Neue Beschränkungen

30. Januar 2018 11:49; Akt: 30.01.2018 12:53 Print

Uni-Pläne "zeitgemäß" oder nur ein "Placebo"?

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) plant neue Zugangsschranken für einige Studienfächer. Die Maßnahmen stoßen nicht nur auf Zustimmung.

Bildungsminister Heinz Faßmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz. (Bild: picturedesk.com)

Bildungsminister Heinz Faßmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz. (Bild: picturedesk.com)

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Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) präsentierten am Montag den Rektoren die Regierungspläne zur Uni-Finanzierung. Die Unis erhalten für 2019 bis 2021 1,35 Milliarden Euro mehr. Im Gegenzug fixiert die türkis-blaue Koalition am Mittwoch im Ministerrat eine Ausweitung der Aufnahmetests auf weitere Studienrichtungen.

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Neu dazu kommen Zugangsbeschränkungen in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen. Spezialfall: Medizin. Auch hier gibt es Tests. Grund dafür ist allerdings die EU-Quotenregelung für ausländische Studenten. Steigern will man die Zahl der "prüfungsaktiven" Studierenden. Von rund 280.000 Inskribierten waren das zuletzt nur 182.000. Studiengebühren seien derzeit kein Thema, so eine Sprecherin des Bildungsministers. Faßmann betonte auch erneut, dass die Frage der Studiengebühren erst in "Jahren" behandelt wird.

Studierendenvertretung wittert "wirkungsloses Placebo"

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) steht den geplanten Maßnahmen kritisch gegenüber und sieht "ein weiteres Indiz dafür, dass dieser Regierung der Blick für die wirklichen Probleme fehlt", so Marita Gasteiger vom Vorsitzteam der ÖH. Die Einführung sozial selektiver Zugangsbeschränkungen könne niemals als faire Maßnahme durchgehen. Das "Eignungs-Feedback" sei ein "wirkungsloses Placebo".

Die Industriellenvereinigung bezeichnete die Uni-Pläne in einer Aussendung am Dienstag als "zeitgemäße Vorschläge im Sinne von Studierenden, Lehrenden, Forschenden, dem Wirtschaftsstandort und der Industrie". "Wir brauchen das neue System, um die Betreuungsrelationen zu verbessern, die Abschlussquoten zu erhöhen und um eine Qualitätssteigerung in Lehre und Forschung herbeizuführen", so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung.

Kritik und Lob aus der Opposition

Auch die NEOS sind grundsätzlich erfreut, aber weisen auf offene Fragen hin und warnen vor "Schikanen". "Damit Zugangsbeschränkungen nicht zur reinen Schikane werden, braucht es grundlegende Änderungen im Finanzierungs- und Zugangssystem. Und zwar in erster Linie eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung“, so NEOS-Wissenschaftssprecherin Claudia Gamon am Dienstag. Dieses Modell orientiere sich an den tatsächlich anfallenden Kosten pro Studienplatz.

Aus der Opposition gibt es nicht nur Lob, denn die SPÖ wettert gegen Faßmanns Pläne. Die rote Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl prangert "neue Bildungshürden" an. Sie fürchtet eine "deutliche Reduktion der Studienplätze", für die kommenden Jahre sei mit etwa 15.000 weniger Plätzen zu rechnen. Ein bisschen Zustimmung gibt es aber doch: Kuntzl ist erfreut über die Aufstockung der Mindestzahl an Plätzen für das Informatik-Studium um 300 auf 2.800.

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(red)

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  • Franz Absberg am 30.01.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Studiengebühren für Studenten aus BRD

    Studiengebühren sind sinnvoll, wenn bedürftige, erfolgreiche Studenten entsprechende Stipendien erhalten. Man könnte damit auch die vielen deutschen Studenten zur Kasse bitten, die nach ihrem Studium (auf Kosten der österreichischen Steuerzahler) wieder nach Hause gehen!

  • anna huber am 30.01.2018 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Jedes Studienjahr eines Studierenden kostet den Steuerzahler ein horrendes Geld. Wenn man sich dann die Zahl der Studienabbrecher ansieht, für die das ganze Geld sinnlos verschwendet wurde, ist wohl jede Maßnahme zu begrüßen, die zu einem zügigen, aktiven und vor allem auch abgeschlossenen Studium führt. In diesem Sinne wären auch Studiengebühren zu begrüßen, natürlich sozial gestaffelt und verträglich.

  • masterfire am 30.01.2018 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zur Studiengebühr

    Ich bin eher gegen Studiengebüren. Man nimmt nämlich mit solchen Zahlungen einen Kind oder Studenten aus der unteren Schicht, die Möglichkeit etwas aus sich zu machen auch wenn er z.b. Hochbegabt ist. Man muss die Jugend unterstützen weil wenn man sich ein Studium erst mit z.B. 40 leisten kann wär die Zeit bis dahin für diese Person Verschwendung seines Talents. Jeder sollte studieren dürfen. Was hingegen sinnvoll wäre, ist eine Studiengebühr für ausländische Studenten(z.B. Deutsch)

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • masterfire am 30.01.2018 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zur Studiengebühr

    Ich bin eher gegen Studiengebüren. Man nimmt nämlich mit solchen Zahlungen einen Kind oder Studenten aus der unteren Schicht, die Möglichkeit etwas aus sich zu machen auch wenn er z.b. Hochbegabt ist. Man muss die Jugend unterstützen weil wenn man sich ein Studium erst mit z.B. 40 leisten kann wär die Zeit bis dahin für diese Person Verschwendung seines Talents. Jeder sollte studieren dürfen. Was hingegen sinnvoll wäre, ist eine Studiengebühr für ausländische Studenten(z.B. Deutsch)

    • Nina am 31.01.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Versteh die Aufregung nicht...

      Es gibt doch ein funktionierendes Stipendiensystem! Ich hab selber studiert in einer Zeit in der es Studiengebühren gab und hab - da meine Eltern keine Spitzenverdiener sind - die komplette Gebühr rückerstattet bekommen. Versteh die Aufregung darüber überhaupt nicht. Andere Länder haben auch Studiengebühren und ich find das auch sinnvoll!

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  • Franz Absberg am 30.01.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Studiengebühren für Studenten aus BRD

    Studiengebühren sind sinnvoll, wenn bedürftige, erfolgreiche Studenten entsprechende Stipendien erhalten. Man könnte damit auch die vielen deutschen Studenten zur Kasse bitten, die nach ihrem Studium (auf Kosten der österreichischen Steuerzahler) wieder nach Hause gehen!

  • anna huber am 30.01.2018 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Jedes Studienjahr eines Studierenden kostet den Steuerzahler ein horrendes Geld. Wenn man sich dann die Zahl der Studienabbrecher ansieht, für die das ganze Geld sinnlos verschwendet wurde, ist wohl jede Maßnahme zu begrüßen, die zu einem zügigen, aktiven und vor allem auch abgeschlossenen Studium führt. In diesem Sinne wären auch Studiengebühren zu begrüßen, natürlich sozial gestaffelt und verträglich.