Aus Protest gegen FPÖ

17. Januar 2018 17:30; Akt: 17.01.2018 17:37 Print

Juden wollen Holocaust-Gedenkfeier boykottieren

Am 27. Jänner wird weltweit der Befreiung des KZ Auschwitz gedacht. Die Israelitische Kultusgemeinde Wiens wird diese boykottieren – aus Protest gegen die FPÖ.

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Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), hat in einem Interview mit der israelischen Zeitung "Makor Rishon" angekündigt, die Holocaust-Gedenkzeremonien am 27. Jänner boykottieren zu wollen – sollten seitens der Bundesregierung Minister der FPÖ ebenfalls daran teilnehmen.

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Die Israelitische Kultusgemeinde will Holocaust-Gedenkzeremonien wegen der FPÖ boykottierten: Wie finden Sie das?
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"Wenn Minister der Freiheitlichen anwesend sind – und ich bin sicher, dass sie das sein werden – werde ich nicht imstande sein, ihnen die Hand zu reichen", wird Deutsch auch im jüdisch-schweizerischen Wochenmagazin "Tacheles" zitiert. "Das heißt, dass die jüdische Gemeinde nicht teilnehmen wird."

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde am 27. Januar 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt und wird seitdem alljährlich von jüdischen Gemeinden zelebriert.

Kein Kontakt zur FPÖ

Erst am vergangenen Dienstag (9. Jänner) hatte der Kultusvorstand der IKG einstimmig beschlossen, weiterhin keine Kontakte zur FPÖ aufzunehmen: "Die IKG Wien unterhält weiterhin keine politischen Kontakte zu Vertretern der FPÖ, auch nicht zu Regierungsmitgliedern, die dieser Partei angehören. Die Beziehungen zu den Ministerien, die unter der Verantwortung von FPÖ-Vertretern stehen, werden nur im Anlassfall und nur auf Beamtenebene geführt", heißt es in einer Aussendung.

Kritisiert wird unter anderem, dass ein beträchtlicher Anteil der Parteifunktionäre "Mitglieder deutschnationaler Burschenschaften" seien. Zudem unterstütze die Partei das "revisionistische Magazin ' Aula'", in welchem KZ-Überlebende als "Landplage" und "kriminell" diffamiert würden.

"Die IKG Wien setzt mit diesem Beschluss ihre kritische Haltung gegenüber der FPÖ fort. Diese Position wird unter anderem von der jüdischen Gemeinde in Deutschland, Frankreich, dem European Jewish Congress, dem World Jewish Congress, dem Dachverband der nordamerikanischen jüdischen Gemeinden sowie offiziellen Vertretern des Staates Israel in Form ähnlicher Beschlüsse bekräftigt", wird abschließend mitgeteilt.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zimbo am 17.01.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem !

    Spart Kosten und CO2.

    einklappen einklappen
  • Egal am 17.01.2018 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Auch recht

    Dann halt nicht, machen sich noch unbeliebter als sie eh schon sind.

  • Michi am 17.01.2018 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dann bitte gleich absagen

    Es reicht jetzt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nil am 19.01.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Juckt keinen wenn sie die Veranstaltung nich besuchen, Mann muss mal die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und nicht immer neu aufrühren. Waren sicher sehr schlimme Zeiten aber es reicht mal mit den ewigen Jammern

  • Wiener am 19.01.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz pur

    Wenn Fernsehsender, Facebook & Co. der Mittelschicht als Nachrichten- oder Lernquelle dienen, dann kriegen wir Komentare wie die 8 vor mir. Liebe Leute, die Juden reagieren so weil sie in diesem Land vor ungefähr 80 Jahren grundlos und unaufgefordert enteignet, beraubt, zwangsevakuiert, und schlussendlich,unmenschlich gequält und umgebracht sind. Wenn man so was von Nachbarn erlebt, dann ist man vorsichtiger.

    • Censorship am 19.01.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Wiener

      Sie meinen so wie in der West Bank heute? Und die IKG supportet genau diese rechtsextreme, fundamentalistische Regierung... Ja ich weiß, böser Vergleich..

    einklappen einklappen
  • Max Mustermann am 18.01.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach ist das

    Wen es interessiert, der sollte hingehen, wer nicht will, eben nicht. Halt nur nicht versuchen, die neue Regierung zu erpressen. Da wird nichts draus.

  • Willi am 18.01.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wo das Geld ist wissen sie

    Aber die Förderungsgelder nehmen sie sofort.

  • skippertom am 18.01.2018 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewissen

    Na dann kommt's halt net! Da sieht man welchen Stellenwert diese Veranstaltung hat, nämlich nur um uns ein schlechtes Gewissen zu machen!