Minister Kickl

24. März 2019 12:17; Akt: 24.03.2019 13:10 Print

"Gewisse Überforderung besteht für jeden"

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) sprach am Sonntag in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" über den Start ins Amt, Romantik und die Zukunft.

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Im Gespräch mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl resümierte Herbert Kickl (FPÖ) über seine bisherigen 15 Monate als Innenminister.

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Auf die Frage, ob er anfangs überfordert war, antwortet er: "Eine gewisse Überforderung besteht für jeden, der neu in so ein Amt kommt. Man springt auf einen fahrenden Zug auf und versucht sich zu organisieren, Stück für Stück, und dann irgendwann auch in eine Phase zu kommen, wo man dieses Fahrzeug auch zu lenken beginnt. Aber am Anfang glaube ich schon, dass dieser Begriff Überforderung zutrifft."

Steht zu allen Aussagen

Keinen seiner vieldiskutierten Aussprüche seit dem Antritt seines Ministeramtes möchte Kickl zurücknehmen, wie zum Beispiel seine Aussage "das Recht muss der Politik folgen", die von vielen als Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit gewertet wurde. Der Innenminister: "Ich bin ja auch bestätigt worden. Die Frage, ob das Recht der Politik folgt, haben wir in ganz anderen Diskussionen erleben können. Wenn eine Kuh einen Touristen in Tirol zu Tode trampelt und ein Urteil ausgesprochen wird, das die Almwirtschaft in Bedrängnis bringt und der Tourismus zu leiden beginnt, und eine Gesetzesänderung auf dem Fuß folgt, dann sieht man wie schnell das Recht der Politik folgt. Viele von denen, die mich damals kritisiert haben, waren jetzt sehr schnell dabei, ein Gesetz zu ändern."

Frau hält den Rücken frei

Auch private Einblicke ließ Kickl zu. Seit zwanzig Jahren ist er mit seiner Frau Petra, Juristin bei der Volksanwaltschaft, zusammen. Seine politische Karriere verdanke Kickl seiner Frau, die er auf einer FPÖ-Veranstaltung in Tirol kennengelernt hat: "Sie unterstützt mich voll und ganz in meinen politischen Projekten. Sie hat in vielen Bereichen zurück gesteckt und sich um die Erziehung unseres Sohnes gekümmert und mir den Rücken freigehalten."

Der gemeinsame Sohn ist heute 18 Jahre alt und studiert Jus, nach dem Vorbild der Mutter, die Kickl übrigens auch in Modefragen berät, "auch wenn mein Stil kein aufdringlicher ist. Sie sorgt jedenfalls dafür, dass ich meistens eine Krawatte trage."

"Der große Romantiker bin ich wahrscheinlich weniger"

Geheiratet hat Kickl allerdings erst im April des vergangenen Jahres, im kleinsten Kreis im Standesamt in Purkersdorf. "Die Überlegung, dass wir heiraten, hat es immer wieder gegeben, aber dann ist auch immer wieder etwas dazwischengekommen." Sein Heiratsantrag sei pragmatisch "bei einem Essen" abgelaufen: "Der große Romantiker bin ich wahrscheinlich weniger", meinte der 50-jährige und "wir waren uns ja im Wesentlichen einig, es war nur mehr eine Frage des Timings."

Über seine Zukunft sagte der Politiker und Extremsportler: "Ich habe mir vorgenommen, meine Amtsperiode als Innenminister zu beenden." Den Posten als Vizekanzler strebe er nicht an: "Das ist nichts, was mich interessiert." Sein gesamtes restliches Berufsleben möchte Kickl nicht zwingend in der Politik bleiben und meinte dazu auf Ö3: "Wenn jemand glaubt, er kann mir persönlich wehtun, wenn er mir dieses Amt nimmt, ist er am falschen Dampfer. Es würde mir sicher nicht fad werden. Viele Reisen und viele Berge stünden dann auf dem Programm."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DerbreiteWeg am 24.03.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Mensch mit

    Rückgrat - finde ich gut! Und einer, der zugeben kann, dass man sich überfordert fühlen kann in so einer Situation. Vor allem, wenn man den ganzen "alten Beamtenapparat" gegen sich hat.

  • Skorpion am 24.03.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn ich mich wiederhole:

    Kickl ist einer der besten Innenminister die wir je hatten.

  • Susan V. am 24.03.2019 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Recht folgt der Politik

    Stimmt! Wäre es anders, hätten wir heute noch Gesetze aus der Antike.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Franz Absberg am 24.03.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenter Minister

    Ein effizient arbeitender, sehr guter Innenminister

  • Thomas am 24.03.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich stehe zu hundert Prozent hinter Herrn Kickl!

  • DerbreiteWeg am 24.03.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Mensch mit

    Rückgrat - finde ich gut! Und einer, der zugeben kann, dass man sich überfordert fühlen kann in so einer Situation. Vor allem, wenn man den ganzen "alten Beamtenapparat" gegen sich hat.

  • Susan V. am 24.03.2019 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Recht folgt der Politik

    Stimmt! Wäre es anders, hätten wir heute noch Gesetze aus der Antike.

  • Franka am 24.03.2019 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Der gibt die Überforderung sogar zu. Und glaubt , dass es jedem so geht.... Oh Gott, was haben wir nur für Leute in unserer Regierung.

    • Jasmina Weberhofer am 24.03.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Gut, dass es ihn gibt

      Oh Gott, was HATTEN wir nur für Leute in unserer vorigen Regierung!!!! Dieser IM Kickl ist das Beste, das uns passieren konnte....

    • Susan V. am 24.03.2019 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franka

      Und was genau soll jetzt daran verwerflich sein, wenn ein Politiker zugibt, dass er anfangs mit seinem Amt überfordert war.

    • Erwin am 24.03.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franka

      franka Ich muss dir widersprechen denn die 59% der befragten sind zufrieden mit dem Innenminister, seht mal ein das ihr nichts ändern könnt Mfg

    • Pog am 24.03.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franka

      In dieser Regierung gibt es mit Kickl zumindest einen der Ehrlichkeit und Selbstkritik noch ausübt.

    • Franka am 25.03.2019 01:50 Report Diesen Beitrag melden

      Ja eh

      Ja eh, natürlich sind die kleinen Leute zufrieden, die nix kapieren.

    • Potente am 25.03.2019 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      Gefordert

      An alle Kritiker von Franka: Wenn man überfordert ist sollte man es lassen (Burn-Out Gefahr, schlechte Arbeit, ...) Ihr verwechselt gefordert mit überfordert. Wenn man in der Arbeit gefordert ist, dann ist das zu verstehen. Aber eine Überforderung ist vorallem bei einem Ministeramt nicht zu akzeptieren. Zum Schluß hat man die Verhältnisse wie im Finanzministerium unter Grasser! Der war ja auch zu schön und zu klug um seine Steuern zu zahlen.

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