Wird bald verschwunden sein

16. August 2018 17:12; Akt: 16.08.2018 17:13 Print

Nach "Neger"-Posting jetzt Stichelei des Ministeriums

Die ÖBB und das Verkehrsministerium haben auf die verbalen Entgleisungen eines FPÖ-Stadtrates reagiert. Höchst unterschiedlich.

Unter diesem Posting kam es zum besagten Kommentar. (Bild: Screenshot Facebook)

Unter diesem Posting kam es zum besagten Kommentar. (Bild: Screenshot Facebook)

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Der Fall rund um einen freiheitlichen Stadtrat, der in einem Internet-Posting homophobe und rassistische Äußerungen über ein Werbesujet der ÖBB geäußert hatte, geht in die nächste Runde ("Heute" berichtete). Am Donnerstag erreichte "Heute" eine erste Stellungnahme der ÖBB zum Thema.

ÖBB: "Vielfalt und Gleichberechtigung sind uns wichtig"

Eigentlich wollten die österreichischen Bundesbahnen mit ihrem Sujet, nach eigenen Angaben, nur kräftig die Werbetrommel für ihre bereits seit 2013 erhältliche Vorteilscard Family rühren. Mit dem jetzt heiß diskutierten Sujet, dass ein homosexuelles Pärchen mit Kind abgebildet zeigte, wollte man auch zeigen, dass diese Familienkarte "ja für alle da ist". Also auch für "die Oma mit dem Enkel, und Tanten und Onkel mit Kindern", so die ÖBB. Außerdem würde es sich bei dem Plakat, auf dem besagtes homosexuelles Pärchen abgelichtet ist, bei weitem nicht um das einzige derartige Werbeplakat handeln. Man habe ganz bewusst mehrere Versionen entwickeln lassen, heißt es aus dem Unternehmen.

Ministerium bezweifelt Sinnhaftigkeit des Sujets

Von Seiten des Verkehrministeriums wird darauf hingewiesen, dass die ÖBB ihre Werbeplakate vollkommen selbstständig entwickeln würden. Außerdem sei davon auszugehen, dass das Sujet bereits in wenigen Wochen wieder verschwunden sein werde, allerdings nicht weil das Ministerium sich an der Darstellung störe. Österreichweit gebe es aber ohnehin nur fünf davon zu sehen (an den Bahnhöfen Linz und Wien), so das Ministerium. Jene Aufsteller, auf denen das Plakat momentan noch zu sehen sei, würden sowieso beständig erneuert werden.

Anzahl der gleichgeschlechtlichen Familien im "Promillebereich"

Einen Seitenhieb in Richtung der Marketingabteilung der ÖBB konnte sich das Ministerium allerdings nicht verbeißen, denn rein aus fachlicher Sicht stelle sich die Frage, ob das betroffene Sujet einen "großen Verkaufs-Turbo" anwerfen könne. Die Haupt-Zielgruppe seien wohl ohnehin überwiegend Eltern mit Kindern, Oma/Opa mit Enkelkindern sowie alleinerziehende Mütter und Väter mit Kindern. Die am heiß diskutierten Plakat abgebildete Situation sei in Österreich daher wohl eher im Promillebereich anzusiedeln, so das Ministerium.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franka am 17.08.2018 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum dann hervorheben

    wenn solche "paare" eh nur im Promille Bereich liegen, warum muss man solche "paare" dann immer hervorheben.

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  • Robert am 16.08.2018 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Co finanziert mit deinem Geld

    Und vom steuerzahler co finanziert! Die öbb wird gestopft wie sonst nur der orf!

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  • karl am 17.08.2018 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB

    Wahrscheinlich sind bei der ÖBB in der Chefetage viele Homosexuel daher dieses Plakat.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 17.08.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schelm, wer Schlechtes denkt

    Unglaublich, was ein Bild für Spekulationen auslöst. Auf einem Werbeplakat sind zwei bezahlte männl. Models zu sehen, einem hat man ein Kind in die Hand gedrückt. Es ist also nur im Kopf des Betrachters, der eine Geschichte dazu entwickelt: Gleichgeschlechtliche Partnerschaft, adoptiertes Kind, große Aufregung darüber. Ein anderer sieht ganz was anderes darin: Zwei Freunde fahren mit der Bahn wohin, der eine muß das Kind mitnehmen, weil die Frau keine Zeit hat, braver Typ. Kein Fall hier entspricht der Wirklichkeit. Wir erzeugen diese Interpretation mit unserer eigenen überbordenden Fantasie.

    • dsgl am 17.08.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Topfen ...

      ... wenn die ÖBB mit diesem Plakat die family card bewerben, dann bordet bei uns wohl die die Fantasie über ..

    • nurlieb am 17.08.2018 18:56 Report Diesen Beitrag melden

      Schafsvolk

      Ich wünchte die Leute hätten Ihre Augen bewußter offen, dann würden sie erkennen wie manipuliert wir werden. Ein FPÖler hats überissen, andere leider nicht. Nur wenn Widerstand im Volk wächst, dann kann sich was ändern.

    • Werber am 19.08.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      an Max

      Wenn es um die Family Card geht, warum sollte man dann zwei Freunde mit Kind abbilden? Macht keinen Sinn. Und Brüder können sie auch nicht sein ;)

    • Max Mustermann am 20.08.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Werber

      Das Plakat ist ja über dem Artikel abgebildet. Wenn Sie den Text darauf lesen würden: Für Mütter, Väter, Partner oder Freunde, die mit Kindern unterwegs sind.

    • Werber am 20.08.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      an Max

      Der Text zeigt nur den Fehler im Konzept. Es geht um die Family Card, da haben Friends nix verloren. Wie ich schon geschrieben habe.

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  • Lupo am 17.08.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Den meisten

    Usern hier fehlt sogar der Kopfinhalt für einfachste Gedankenarbeit. Dieses Plakat ist aufgefallen - ein etwas naiver blauner Kerl ist drauf angesprungen - die Medien schreiben tagelang drüber - die ÖBB bekommen nicht nur die eine Werbung über 3 oder 4 Plakaten sondern auch noch kostenlose, gewaltige Werbung in den Printmedien und im Internet. Aber Hauptsache ein paar Komiker pudeln sich jetzt noch zusätzlich auf, damit die kostenlose Werbekampagne weiterlaufen kann.

  • Georg G. am 17.08.2018 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hm...

    Ob die ÖBB schlau genug für Guerilla-Marketing sind? Be2fel. Das war wohl ernst gemeinte Inklusion oder Diversity oder welches Buzzword da auch immer Anwendung findet.

  • Marion Müller am 17.08.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Medienwirksames Aufsehen geschafft

    Ein kompliment an die Verantwortlichen, wer schafft es mit nur 5 Plakate, das sooooo viel drüber reden und Berichte im Internet entstehen? Hätten Sie eine normale 0815-Familie genommen, hätten sich die Leute das Plakat angesehen und wäre vergessen gewesen. Jedoch in dieser konstellation teilen viele den Bericht, diskitieren ihn mit Freunden und Bekannten und erhalten medienwirksames Aufsehen. Das ist ja auch der Sinn eines Plakates, das man darüber redet.

  • germanwings85 am 17.08.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die sich angesprochen fühlen

    Einfach Widerlich und primitiv wie sich hier sogenannte Traditionalisten hervortun und sich so über Gebühr über Minderheitem auslassen. Sie schreiben so ehrenhaft und sind im wahren Leben doch die letzten armen Würstchen. Sorry - eure Kinder tun mir in höchstem Maße Leid (sofern ihr welche habt). Aus was für engstirnigen, begrenzten Kleingeister sie entstanden sind....

    • j.l. am 17.08.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      darum stehen sie so sehr

      auf demokratie, da kann die mehrheit schön auf die minderheiten eindreschhen und niedertreten

    • franka am 17.08.2018 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @j.l.

      umgekehrt ,die Minderheit tritt auf die Mehrheit

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