Interview nach Ibiza-Skandal

24. Mai 2019 21:48; Akt: 25.05.2019 16:03 Print

So denkt Strache jetzt über Johann Gudenus

In einem Interview nimmt Ex-FP-Chef Strache eine Woche nach seinem Rücktritt zum Ibiza-Skandal Stellung. Er will alle Hintermänner und Drahtzieher der Falle ausforschen.

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Bei jenem gemeinsamen Abend mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte und Parteifreund Johann Gudenus fantasierte Heinz-Christian Strache noch von einer Übernahme der "Kronen Zeitung". Diese verdeckt aufgenommenen Szenen kosteten den mittlerweile zurückgetretenen Vizekanzler und FPÖ-Chef die politische Karriere.

Umso überraschender ist es, dass Strache nun ausgerechnet in einem Interview mit der "Krone" zur Ibiza-Affäre und seine weitere Zukunft Stellung nimmt – das allerdings nur schriftlich. In einigen SMS habe er demnach im Vorfeld um Verständnis gebeten, dass er "nicht persönlich zur Verfügung stehen kann".

"Ich trage eine nicht zu beschönigende Mitverantwortung, die ich von Anbeginn zu übernehmen bereit war", zeigt sich der langjährige Bundesparteiobmann der Freiheitlichen zu den getätigten Aussagen in dem Ibiza-Video einsichtig. Daher habe er unverzüglich alle Ämter niedergelegt, "auch, um nicht Vorwand für eine Regierungsauflösung durch die ÖVP zu sein und um Schaden von der Republik fernzuhalten."

"Ich war unachtsam und naiv"

Im letzten gemeinsamen Gespräch habe Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) noch erklärt, die Regierungsarbeit mit der FPÖ fortsetzen zu wollen, schildert Strache. Dazu kam es bekanntlich nicht: der Rauswurf von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) wurde zum Knackpunkt für die Koalition.

In Bildern: Strache erklärt seinen Rücktritt
Alle Bilder: Strache erklärt seinen Rücktritt

Aber wie konnte ein erfahrener Politiker wie Strache in so eine Falle tappen? "Ich war in einer privaten Urlaubssituation unachtsam und naiv. Ich habe auf Zweifel, die mir während des Gespräches wiederholt kamen, nicht reagiert. Das war ein Fehler", erklärt Strache: Er schäme sich für seine damaligen Aussagen, betont aber im Interview erneut, dass er "im Gesamtkontext stets auf die erforderliche Rechtskonformität hingewiesen" habe. Die "Kronen-Zeitung"-Passage sei nur ein "absurdes, dummes Hirngespinst" gewesen.

Johann Gudenus, der den für die vermeintliche Oligarchen-Nichte den Kontakt zu ihm hergestellt hatte, sei er aber nicht böse: "Ich bin enttäuscht. Mehr möchte ich derzeit nicht sagen", antwortet Strache zurückhaltend.

"Drei Mittäter" im Visier

Auch abseits der behördlichen und parteiinternen Ermittlungen in der Causa ist Strache auch persönlich um Aufklärung bemüht. Gemeinsam mit einem Team arbeite er "unter Hochdruck" daran, die Auftraggeber ausfindig zu machen. "Eine vollständige Aufklärung muss gelingen. Nicht nur in meinem Interesse, sondern im Interesse unseres Rechtsstaates."

Die Finten-Finca: Hier tappte Strache in die FalleDie Finten-Finca: Hier tappte Strache in die Falle

Zu einem möglichen Verdacht wollte sich der Ex-Vizekanzler nicht äußern, sprach aber von "drei Mittätern" mit "einer gewissen Mitschuld" – dem Wiener Anwalt, dem Detektiv und einem noch unbekannten Lockvogel.

"Nicht der richtige Zeitpunkt"

Der Zeitpunkt sei kein zufälliger gewesen, ist sich Strache sicher. "Es ging nicht nur darum mir zu schaden. Dann hätte man das zwei Jahre alte Video viel früher veröffentlichen können", erklärt er: "Die jetzige Veröffentlichung zielte auf die freiheitliche Regierungsbeteiligung dieses Landes kurz vor der Europawahl."

Ob seine Existenz nun zerstört sei? "Nein", entgegnet Strache: "Ich werde diese Krise bewältigen und an ihr wachsen." Besondere Kraft gebe ihm in dieser schweren Zeit seine Frau Philippa, die Familie und sein "Glaube an die Wahrheit". Zukunftspläne wolle er aber erst schmieden, wenn er diesen "Polit-Krimi vollständig aufgeklärt" habe. Eine Rückkehr in die Politik will Strache aber nicht kategorisch ausschließen. Er sagt nur soviel: "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken."

Alle Artikel zum Ibiza-Skandal und den folgenden politischen Entwicklungen finden Sie hier >>>

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grantscherben am 25.05.2019 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    In dies m Artikel steht als Überschrift " so denkt HC jetzt über Gudenus". Im Artikel geht es nicht darum.

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  • gerhard1062 am 25.05.2019 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DAS VIDEO

    möchte ich als ganzes sehen dann kann man sich ein Bild machen!

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  • Erich Schneid am 25.05.2019 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wachter

    Egal wer das Legerl in Auftrag gegeben hat der Kickl Rauswurf hat seiner schwarzen Fraktion in der ÖVP zu verdanken.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Rolf am 03.06.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gudenus als Lockvogel

    Ich hatte von Anfang an den Eindruck,Gudenus weis Bescheid. Das macht zwar keinen Sinn,aber es gibt eine Szene,da würde ich wetten,Gudenus ist eingeweiht,auch wie er Strache immer beruhigt,wenn der Verdacht schöpft. Ich finde es sollte aufgeklärt werden, was wahrscheinlich nicht passiert.

  • Roswitha am 31.05.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Straches Unschuld

    Welche Unschuld will HC eigentlich beweisen. Will er beweisen, dass er diese Dinge nicht gesagt hat? Mir fehlen die Worte bei soviel Unverschämtheit!

  • chraska am 30.05.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Besser 5 Heiligenscheine

    Welche Einstellung.! Anständige Leute sind also nicht in Ordnung.Alle die gemein agieren schon? Wundert mich nicht, daß Dinge auf der Erde passieren, mit denen man leicht einen Preis in Gemeinheit kriegen kann. Mitmenschen, die so denken sind cool????? Fehlt da etwas?? Wo lernt man soetwas??? Igitt!

  • Hermann Walli am 29.05.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Strache hätte das Sprichwort beherzigen sollen: "Ist die Nagelpflege schlecht, ist die Russin auch nicht echt." Dann müsste ich aber weiterhin den Kickl als Innenminister ertragen. So hat alles seine Vor- und Nachteile.

  • Andrea am 26.05.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Ich wünsche HC und seiner Familie alles Gute für die Zukunft. Diesen Fehler zu machen, war sicher dumm und peinlich, aber im Gegensatz zu dem, was uns die anderen Parteien bereits an irreparable Schäden zufügen, bestimmt noch sehr gering!