Wer wählte wen?

04. Dezember 2016 18:55; Akt: 09.12.2016 03:42 Print

Junge Frauen für Van der Bellen, Männer über 30 für Hofer

Äußerst interessant zeigt sich das Wahlverhalten nach Bevölkerungsgruppen. Optimisten stimmten zum Großteil für Alexander Van der Bellen, Pessimisten für Norbert Hofer. Während Hofer vor allem Männer zwischen 30 und 59 Jahren auf seine Seite ziehen konnte, waren es bei Van der Bellen vor allem Frauen unter 29 Jahren.

 (Bild: keine Quellenangabe)

(Bild: keine Quellenangabe)

Fehler gesehen?

Äußerst interessant zeigt sich bei das Wahlverhalten nach Bevölkerungsgruppen. Optimisten stimmten zum Großteil für Alexander Van der Bellen, Pessimisten für Norbert Hofer. Während Hofer vor allem Männer zwischen 30 und 59 Jahren auf seine Seite ziehen konnte, waren es bei Van der Bellen vor allem Frauen unter 29 Jahren.


Eine besonders starke Auswirkung auf das Wahlverhalten hatte bei dieser Wahl der positive oder negative Blick in die Zukunft: So erzielte Norbert Hofer unter Personen, die die Entwicklung der Lebensqualität in Österreich pessimistisch sehen, mit 70% einen Vorsprung von 40 Prozentpunkten vor seinem Gegner. Optimisten und Personen, die keine Veränderung der Lebensqualität erwarten, wählten mit 73% bzw. 59% hingegen überwiegend Van der Bellen.

Wie die Wahltagsbefragung zeigt, war dabei die Wahlbeteiligung unter Zukunftsoptimisten deutlich höher als unter Pessimisten, es gelang der Hofer-Kampagne weniger gut, diese Bevölkerungsgruppe zu mobilisieren.

Wie wählten SPÖ- und ÖVP-Anhänger?

Personen, die bei einer vorgezogenen Nationalratswahl aktuell die SPÖ wählen würden, stimmten bei dieser Wahl zu 90 Prozent für Van der Bellen. Grün-Anhänger wählten ihn praktisch ausnahmslos, während aktuelle FPÖ-Wähler geschlossen Norbert Hofer unterstützten. Befragte, die derzeit zur ÖVP tendieren, wählten jeweils zu rund 45 Prozent Hofer bzw. zu 55% Van der Bellen.

Unterstützer der NEOS und des Team Stronach können aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht extra ausgewiesen werden. Wie schon im ersten Wahlgang und der Stichwahl im Mai zeigt sich auch bei der Wiederholungswahl ein starker Gender Gap: Männer stimmten stärker für Norbert Hofer, er erreichte in dieser Gruppe 56%. Frauen wählten hingegen öfter Alexander Van der Bellen, er erreichte unter ihnen 62%.

Altersunterschiede

Alexander Van der Bellen konnte besonders junge Wähler ansprechen und erreichte in der Altersgruppe der Bis-29-Jährigen 58%, wobei mit 69% vor allem junge Frauen für ihn stimmten, während bei jungen Männern Norbert Hofer mit 53% vorne liegt. Sein bestes Ergebnis erreichte Norbert Hofer mit 58% unter Männern im Alter von 30-59 Jahren.

Wahlverhalten nach formaler Bildung

• Unter Personen mit maximal Pflichtschulabschluss liegt Hofer mit 53% vor Van der Bellen

• Unter Personen mit maximal Lehrabschluss liegt Hofer mit 64% deutlich vor Van der Bellen

• Personen mit Matura oder tertiärem Abschluss wählten mit 78% überdurchschnittlich Van der Bellen

Wahlverhalten nach Erwerbsgruppen

• Hofer mit starkem Vorsprung unter Arbeitnehmern, die eine Verschlechterung der Lebensqualität in Österreich befürchten.

• Männliche Arbeiternehmer wählten mit 59% überdurchschnittlich Hofer, Arbeitnehmerinnen hingegen Van der Bellen mit 58%.

• Unter Arbeiternehmern ohne Matura erzielte Hofer 64%, unter jenen mit Matura oder höherer formaler Bildung erreichte Van der Bellen 76%

Die Wahltagsbefragung wurde von SORA/ISA im Auftrag des ORF durchgeführt. Die Befragung erfolgte unmittelbar vor der Wahl (Donnerstag bis Sonntag) und fing die Letzstimmung ein. Repräsentativ befragt wurden 1.218 Personen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen: