Verteidigungsminister

21. Mai 2019 17:01; Akt: 21.05.2019 17:54 Print

Kunasek warnt vor "totalem Krieg" gegen ÖVP

Wird die FPÖ einem Misstrauensantrag gegen Kurz zustimmen? FPÖ-Verteidigungsminister Kunasek mahnt vor einer heute nicht absehbaren Dynamik im Nationalrat.

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Der Rauswurf von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) durch Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde nach dem Rücktritt von Bundesparteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache zum Knackpunkt für die türkis-blaue Koalition. Das Resultat ist, dass alle freiheitlichen Minister geschlossen die Regierung verlassen.

Unter ihnen auch Verteidigungsminister Mario Kunasek. Doch anstatt im Nationalrat die Oppositionsbank zu drücken, kehrt der gebürtige Grazer der Bundeshauptstadt gänzlich den Rücken. Er will wieder "landespolitisch in Erscheinung treten und wirken".

"Angesichts der aktuellen Lage kannst du ja sowieso keine Zukunftsprojekte mehr starten. Jetzt noch drei Monate Minister zu spielen, das wäre Sesselkleberei", erklärt der scheidende Minister gegenüber der "Kleinen Zeitung", warum der geschlossene Rücktritt der Freiheitlichen wichtiger war als die weitere Regierungsarbeit für Österreich.

"Zu viel Porzellan zerschlagen"

Kickl sei eine "tragende Säule" gewesen, der sich "nichts zuschulden kommen lassen" habe. "Daher war es im Sinne der Geschlossenheit erforderlich, dass wir uns hinter ihn stellen", so Kunasek.

"In den letzten Stunden und Tagen wurde einfach zu viel Porzellan zerschlagen", das ehemals gute Arbeitsverhältnis sei schwer beschädigt, erklärt der Steirer im Interview und mutmaßt: "In der ÖVP hat sich offenbar eine Kraft durchgesetzt, die uns nicht will."

Unterstützt FPÖ Misstrauensantrag?

Wird die FPÖ nun auch den Bundeskanzler stürzen? Die SPÖ hat bereits angekündigt, einen Misstrauensantrag gegen Sebastian Kurz einbringen zu wollen. Ohne die Freiheitlichen hätte die ÖVP nicht genug Stimmen, um diesen abzuwehren.

Zum Thema: So stehen Kurz’ Chancen beim Misstrauensantrag

Im Interview mit der "Kleinen Zeitung" gibt Kunasek zu, darüber "noch nicht nachgedacht" zu haben, mahnt aber: "Wenn es im Nationalrat zum freien Spiel der Kräfte kommt, dann wird es vermutlich so manche Dynamik geben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können". Und: "Es sollte jetzt nicht der totale Krieg ausbrechen. Das ist nicht notwendig."

Alle Artikel zur Causa Strache und der Regierungskrise zum Nachlesen >>>

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hte am 21.05.2019 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    TSE

    Kurz und seine super Berater haben den größten Schäden für Österreich verursacht, warum die Regierung beenden die bis jetzt gut gearbeitet hat? Nur weil Strache 2 Jahre davor alkoholisiert Schwachwachsinn von sich gibt ist jetzt Sippenhaftung angesagt um noch mächtiger zu werden, das ganze Geschwafel von Kurz ist sowas von unglaubwürdig! Die EU - Eliten haben jetzt was Sie brauchen mit dem Bauernopfer aus Österreich, eine Schande ist das wie Kurz und seine schwarzen "Freunde" da mitmachen. Hoffentlich haben die Östereicher das durchschaut und Strafen das mit Ihrer Stimme ab.

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  • Fortitudo am 21.05.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre wenn...

    Gar nicht blöd, der Kunasek! Ich stelle mir ja die ganze Zeit vor, im September haben ÖVP und FPÖ eine herausragende Mehrheit. Die FPÖ ihre Trotzwähler und die ÖVP weil Kurz der einzige wählbare ist. Die ganzen Linken, die sich jetzt aufpusten haben womöglich viel, viel weniger als was sie denken! Ich würde es lustig finden! Strache und Gudenus haben Mist gebaut, beide sollten sich zurückziehen. Zum Wohle der Partei und zum Wohle Österreichs!

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  • stealth71 am 21.05.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau genommen,

    müsste die FPÖ ja nur beim Misstrauensantrag geschlossen das Plenum verlassen, dann liegt es an der Opposition, ob sie den Kanzler zu Fall bringt. Dem Misstrauensantrag zustimmen würde ich als FPÖ eher weniger.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Banane am 22.05.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Krieg sondern restlose Aufklärung

    Neos knicken ein, Fpö knickt ein, SPÖ wird auch noch einknicken, weil sie alle an eine Regierungsbeteiligung nach der Wahl denken. Daher ist die Liste vom Pilz die einzige wählbare Partei für mich. Pilz ist der einzige Politiker in diesem Land, der seine Meinung nicht anpasst, um zu gefallen. Er ist deshalb wichtig für unser Parlament. Gerade in Zeiten wie diesen, wo man eh keiner Partei mehr trauen kann.

  • Shame am 22.05.2019 05:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kunasek verteidigt zukünftig

    den Dorfanger gegen alle, die nicht im Dorf wohnen.. Danke

  • Penelope am 22.05.2019 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schlagzeile in Kombination...

    ...mit dem Foto (Militärpolizisten mit Maschinenpistolen) sind aber schon überdimensional reisserisch für den Inhalt des Artikel, der eigentlich genau das Gegenteil aussagt? :D "Es sollte jetzt nicht der totale Krieg ausbrechen. Das ist nicht notwendig."

  • Heinz B. am 21.05.2019 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wird passieren

    Gar nichts wird passieren. Die FPÖ wird wie immer schon in der Vergangenheit einknicken und die SPÖ? Ist auch zu vergessen. Also wirds leider keinen erfolgreichen Misstrauensantrag gegen Kurz geben.

  • Wm am 21.05.2019 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Sollte die Fpö nicht gegen kurz stimmen, verliert ihr auch die Stammwähler, nach 21 Jahren Fpö ist die rote Linie nun endgültig erreicht, ein erhalten von kurz dann könnt ihr schauen wo ihr eure Stimmen herbekommt von meiner Familie nicht mehr.

    • Fortitudo am 22.05.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Scheuklappendenken!

      So nutzen Sie den Linken auch ohne die Linken zu wählen! Der FPÖ gebührt ein Stimmenverlust, aber die Linken dürfen NICHT die Mehrheit bekommen. Damit hätten sie alle erreicht, was sie wollten.

    • Wm am 22.05.2019 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      Wm

      Da gibts was das nennt sich Geradlinigkeit. Bin kein Fähnchen und wähle keine Fähnchenpartei

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