Kampfhaltung

09. Oktober 2017 23:15; Akt: 09.10.2017 23:27 Print

Kern und Strache durch "Welten getrennt"

von Gerhard Plott - Vom Kuschelkurs der letzten Wochen keine Spur: Die zwei Spitzenkandidaten schenkten sich nichts beim ORF-Duell am Montag.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In diesem Wahlkampf ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht auf jedem Sender. Diesmal stellte der ORF die Bühne, auf der Bundeskanzler Christian Kern (SP) und FP-Chef Heinz-Christian Strache gegeneinander antraten. Wer schmeichelweiche Koalitionsgespräche erwartet hatte, wurde enttäuscht. Claudia Reiterer moderierte die ruppige Runde der beiden Rivalen.

Gleich zu Beginn klopft Strache den Kanzler wegen der SIlberstein-Kampagnen ab („Sie sind unredlich und unehrlich“). Auch ÖVP-Mitarbeiter („Schwarzarbeiter“) hätten eifrig mit Schmutz geschüttet, wettert Strache.

Kern („Haben alles offengelegt“) beklagt hingegen, dass ein „schwarz-blauer Block“ gegen ihn intrigiere. Außerdem sei er „beispiellosen Hetzkampagnen“ durch ein Fellner-Blatt ausgesetzt.

Wer vertrete Arbeiter besser, will Reiterer wissen. Strache will Lohndumping durch Ost-Arbeitskräfte verhindern, Kern wird grantig und beißt erstmals zu („Wenn Sie die kleinen Leute vertreten, gewinnt mein SC Simmering die Championsleague“). Man kommt sich nicht näher. Warum die FPÖ gegen eine Millionärssteuer sei, fragt Reiterer. Strache sagt „keine Steuern“ und „Ausgabenproblem“. Kern singt stattdessen sein bekanntes Hohelied auf den Kammerstaat und das Wirtschaftswachstum. Er wirft Strache vor, Kollektivverträge „zerstören“ zu wollen. Es wird lauter, man schenkt sich nichts.

Themenwechsel zur EU. Der FP-Chef will eine engere Zusammenarbeit mit den Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Kern ist dagegen.

Strache mokiert sich über Kerns ÖBB-Job, er habe den Posten nur wegen seines Parteibuches bekommen. Der Kanzler wird ernsthaft böse („Wer mich beleidigt, entscheide ich selbst“). Strache versuche die Leute zu verwirren und mache ihn „verantwortlich für die Erbsünde“, nörgelt Kern.

Wer mit wem koalieren könne? Kern schließt die FPÖ aus („Uns trennen Welten“) und will Schwarz-Blau verhindern. Auch Strache hat etwas gegen Kern („Sie schaden uns im Ausland“). Doch sollte die SPÖ ihren Anti-FPÖ-Beschluss ändern, könne man noch einmal reden. Aber Freunde werden die beiden nicht mehr

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zuseher am 09.10.2017 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Faktencheck: EU-Nettozahler

    Kern behauptet, jeder Österreicher finanziere Ungarn mit, weil U Garn 6 Mrd. von der EU erhält. Fakt ist, Ungarn hat 4,3 Mrd. erhalten (Quelle: Webseite EU). Fakt ist, Österreich ist Nettozahler, zahlt also mehr ein als es retour erhält. Der Grund dafür: Die EU-Kommission stellte seit 2012 immer wieder fest, dass es Mängel im heimischen Verwaltungs- und Kontrollsystem gab, und setzte deshalb Zahlungen an Österreich aus. Die SPÖVP Regierung ist aber nicht bereit diese Mängel zu beheben und verschenkt damit EU-Fördergelder, zu Lasten des österr. Steuerzahlers.

    einklappen einklappen
  • Zuseher am 10.10.2017 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Faktencheck: Einkommen

    Kern behauptet das Einkommen steigt seit sieben Jahren. Laut Statistik Austria zeigt der Vergleich mit dem BIP, dass sich die Einkommen aus Steuereinnahmen deutlich stärker entwickeln, als die Einkommen der privaten Haushalte. Seit 2009 gingen die realen Haushaltseinkommen jährlich im Durchschnitt um 0,6 % zurück! Die langfristige Betrachtung fällt daher negativ aus.

    einklappen einklappen
  • Zuseher am 10.10.2017 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Faktencheck: Arbeitsmarkt

    Kern behauptet, die FPÖ hätte den Arbeitsmarkt durch die EU-Erweiterung der Billiglohnländer, wie Bulgarien oder Rumänien zu verantworten. Fakt ist, die Schüssel-Regierung war von 4.2.2000-11.1.2007 tätig. Bulgarien, Rumänien traten erst am 1.1.2007 bei, also nur 10 Tage bevor Gusenbauer Kanzler wurde und die SPÖVP Regierung ihre Arbeit aufnahm. Der Arbeitsmarkt war zu dieser Zeit gesperrt, die EU-Erweiterung 2004 durch eine siebenjährige Übergangszeit geprägt, um Störungen des Arbeitsmarktes zu vermeiden. Die nachfolgenden Regelungen zum Arbeitsmarkt hatte also die SPÖVP voll zu verantworten.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mainstream am 10.10.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Obrigkeit

    Mein Arbeitgeber hat mich noch nie Obrigkeit genannt. Wir das Volk, nennen unsere Arbeitnehmer Obrigkeit. Fakt ist, die Mehrheit beauftragt Jemanden der entweder die Wähler gar nicht vertritt, oder sich eine Minderheit sucht die im persönlich past und diese vertritt. Aussagen wie das allgemeine Wahlrecht sei nicht der Weisheit letzter Schluß ( VdB 2012 Interview mit diepresse) sind nicht hinnehmbar. Der Weg Richtung direkter Demokratie wird von den Medien zu wenig hinterfragt und gehört als Wahlversprechen fixiert.

  • grilli am 10.10.2017 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen gab es früher auch!

    Zu Kreisky`s Wahlzeiten gab es immer die Drohungen, wer ÖVP wählt, der muss mit reduzierten Pensionen rechnen. Welch ein Wunder, dass Kern nicht damit droht!

  • Robert Tagfeiler am 10.10.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    neue zeiten brechen an

    ich freu mich als unternehmer auf scharz - blau. endlich werden die gewerkschaften abgeschafft, und diese arbeiterkammer. somit steht sonntags arbeit nicht mehr im wege, auch muss endlich schluss mit dem 13 und 14en gehalt sein, das gibt es nur bei uns in österreich. wenn wir arbeitgeber gestärkt werden, gibt es auch mehr jobs, das leuchtet doch jeden ein.

    • Schani am 10.10.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher sicher

      Wird ja das Schlarafenland für Unternehmer. Und ich wünsche Ihnen viel Spas beim suchen von gut ausgebildetem Personal und den Gehaltverhandlungen. Wenn dann mit einem Schlag alle Arbeitnehmer in Ihrem Betrieb nicht erscheinen und Sie keinen Auftrag erfüllen können, mah wird des lustig sein.

    • fuhrinat am 10.10.2017 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert Tagfeiler

      Viele können sich selbst mit Urlaubs -und Weihnachtsgeld ihren wohlverdienten Urlaub nicht leisten

    einklappen einklappen
  • ibindameinung am 10.10.2017 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    AK - Pflichtmitgiedsschaft

    Da hat Strache recht. einen Anspruch auf Rechtsschutz gibt es bei der AK nicht. Ein Gremium entscheidet wer vor dem ASG von der AK vertreten wird. Die AKL entscheidet auch wann ein Prozess nicht mehr finanziert wird. Es kann leicht sein, dass die AK die 1.Instanz zahlt und die 2. bzw. dritte Instanz kann dann der Kläger selbst finanzieren. Als ehemaliger, langjähriger Betriebsrat bin ich auch der Meinung, dass die Pflichtmitgliedschaft abgeschafft werden soll. Da gibt es nur Freunderlwirtschaft, eine echte Hilfe gibt es nur sehr selten.

  • Calimero am 10.10.2017 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Die Menschen in Österreich in­te­r­es­siert nicht Dirty Campaigning, ein Bubi-Minister oder rote Fuzzy . Sie wollen wissen wie es mit Pensionen,Zuwanderung,Sicherheit,Löhne weitergeht ! Auch blaue Wunder sind unerwünscht.

    • Franz am 10.10.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Zukunft

      Wenn Sie alles ablehnen, bleibt nur noch G!lt und der Rest. Damit kann man wohl kein Land regieren. Also wähle ich das geringste Übel. Das Original und nicht die Kopie.

    einklappen einklappen