot ausgedehnt werden, dafür aber insgesamt nur 3 Prozent betragen. Eine solche Besteuerung würde allerdings nicht nur die US-Giganten treffen, sondern auch heimische Angebote, wie auch "heute.at".

Derzeit ist klassische Werbung (Print, TV, Radio und auf Plakaten) mit 5 Prozent besteuert. Jährlich werden so etwa 110 Millionen Euro in die Staatskassen gespült.

Nur temporäre Lösung?

Beim Informellen Treffen der EU-Finanzminister in Wien am Freitag und Samstag wird die Besteuerung der Digitalen Wirtschaft ein wichtiges Thema sein. Die Besteuerung der digitalen Umsätze sei eine temporäre Lösung. Langfristig müssten neue Regeln für die Körperschaftsteuer eingeführt werden, heißt es in einer Mitteilung des Finanzministeriums.

Widerstand gegen das Vorhaben der EU kommt naturgemäß aus den USA, wo etwa Google und Facebook beheimatet sind. Aber auch innerhalb der Union sind mehrere Länder, darunter Irland, gegen eine solche Reform.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ichlebenoch am 06.09.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Melkkuh Volk, eine unendliche Geschichte

    Und wie immer und überall wird es auch hier in gewissen Abständen Steigerungen geben die schlussendlich das Volk bezahlt.

  • Marco am 06.09.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ich als ein Mann Betrieb zahle 20% MwSt, 34% Sozialversicherung, 42% Einkommensteuer.

  • Free am 09.09.2018 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung in den MedienPrint

    Herr Finanzminister Hartwirg Löger (ÖVP) wirbt derzeit mit "FAMILIENBUNUS +" bis zu 1.500 Euro Steuern sparen pro Kind und das in diversen MedienPrint (Zeitungständer Kronen Zeitung und Kurier). Ist eine sinnlose Werbung und kostet den Steuerzahler (Subventionen). Es gibt derzeit das Kindergeld - egal wie hoch das Einkommen ist. Beim Famlienbunus richtet es sich nach dem Einkommen im Jahr bzw. er soll bei der Wahrheit bleiben. Ist ein Schuss vor dem Bug!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • KrawuziKapuzi am 10.09.2018 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    eine besteuerung der digitalen größen

    trifft letztendlich den verbraucher und das sind WIR, weil heute niemand mehr auf google, amazon, facebook, ... verzichten "kann", werden diese dienste auch als bezahlservice genutzt werden.

  • Free am 10.09.2018 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    BMF sinnlose Werbung FAMILIENBUNUS

    Herr Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) Sie machen derzeit - in diversen Printmedien sinnlose Werbung. Der Slogan "FAMILIENBUNUS + bis zu 1.500 Euro Steuern sparen pro Kind." Es ist absurd, das heißt richtet sich nach dem Einkommen pro Verdienst bzw. alle kommen nicht in den Genuss, weil sie keine Steuer zahlen. Sie erhalten 250 Euro pro Kind im Jahr. Es sollte jedes Kind gleich viel Wert sein - egal wie hoch das Einkommen ist. Sie sollten sich schämen Herr Finanzminister!

  • Free am 09.09.2018 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung in den MedienPrint

    Herr Finanzminister Hartwirg Löger (ÖVP) wirbt derzeit mit "FAMILIENBUNUS +" bis zu 1.500 Euro Steuern sparen pro Kind und das in diversen MedienPrint (Zeitungständer Kronen Zeitung und Kurier). Ist eine sinnlose Werbung und kostet den Steuerzahler (Subventionen). Es gibt derzeit das Kindergeld - egal wie hoch das Einkommen ist. Beim Famlienbunus richtet es sich nach dem Einkommen im Jahr bzw. er soll bei der Wahrheit bleiben. Ist ein Schuss vor dem Bug!

  • Free am 09.09.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    BMF Werbung in den Printmedien

    Es ist absurd, wenn Herr Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) derzeit eine Werbekampagne "FAMIELIENBONUS" bis 1.500 Euro dafür Werbung betreibt. Das heißt ist eine Verschwending von Seuerngelder (Subventionen). Was will er da werben bzw. jestzt gibt es das Kindergeld dem Alter entsprechend Der hat doch den Latten net am Zaun!

  • Free am 09.09.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    @Preinsberger

    Jeder der Internet hat, das heißt der zahlt Internegebühr. Leben Sie auf dem Mond?