SPÖ und NEOS wettern

07. Februar 2018 13:41; Akt: 07.02.2018 14:58 Print

Kritik an ÖVP-Dönmez für fragwürdige Einladungen

Der Ex-Grüne und zur ÖVP gewechselte Mandatar Efgani Dönmez sorgt mit seiner Einladungspolitik für hochgezogene Augenbrauen.

Efgani Dönmez (ÖVP) steht in der Kritik. (Bild: picturedesk.com)

Efgani Dönmez (ÖVP) steht in der Kritik. (Bild: picturedesk.com)

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Efgani Dönmez, ehemaliger grüner Bundesrat und jetzt ÖVP-Mandatar, irritiert mit Einladungen für eine Veranstaltung der "Wage Union" am 27. März. Das berichtet der "Kurier".

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Insgesamt 1837 Teilnehmer

Laut dem Bericht der Zeitung hat Dönmez den Sozialsprecher der Parlamentsparteien und den designierten Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer (ebenfalls ÖVP) per Email zu jener Diskussionsveranstaltung eingeladen. In der Nachricht wird das Event im Wiener Palais Schönborn laut "Kurier" als "unsere Veranstaltung" bezeichnet. In der Signatur wird der ÖVP-Parlamentsklub angeführt.

Fragwürdige Organisation

Bei der "Wage Union" handelt es sich um einen Zusammenschluss von großteils osteuropäischen Politikern, der die Abwanderung in den Westen stoppen und das Lohnniveau im Osten steigern will.

Verfänglich: Wichtige Mitglieder der "Wage Union" sind Teil der rechtsextremen Jobbik-Partei aus Ungarn. Im Palais Schönborn soll sogar der mehrmals durch antisemitische Sager aufgefallene Márton Gyöngyösi als Redner auftreten.

Außerdem Mitglieder im Komitee: Der rechtsextreme kroatische Politiker Frano Circo und der estnische Politiker Jaak Madison. Letzterer fiel einst auf, als er die Wirtschaftspolitik der Nazis lobte.

Scharfe Kritik

NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker in einer Reaktion: "Es ist völlig unverständlich, dass die ÖVP zu einer Veranstaltung mit einer Organisation einlädt, der Rechtsextreme angehören." Dieses Verhalten sei für eine Partei mit Regierungsverantwortung "untragbar".

"Dass Efgani Dönmez zu einer Veranstaltung von Antisemiten und Rechtsextremen einlädt ist inakzeptabel", sagte auch SPÖ-Bereichssprecherin für Erinnerungskultur Sabine Schatz in einer Aussendung am Mittwoch.

"Es reicht nicht, rund um Gedenktage Worte gegen Rechtsextremismus zu finden. Sebastian Kurz muss endlich klar Stellung beziehen, ob er und die ÖVP die Rechtsanbiederung des Abgeordneten Dönmez tolerieren", so Schatz. Täte er das nicht, müsse sich der Kanzler den Vorwurf gefallen lassen, zur Absicherung seiner Kanzlerschaft das Anstreifen an den rechten Rand in Kauf zu nehmen.

Nicht der erste "Ausrutscher"

Schon im Jänner wurde Dönmez kritisiert, weil er einen Gastbeitrag für die Zeitschrift "Info-Direkt" zur Verfügungs gestellt hatte. Das Dokumentationsarchiv für Österreichischen Widerstand (DÖW) stuft "Info-Direkt" als "rechtsextremes Zweimonatsmagazin" ein.

Lesen Sie mehr zu diesem Fall:

ÖVP-Dönmez schreibt für rechtsextreme Zeitschrift >>>

Reaktion von Kurz auf "Causa Dönmez" gefordert >>>

Dönmez reagiert auf Kritik von "Moralaposteln" >>>

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 07.02.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Efgani Dönmez ist meiner Meinung nach...

    ... einer der intelligentesten und EHRLICHSTEN Politiker die wir in Österreich haben. Bei der "Wage Union" handelt es sich um einen Zusammenschluss von überwiegend osteuropäischen Politikern, der die Abwanderung in den Westen stoppen und das Lohnniveau im Osten steigern will. UND genau mit diesen diskutiert Dönmez. Warum? Weil er sich ALLE Seiten anhört, bevor er sich (s)ein Urteil bildet. Er ist kein Ausgrenzer sondern ein Handreicher! Von ihm könnten viele lernen!!!

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  • Richard Lego Österreicher am 07.02.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wenn

    Linke herumnerverln weiß man, daß es nicht sooo schlecht sein kann !

  • stealth71 am 07.02.2018 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Falter werden sie

    sicher schon nach einen Grund suchen, dass sowas von der FPÖ ausgegangen ist, ironie off...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • SE71 am 08.02.2018 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir nicht

    Rechtsextreme haben nichts verloren in Österreich weder in der FPÖ noch in der ÖVP oder in der WK, aber wenn man Geld verdienen kann sieht das ganz anders aus, oder wie sieht unser Kanzler das. Und auch wenn sie keine Österreicher sind und nicht in Österreich tätig sind müssen wir Ihnen in unserem Land keine Platform bieten.

    • Kritischer Geist am 08.02.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      @SE71

      Die Frage ist dabei immer wieder die selbe: Wer definiert, was "rechtsextrem" ist? Etwa die linke Medienlandschaft in Österreich? Oder linke Parteien? Wir wissen doch, dass man den Begriff des Rechtsextremismus über Jahrzehnte missbraucht hat um alles, was nicht links ist, ideologisch in die Nähe zu politischem Radikalismus zu stellen. Was die Bevölkerung davon hält, kann man sehen, wenn man sich die Zustimmung zu linken politischen Ideen ansieht.

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  • Heimatland am 07.02.2018 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dönmez macht es richtig

    Die Abwanderung in den Westen stoppen und das Lohnniveau in den ehemaligen Ostblockländern steigern: das ist doch ganz im Sinn Österreichs. Die Politik hat sich am Wohl Österreichs zu orientieren und nicht am Wohlgefallen des sogenannten Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands oder den Vorstellungen der Neos! Und genau das macht Efghani Dönmez: Kontakte pflegen zum Wohle Österreichs. Dafür sollten wir ihm dankbar sein und nicht ihn kritisieren.

  • Peter P. am 07.02.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Verliererprobleme

    Gibt es irgend etwas wo die Roten, Grünen und die NEOS kein Problem sehen. Das größte Problem sind die 3 selbst.

  • Preibisch am 07.02.2018 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Was hatt das mauthausen Komitee eigentlich zu melden sollten sich diese nicht um mauthausen kümmern halte zwar nichts davon aber wenn sie es ehrenamtlich machen warum nicht

  • Paul am 07.02.2018 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es wied Zeit für Neuwahlen

    Das ganze Land voller Rechtsextremer. Nein, danke!!!

    • Patriot5611 am 07.02.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Paul, der Rechtsextreme!

      Hallo Paul, eine Frage: Wie fühlen sie sich als Rechtsextremer? Tut das weh? Oder weiß man das gar nicht, bevor es einem gesagt wird?

    • lucifer troll am 07.02.2018 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      mietmaul ??

      ja, da gebe ich dir recht... nur der ausgang der wahlen wird etwas anders als von dir erwartet sein... wenn man nicht "extrem nachhilft von links" werden auch die system medien und so manches mietmaul nichts bewirken.. solltet ihr den bolschewismus auf der strasse durchsetzen wollen , dann kann ich euch nur dringend davon abraten...

    • Heimatland am 07.02.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul

      Was heißt bitte +wied+? Abkürzung für wieder oder wiedewiedewitt...? Wer so große Töne spuckt, sollte sich dabei nicht verschlucken!

    • SE71 am 08.02.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      AW Paul

      nein es sind gar nicht so viele Rechtsextreme in unserem Land. Natürlich ist es eine Schande das unser Kanzler jeden Extremisten eine Platform bietet, aber wenn sich mehr als 10% der Österreichischen Medien aufregen rudert er ja eh zurück. Aber irgendwie schon komisch Landbauer war nicht mehr tragbar aber die Rechtsextremen Ungarn sind seine Freunde!

    • Kritischer Geist am 08.02.2018 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      @SE71

      Wer sagt denn, das Landbauer nicht mehr tragbar war? Ich habe das nur von Linken gehört. Menschen, die politisch eher liberal sind, genau so wie Rechte oder Konservative, haben schnell erkannt, dass hinter der Landbauer-Affäre doch nur der widerliche Versuch eines linken Printmediums steht, unmittelbar vor Wahlen Stimmung gegen Nicht-Linke zu machen.

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