Als "Sponsor" bezeichnet

29. März 2018 11:19; Akt: 29.03.2018 15:00 Print

Getränke-Firma geht gegen Identitären-Chef vor

Martin Sellner, Sprecher rechtsextremen "Identitären", erhielt einen anwaltlichen Brief von Getränkehersteller Thomas Henry. Er hatte behauptet, die Firma sei sein Sponsor.

In einem Youtube-Video gab der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner Brausehersteller Thomas Henry als seinen Sponsor aus. (Bild: Screenshot Youtube)

In einem Youtube-Video gab der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner Brausehersteller Thomas Henry als seinen Sponsor aus. (Bild: Screenshot Youtube)

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Ein vermeintlicher Schmäh ist für der Sprecher der rechtsextremen "Identitären", Martin Sellner, ordentlich nach hinten losgegangen. In einem Youtube-Video gab er den Getränkehersteller Thomas Henry als seinen Sponsor aus. Die Firma geht rechtlich gegen die Behauptung vor. Sellner zieht zurück, will aber die Anwaltskosten nicht zahlen.

In einem Youtube-Clip vom 17. März berichtete der Aktivist von seinem neuen, durch Spenden finanzierten Auto (sein altes war einen Brandanschlag zum Opfer gefallen) und seinem persönlichen politischen "Zwischenstand", wie der "Standard" berichtet. Darüber hinaus sprach Sellner allerdings auch ausführlich über die von ihm sehr geschätzte Brause "Cherry Blossom Tonic" der Berliner Firma Thomas Henry.

"Botschaft von unserem Sponsor"

Der Rechtsextreme bezeichnete die Firma großspurig als "Sponsor" seiner Bewegung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der Wortlaut aus dem Clip laut "Standard"-Bericht:
"Eine kleine Botschaft übrigens von unserem Sponsor, Sir Thomas Henry. (…) Mein ganzer politischer Aktivismus, wenn ich mal so wirklich so kraftlos bin, am Boden bin – einfach so ne kleine Flasche Thomas Henry Cherry Blossom und der ganze Metabolismus kurbelt sich wieder an und mir kommen tausend Aktionsideen. Also vielen Dank [unverständlich] an Sir Thomas Henry, ohne den unser gesamter politischer Widerstand nicht möglich wäre."

Rechtliche Schritte eingeleitet

Über Facebook wurde Thomas Henry auf die Aussagen von Sellner hingewiesen. Auf eine Anfrage des "Standard" teilte das Unternehmen mit, dass es "gegen die Aussage von Herrn Sellner rechtliche Schritte eingeleitet" hat. Ein Sponsoring des rechtsextremen Aktivisten würde man "niemals in Erwägung ziehen", denn man identifiziere sich "mit den Idealen einer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft".

Sellner erhielt ein anwaltliches Schreiben des Getränkeherstellers, in dem dieses fordert, die Behauptung zu widerrufen und auch in Zukunft zu unterlassen. Außerdem muss er für alle etwaigen daraus resultierenden Schäden haften und auch für die Anwaltskosten der Firma aufkommen. Das bestätigte der Aktivist in einem Nachfolgevideo.

"Lächerliches Blabla"

Sellner hat den beanstandeten Teil seines Videos mittlerweile entfernt, mockiert sich aber über das Vorgehen von Thomas Henry. Die Stellungnahme der Firma bezeichnet er als "lächerliches Blabla".

Die Forderung sei "lächerlich", denn er habe seine Aussage als "Witz" gemeint. Deshalb werde er auch verweigern, die Anwaltskosten zu bezahlen, kündigte Sellner an. Ob er den Rechtsstreit gegen die Firma wirklich aufnehmen und die Anwaltskosten damit weiter in die Höhe treiben wird, muss sich zeigen.

Die Facebook-Seite von Thomas Henry wird seit dem Vorfall mit Negativ-Bewertungen von Sellners rechten Fans bombardiert. Diese werfen dem Unternehmen, es würde "keine anderen Meinungen akzeptieren" bzw "wehleidig" zu sein.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na Dann Prost am 29.03.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratiswerbung

    Ich kann im Text nichts Verwerfliches finden. Da ist von Sponsoring keine Rede. Er sagt nur, dass er dank dieses Getränks aktiver ist, als ohne. Der Getränkehersteller sollte über die Gratiswerbung froh sein.

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  • Gunther am 30.03.2018 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Plumpe Meinungsmache

    Einer Geuppierung junger Leute, die sich für den Erhalt unserer Werte und Kultur einsetzen, in jedem Absatz den Begriff rechtsradikal zu unterstellen, halte ich für eine billige und plumpe Meinungsmache. Ich wünsche mir mehr neutrale und sachliche Berichterstattung. Die private Meinung eines Redakteurs interessiert niemanden. Wenn die Gruppierung tatsächlich rechtsradikal ist, dann wäre sie längst verboten worden.

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  • Ingrid am 30.03.2018 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Patrioten

    Wir rechten Patrioten trinken jetzt alle Thomas Henry Produkte, daran erkennt Ihr uns!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gunther am 30.03.2018 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Plumpe Meinungsmache

    Einer Geuppierung junger Leute, die sich für den Erhalt unserer Werte und Kultur einsetzen, in jedem Absatz den Begriff rechtsradikal zu unterstellen, halte ich für eine billige und plumpe Meinungsmache. Ich wünsche mir mehr neutrale und sachliche Berichterstattung. Die private Meinung eines Redakteurs interessiert niemanden. Wenn die Gruppierung tatsächlich rechtsradikal ist, dann wäre sie längst verboten worden.

    • Statistiker am 30.03.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gunther

      Genauso ist es!

    • Peter Pan am 30.03.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      Politisch korrekt

      Das ist sachlich. Lesen Sie im Verfassungsschutzbericht 2016 nach. Da wird genau begründet, warum es sich um Rechtsradikale handelt. Also lassen wir diese politische Korrektheit und nennen Sie nicht Patrioten (die sie nicht sind) sondern einfach als Rechtsradikale.

    • Statistiker am 31.03.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Pan

      Gut, dann bleiben wir doch bei der Wahrheit und nennen Peter Pan einen linksradikalen Bolschewiken!

    • Kaptain Hook am 01.04.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      P I ter

      @Peter Pan: Meinen Sie etwa einen Verfassungsschutzbericht aus jenen Institutionen gegen welche gerade von der Staatsanwaltschaft wegen "dubiöser Vorkommnisse" ermittelt wird?

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  • Ingrid am 30.03.2018 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Patrioten

    Wir rechten Patrioten trinken jetzt alle Thomas Henry Produkte, daran erkennt Ihr uns!

    • Der war am 30.03.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      auch nicht schlecht :)

      Ein "rechter Patriot" der "Rosa Zuckerwasser" trinkt? War wohl auch als Scherz gemeint :)

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  • Na Dann Prost am 29.03.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratiswerbung

    Ich kann im Text nichts Verwerfliches finden. Da ist von Sponsoring keine Rede. Er sagt nur, dass er dank dieses Getränks aktiver ist, als ohne. Der Getränkehersteller sollte über die Gratiswerbung froh sein.

    • Rorschach am 29.03.2018 23:18 Report Diesen Beitrag melden

      Und der einleitende Satz

      "Eine kleine Botschaft übrigens von unserem Sponsor..." wäre dann wie genau zu interpretieren?

    • Statistiker am 30.03.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rorschach

      Kräftesponsor! Das hat Sellner ja gesagt. Er hat nie behauptet, dass es um Geld ginge, das versucht man ihm zu unterstellen, so wie du offensichtlich auch.

    • Rorschach am 30.03.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Statistiker: Peinliches Relativieren

      und Interpretieren. Sonst nix.

    • Statistiker am 31.03.2018 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rorschach

      .. sagt der, der sich selbst Rorschach nennt und nichts anderes tut als zu interpretieren. Wie billig!

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  • Noah Posting am 29.03.2018 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dirty Campaigning

    der Identitären, wie in den meisten Medien. Wann stellt man deren Umtriebe ein?

    • j.l. am 29.03.2018 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      penelope

      da hast an und für sich schon recht aber man sollte wirklich alles gegen reche gesinnung tun.

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