Bericht an Verteidigungsminister

31. Mai 2018 13:59; Akt: 31.05.2018 14:55 Print

Was wusste Darabos von der Todesfalle am Golan?

Ein aufgetauchtes Schreiben an sein damaliges Büro bringt den ehemaligen Verteidigungsminister unter Druck. Er dementiert, davon Kenntnis gehabt zu haben.

Norbert Darabos (SPÖ) verlangt eine komplette Aufklärung des Falls. (Bild: picturedesk.com)

Norbert Darabos (SPÖ) verlangt eine komplette Aufklärung des Falls. (Bild: picturedesk.com)

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Die Aufnahmen der österreichischen UNO-Soldaten auf den Golanhöhen, die im September 2012 einen Konvoi syrischer Geheimpolizisten offenbar wissentlich in eine Todesfalle fahren ließen, sorgten für einen internationalen Aufschrei. Die Wochenzeitung "Falter" hatte den Fall Ende April publik gemacht und den Videomitschnitt der Soldaten veröffentlicht.

Umfrage
Hätten sich die österreichischen Blauhelme am Golan einmischen sollen?
25 %
39 %
24 %
12 %
Insgesamt 80 Teilnehmer

Der UNO selbst war die Sachlage jedenfalls bekannt, Generalsekretär Ban Ki-Moon sprach den Vorfall in einem Routinebericht im November 2012 an.

Unklar war nach der Veröffentlichung der Aufnahmen durch den "Falter", ob hier ein Fehlverhalten der österreichischen Soldaten vorlag, bzw. diese die Durchfahrt der Geheimpolizisten verhindern hätten müssen. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) richtete eigens dafür eine Untersuchungskommission ein.

Doch wie viel wusste der damals amtierende Verteidigungsminister? "Ich habe von diesem Vorfall nichts gewusst", hatte Norbert Darabos (SPÖ) schon Ende April auf Anfrage des "ORF Burgenland" gesagt.

Ein Schreiben, das direkt an das Büro des Verteidigungsministers gerichtet war und der APA vorliegen soll, scheint dieser Aussage aber zu widersprechen. Darin wird über den Vorfall und auch über den daraus entstandenen Konflikt zwischen den Austro-Soldaten und dem UNO-Kommando informiert.

Darabos: Wäre "selbstverständlich eingeschritten"

Das betreffende Schreiben ist laut APA auf den 9. Oktober 2012 datiert und wurde somit zehn Tage nach dem Massaker verfasst. Signiert wurde es vom damaligen Generalsstabschef Edmund Entacher. Darin äußert das Bundesheer Kritik über "nicht mandatskonforme Befehlserteilung" an die österreichischen Blauhelme seitens des UNO-Kommandos. Zudem habe der damalige Kommandant der Streitkräfte "herabwürdigende Aussagen" getätigt und die Österreicher auch aufgefordert, die Leichen und Waffen der Opfer zu bergen.

"An mich als Minister ist so ein Vorfall nie herangetragen worden", gab Darabos damit konfrontiert auf Anfrage der APA zu Wort. Er habe erst nach Veröffentlichung des Videos über den ORF-Teletext davon erfahren. Hätte er davon gewusst, so wäre er "selbstverständlich eingeschritten" und "hätte die involvierten Soldaten nach Österreich zurückbeordert", so der jetzige Bundesgeschäftsführer der SPÖ.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noxx am 31.05.2018 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die eigentliche Frage ist ....

    Was weiss der überhaupt

  • SockenRambo am 31.05.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr Norbert D

    Er dementiert, er weiß nichts, er kann sich nicht erinnern, das entzieht sich seiner Kenntnis, davon hört er das erste Mal.... Was soll das? Als Minister ist man in der Verantwortung.. wieso ist der VW Chef zurück getreten, wieso damals die Fokuschima Direktoren? Die Fehler haben nicht die persönlich gemacht aber der oberste am Treppchen hat die Verantwortung.. dafür gibt es auch ein fürstliches Gehalt!!! Allein für den Betrug am österreichischen Steuerzahler mit den schrottreifen Eurofighter gehört Herr Norbert D vor ein ordentliches Gericht. Es gilt (auch wenn es JEDER besser weiß) die Unschuldsvermutung.

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  • Josef Weinhandl am 31.05.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Ex.

    Warum hat er als Minister einen Lohn bekommen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • REFLO am 03.06.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Darabos

    Jeden Tag einen Spitz ist auch regelmäßig gelebt!

  • Snickerman am 01.06.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Weißnix

    Was redet der Mann für einen Unsinn? Den Soldaten ist gar nichts vorzuwerfen. Laut den Regeln der UNO für die dortigen Friedenssoldaten haben sich die nicht einzumischen, solange sie oder Kollegen angegriffen werden. Das sollte Darabos doch wissen, wenn er auch damals keine Ahnung zu haben schien, was in seinem Laden lief.

  • Kasi am 01.06.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darabos

    was sollte einen ehemaligen zivildiener interessieren bzw. sollte er wissen?eine klassische fehlbesetzung der ROTEN!!!!

  • Alzheimer am 01.06.2018 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Politikerkrankheit

    ein Wahnsinn, was die alles nicht mehr wissen, keine Wahrnehmung haben, keine Kenntnis.. da stellt sich bei mir die einzige Frage: warum dürfen die in die Regierung? Wenn ich so wenig wüsste, wäre ich 24/7 Pflegefall.. insofern Respekt, dass die noch wissen wie sie atmen

  • Knut Randauch am 31.05.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die eigentliche Frage ist:

    Was haben unsere Soldaten überhaupt dort verloren? Die Heimat verteidigen? Haben wir am Golan einen Schrebergarten?

    • Snickerman am 01.06.2018 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Aua...

      Schon mal von der UNO gehört? Ja, da gehören alle dazu, Ihr auch...

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