Juristisches Nachspiel

28. August 2018 09:57; Akt: 28.08.2018 12:36 Print

Ex-Kern-Berater Fußi muss vor Gericht

Rudi Fußi - ehemaliger Berater von Ex-Kanzler Kern - muss sich jetzt wegen seiner Verwicklung in die Silberstein-Causa vor Gericht verantworten.

Rudi Fußi muss sich ab Oktober vor Gericht verantworten. (Bild: picturedesk.com)

Rudi Fußi muss sich ab Oktober vor Gericht verantworten. (Bild: picturedesk.com)

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"Egal, was dir die ÖVP dafür gegeben hat. Ich gebe dir das Doppelte und sorge dafür, dass dir rechtlich nichts passieren wird“ - Diese und weitere SMS des damals noch engen SPÖ-Mitarbeiter Rudi Fußi haben jetzt ein juristisches Nachspiel. Fußi soll im Zuge der Silberstein-Causa massiven Druck auf die SP-Mitarbeiterin Anna J. ausgeübt haben, wohl weil vermutet worden war, dass Frau J. der ÖVP bezahlt Informationen über den SP-Wahlkampf zukommen habe lassen.

Bedrohte Fußi mutmaßliche VP-Informantin?

„Sie (die SPÖ, Anm.) haben deine Telefonprotokolle. Und klagen dir den Arsch weg. Anna, beweg dich. Sie werden nie eine Ruhe geben. Morgen Deal oder ich kann dir nicht mehr helfen“, so Fußi in weiteren SMS an die SP-Mitarbeiterin. Die Kronen-Zeitung mutmaßt in diesem Zusammenhang, dass Fußi Panik bekommen haben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass J. auch seine privaten E-Mails an die ÖVP und diverse Medien verkauft hatte. Fußi legte aber noch nach: „Du kommst da auch nimmer raus. Du bist die Einzige, die alle Mails bekommen hat. Glaub mir, so ein Leben willst nicht führen. Oder glaubst du, die Partei lässt dich in Ruhe, wenn du sie versenkst?“

Bringt Prozess neue Erkenntnisse über Silberstein?

Fußi selbst postete kürzlich auf Twitter, dass die Staatsanwaltschaft Wien das Verfahren eigentlich bereits hätte einstellen wollen - allerdings sei dann eine Weisung eingegangen und jetzt käme es doch zum Prozess in der "Whats-App-Affäre". Bei der SPÖ dürfte man diesem Prozess mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Einerseits ist aus Sicht der Genossen zu befürchten, dass im Zuge des Prozesses weitere pikante Details zur Silberstein-Causa ans Licht der Öffentlichkeit dringen könnten, andererseits könnte die Verhandlung auch die noch immer relativ unklare Rolle der Anna J. näher beleuchten und erklären wie es zu der, an und für sich illegalen, Weitergabe von SPÖ internen Informationen an die ÖVP und an diverse Medienunternehmen kommen konnte.

Auch Vizekanzler Strache klagt jetzt Fußi

Die "Whats-App-Affäre" dürfte allerdings nicht der einzige Fall sein, indem sich Fußi künftig vor Gericht verantworten wird müssen. Auf Twitter postete Fußi nämlich kurz nach Bekanntgabe des Gerichtstermins im Oktober: "Ein lustiger Tag. Nach der Anklage durch Weisung in Whatsapp-Geschichte trifft Stunden später eine Klage des Vizekanzlers ein. Beeindruckt mich auch nicht weiter. Die Wehleidigkeit amüsiert mich aber schon."

Der Inhalt der Klage von Vizekanzler Strache gegen Fußi ist noch weitgehend unbekannt, laut Fußi gehe es "um ein Foto". Eine unbedingte Haftstrafe für Fußi erscheint nach momentanen Stand aber äußerst unwahrscheinlich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reinhard am 28.08.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist vollkommen richtig

    dass Fussi vor Gericht gestellt gehört. Da sind schon Leute mit "schlichteren Whats App-Nachrichten" verurteilt worden. Außerdem haben wir Wähler ein Recht darauf zu erfahren welche Rolle Silberstein, Kern und Fußi im Wahlkampf gespielt haben.

  • Manfred am 28.08.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Schade, das seine letzten Ergüsse/Veröffentlichungen/Privaten Meinungen (Twitter/FB) nicht den Weg in die Verhandlung finden werden. Skandalös, was dieser Mann von sich gibt

  • Nil am 28.08.2018 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Kern

    Hoffe das sich auch die Pizza Prinzessin noch wegen Sielberstein wo er wahrscheinlich Steuergelder verschleudert hat verantworten muss. Diese SPÖ ist ein einziger Sumpf kurioser nicht ganz Gesetzestreuer Machtgeilen Geldgeiler Personen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hannah am 29.08.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schmierenkomödie wär es ein Film

    Na ob Ex Berater stimmt. In jeder Talk-Runde steht von vornherein fest, wo er steht. Es gilt die Unmutsverschuldung. Pardon Freudsche Fehlleistung, natürlich die Unschuldsvermutung. Es bleibt den werten Lesern überlassen zu beurteilen was davon Satire ist.

  • Rainer am 29.08.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Piero

    Wie lange kann die SPÖ ihren Vorsitzenden Kern noch halten und ihm sein üppiges Gehalt bezahlen es sagt ja vieles über seinen Charakter aus wenn man sieht wer seine Berater sind Silberstein und nun auch Fussi 2 die wahrscheinlich es mit dem Gesetz nicht so ernst nehmen es gilt natürlich für beide die Unschuldsvermutung Kerns politisches Wirken war auf Silberstein Fussi zweifelhaftes System aufgebaut wie die Berater so der Chef auch für Kern gilt die Unschuldsvermutung aber mit Österreich freundlicher Politik habe das nichts zu tun irgendwann einmal wird auch die Unschuldsvermutung enden!!!!!!!

  • zimbo am 29.08.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich unbedingt !

    besser wären natürlich seine Auftraggeber, aber besser als nichts.

  • Sepp am 28.08.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    War da nicht mal so ein Gruß von Fußi?

    In nahezu nordkoreanischer Verehrung hoch geschätzter Bundesparteivorsitzender, lieber Christian. Wer so grüßt der kann nicht ganz . . . . . .

  • A.B. am 28.08.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Interessanterweise..

    .....bekommt diese Person immer wieder Forum in diversen Krawallblätter und Fernsehsendungen. Der ist niemand, war niemand und wird das auch ewig bleiben, warum wir uns also seine abstrusen Theorien immer wieder anhören müssen entzieht sich meiner Kenntnis. Ein roter Zwangsbeglücker halt....dabei wollen offiziell nicht mal seine roten Brüder mit ihm etwas zu tun haben.

    • Kritischer Geist am 28.08.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      @A.B.

      Sie haben Recht. Aber Fussi ist ein Linker und als Linker hat man es in der österreichischen Presse eindeutig etwas leichter. Da wird auch bei Nötigung nicht groß berichtet. Wenn man sich das Gezetere um Nicht-Linke Verdächtige geht, die selbst dann medial vorverurteilt und hingerichtet werden, wenn strafrechtlich nichts raus kommt.

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