Nationalratswahl

14. Juni 2019 09:33; Akt: 10.07.2019 15:53 Print

Klima, Kinder, Korruption: Damit will Kogler punkten

Werner Kogler geht nicht ins EU-Parlament. Er will bei der Nationalratswahl die "größte grüne Comeback-Geschichte Europas" hinlegen.

Werner Kogler verzichtet auf sein EU-Mandat und wird Grüner Spitzenkandidat. (Bild: picturedesk.com)

Werner Kogler verzichtet auf sein EU-Mandat und wird Grüner Spitzenkandidat. (Bild: picturedesk.com)

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In einer Pressekonferenz am Freitag gaben die Grünen bekannt, dass Werner Kogler die Partei als Spitzenkandidat in die Nationalratswahl am 29. September führen wird.

"Wir müssen uns zurückarbeiten. Und das werden wir tun", meinte Landesrat Rudi Anschober dazu. Viele Grüne Landeschefs und -chefinnen waren zur Pressekonferenz gekommen. "Das zeigt, dass die Entscheidung auf einer breiten Basis steht", so Wien-Chefin Birgit Hebein.

"Wir starten bei 3,6 Prozent"

"Wir starten nicht beim EU-Wahlergebnis, wir starten bei 3,6 Prozent, dem Wahlergebnis der letzten Nationalratswahl", sagt Anschober. Kogler sei perfekt geeignet dafür, einen starken Wiedereinzug in den Nationalrat zu schaffen.

Grüne Wien-Chefin Hebein nannte das EU-Wahlergebnis (14,1 Prozent) zuvor "fulminant" und "rekordverdächtig". "Wir haben auf die richtigen Themen gesetzt", war sie überzeugt. "Der Werner ist absolut der Richtige", war auch die steirische Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl.

Was ist mit dem EU-Mandat?

Aber was passiert mit seinem Mandat im EU-Parlament? Werner Kogler (57) wird darauf verzichten: "Ich werde erst gar nicht das Mandat zum EU-Parlament annehmen."

Das sei mit den Europäischen Grünen abgesprochen, denn: "Wir werden das hier in Österreich zur größten grünen Comeback-Geschichte Europas machen", versprach Kogler. "Sie können sich gleich die Hashtags merken #comebackstronger #zurückzudengrünen #grünezukunft", sagte er.

Statt ihm wird Monika Vana zum Zug kommen. Sarah Wiener ist die zweite österreichische Grüne, die ins EU-Parlament einziehen wird. Sollte Großbritannien den Brexit vollziehen, würden die Grünen ein drittes Mandat hinzubekommen - das ginge aus heutiger Sicht an Thomas Waitz.

Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Korruption

Kämpferisch sprach Kogler dann sofort von den Wahlkampfthemen der Grünen: "Umweltschutzland Nummer Eins, kinderfreundliches Land, Korruptionsfreiheit". Das werden die drei großen Themen sein.

Wahlziel? Ein zweistelliges Ergebnis. Das wichtigste Ziel sei aber auf jeden Fall ein Einzug ins Parlament. Ganz genau wollte sich Kogler nicht festlegen.

Für "die Türkisen" hatte Kogler keine positiven Worte übrig: Auf den Plakaten und in den Inseraten seien alle Parteien umweltfreundlich. Die Grünen wollen sie aber beim Wort nehmen. Sebastian Kurz nannte er einen "Klima-Schwänzer am Ballhausplatz". Wie ein so junger Mensch so zukunftsvergessen sein könne, das sei ihm unverständlich.

Auch soziale Gerechtigkeit ist Kogler wichtig. Die neue ÖVP hätte da Menschen und Kinder in die Armut gedrängt. "Die türkise Jungherren-Truppe" und ihre "verschnöselte Politik" hätten da ihre christlich-sozialen Werte vergessen.

Angebot an die "Schwarzen"

Trotzdem macht Kogler den "Schwarzen" ein Angebot. Die "Türkisen" hätten zwar alle christlich-sozialen Werte vergessen, aber an den grün-schwarzen Regierungen in den Bundesländern sehe man, "Umkehr ist möglich".

Fusion mit Pilz?

Zu einer möglichen Fusion mit der Liste Pilz/JETZT sagte Kogler nicht viel: "Es hat ein Gespräch gegeben mit der Parteivorsitzenden Maria Stern. Da ist jetzt einmal Stillschweigen vereinbart".

Also Peter Pilz wieder bei den Grünen? Wohl eher nicht. "Die Delegierten des Bundeskongresses (sie wählen die Listenplätze, Anm.) würden das als Schritt zurück definieren und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diesen Weg gehen werden", sagte Kogler da klar.

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(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anti Links am 14.06.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linke Narretei

    Typisch GrünInnen. Zuerst das Gejammer, weil man vom Wähler pulverisiert wird und dann pfeift der Spitzenkandidat schon 3 Wochen nach der Wahl auf sein Mandat. Und 2022 wird der Job-hopper Kogler dann noch für den Bundespräsidenten kandidieren, weil die Linken kein Personal mehr haben. Aber wehe die Freiheitlichen würden so agieren, das wäre ein Gejaule in der Vereinigten Medienwelt.

  • franz am 14.06.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    sie machen alles kaputt

    Herr Kogler sie sagen Kinder wie viele haben sie ! wohin gehen sie zur schule Wenn schon warum nehmen sie dann uns Österreich die Kultur weg und ersetzten diese durch solche die von Gesetzte und ehre von Frauen nicht achten Warum machen sie das nur um Wählerstimmen zu lukrieren , sie mach die Zukunft unserer Kinder kaputt

    einklappen einklappen
  • Antigrüner am 14.06.2019 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es keinen Jüngeren

    Nach Zig-Jahren bei den Grünen hat er es nun an die Spitze geschafft, nachdem alle Frauen, die das Sagen hatten, weg sind.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Linz gegen Grün am 18.06.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Werner Kogler

    hat für das EU Parlament kandidiert also soll er das Mandat auch annehmen, alles andere ist Betrug am Wähler

  • Günter Schneider am 18.06.2019 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Piefke

    Wenn ich Kogler seh, schmeckt mir koa Wein mehr. Der schaut fertig aus

  • Blue Planet am 16.06.2019 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Grüne wählen

    Und wen bitte schön sollte man sonst wählen? Eine Alternative sehe ich weit und breit nicht. Freue mich, dass Kogler bei uns bleibt.

    • Balduin am 16.06.2019 20:20 Report Diesen Beitrag melden

      Die Grünen sind bürgerlich

      und nicht sozial, ist doch logisch was man wählen soll. Leider haben wir keine richtige "linke" Partei, die LP ist noch am wählbarsten, zumindest für einen unbedingten Humanisten und daher Sozialisten wie mich.

    einklappen einklappen
  • Sender am 14.06.2019 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün ist die Hoffnung.

    Hoffnung ist das schlimmste Schicksal aus der Büchse der Pandora, weil Hoffnung die Menschen in ihrer Verzweiflung und ihrer Not gefangen hält. Deshalb bringt Grün keine Besserung. Weder beim Obst noch im Sport und schon gar nicht in der Politik.

  • Cordula Grün am 14.06.2019 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Aber bitte ohne Sigi

    Sollte die Maurer wieder in die Partei kommen , gebe ich den Grünen meine Stimme unter Garantie nie mehr wieder . Diesem jungen Ding sollte man zu allererst Manieren bei bringen .