Neuverhandlung gefordert

07. November 2018 14:42; Akt: 07.11.2018 17:21 Print

SPÖ kritisiert tägliche Ausnahmen bei Arbeitszeit

SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner fordert eine Neuverhandlung des Arbeitszeitgesetzes unter Einbindung der Sozialpartner.

SPÖ Chefin Pamela Rendi-Wagner (Bild: picturedesk.com/APA)

SPÖ Chefin Pamela Rendi-Wagner (Bild: picturedesk.com/APA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das neue Arbeitszeitgesetz macht einen 12-Stunden-Tag und eine 60-Stunden-Woche leichter möglich. "Die Freiwilligkeit ist eine Farce", so Rendi-Wagner.

Umfrage
Wie stehen Sie zum neuen Arbeitszeit-Gesetz?

Die SPÖ drängt auf eine Neuverhandlung des seit Anfang September geltenden Arbeitszeitgesetzes. Die dokumentierten Einzelfälle, wo Arbeitgeber von Mitarbeitern mehr Überstunden verlangen, seien die "Spitze des Eisbergs", wie SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner diese Ausnahmen bezeichnet. Und: "Die Dunkelziffer ist wesentlich höher."

Die SPÖ-Parteichefin forderte, dass das Gesetz grundsätzlich verändert werden müsse. Für eine Novelle müssten die Sozialpartner und die Oppositionsparteien eingebunden werden. Die SPÖ will nun für die kommende Woche eine Sondersitzung des Nationalrats zur Causa Arbeitszeit beantragen.


Hotel-Mitarbeiter gezwungen

Rendi-Wagner verwies auch auf die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV), die sich im Ö1-Morgenjournal eine präzisere Definition wünscht, was genau mit "Freiwilligkeit" beim 12-Stunden-Tag gemeint sei. Für Arbeitgeber wie auch für die Mitarbeiter wäre es wichtig, Klarheit zu schaffen, sagte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer.

Mehrere Fälle zeigen, dass in Hotels Mitarbeiter zu längeren Arbeitszeiten gedrängt wurden. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) schlossen am Mittwoch eine Arbeitszeit-Gesetzesverschärfung aus.

So lange dürfen unsere Nachbarn täglich maximal arbeiten:



Mitarbeiterin gekündigt

Ende Oktober haben die Arbeiterkammer und die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida auch den Fall einer 56-jährigen Hilfsköchin in Wien publik gemacht, die nicht 12-Stunden arbeiten wollte und daraufhin von ihrem Chef gekündigt wurde. Die Frau arbeitete seit 1999 Teilzeit als Hilfsköchin in einem Lokal in der Wiener Leopoldstadt. In Folge wurden weitere Einzelfälle von der Arbeiterkammer öffentlich gemacht.

"Täglich grüßt der Einzelfall"

"Täglich grüßt der Einzelfall, täglich steigt die Dunkelziffer", kommentierte SPÖ-Sozialsprecher und Gewerkschafter Josef Muchitsch. Die SPÖ werde jeden arbeitsrechtlichen Fall im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitszeitgesetz publik machen, sagte Muchitsch in Richtung der ÖVP/FPÖ-Regierung. Ein neues Arbeitszeitgesetz dürfe keine Einkommensverluste bringen und müsse die unterschiedlichen Belastungen in den Branchen berücksichtigen. Eine Novelle des Gesetzes ist laut Muchitsch in zwei bis drei Monaten möglich. Im Frühjahr 2017 ist ein Kompromiss zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern zu flexibleren Arbeitszeiten knapp gescheitert. An der 6. Urlaubswoche werde es diesmal nicht scheitern, wie damals im Jahr 2017, sagte der SPÖ-Sozialsprecher.

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf kündigte am Mittwoch in der Causa Arbeitszeit eine nochmalige Informationsoffensive für Mitgliedsbetriebe an. Merkblätter seien für Tourismusbetriebe bereits verschickt worden.


Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 07.11.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Fordern, fordern, fordern....

    Ist die SPÖ immer noch nicht in der Gegenwart angekommen? Liebe SPÖ: Bitte nehmt zur Kenntnis, dass ihr nicht mehr Regierungspartei seid. Ihr wurdet "abgewählt"! Und das hat seinen Grund. Denkt zuerst einmal darüber nach - bevor ihr "fordert".

    einklappen einklappen
  • Herr Rossi am 07.11.2018 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    gehts noch

    Sie hat nichts zu fordern. Sie kann ersuchen, bitten oder fragen.

  • Exsozi am 07.11.2018 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr in den 70er Jahren

    Warum müssen die Roten immer gegen die Regierungsarbeit sprechen. Die altmodischen Anschauungen der Gewerkschaft sind passe. Wann begreifen die es.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • klaus am 08.11.2018 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    ich bin ein Arbeiter, und WAR FPÖ Wähler, aber so nicht mehr, und keine Angst liebe Regierung bis zur nächsten Wahl wird nichts vergessen

    • Salzburgerin am 08.11.2018 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @klaus

      Unter der SPÖ Regierung gab es natürlich keine schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern. Da hat die AK sicher ständig aus Jux und Tollerei Rechte für Arbeitnehmer bei Gericht einklagen müssen.

    • Penelope am 08.11.2018 21:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Salzburgerin

      Und in roten Unternehmen haben die Gewerkschaften ja natürlich auch nie weggeschaut wenn es für die Lehrlinge unzulässige Kollektivbestrafungen etc. gab...

    einklappen einklappen
  • Robert H. am 07.11.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Herrlich wenn man sich in ein Thema so verbeissen kann. Dafür schaut sich die Opposition scheins keine Gesetzesentwürfe an. Das Ärztegesetz zum Beispiel wird - so es so kommt - aus lauter Geldgier der Ärztekammer, zehntausende Arbeitslose produzieren. Aber das sind ja nur Selbständige ...

  • isabell am 07.11.2018 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    das einzige

    was die spö kann ist kritisieren was anderes können die roten nicht und frau rendi ist nicht viel besser als kern war.

  • Exsozi am 07.11.2018 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr in den 70er Jahren

    Warum müssen die Roten immer gegen die Regierungsarbeit sprechen. Die altmodischen Anschauungen der Gewerkschaft sind passe. Wann begreifen die es.

    • Gerhard am 07.11.2018 17:19 Report Diesen Beitrag melden

      Verwirr-Spielchen bringen nix

      Mein lieber,SPÖ hin oder her, es wäre eigentlich die aufgabe der FPÖ gewesen auf diese Misstände aufmerksam zu machen und dagegen zu kämpfen. Oder ist man nach der Wahl nicht mehr die "Partei des kleinen Mannes? "

    • murksi am 08.11.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Es sind momentan

      nur einige schwarze Schafe,die sich nicht an die Gesetzeslage halten.Ich finde es erfreulich dass unsere jetzige Regierung so promt reagiert und überprüfen lässt.Man kann nicht alle Arbeitgeber in einen Topf werfen und die schwarzen Schafe werden ihre "Belohnung" bekommen,ganz sicher,also nur keine Aufregung!

    • He He am 09.11.2018 03:29 Report Diesen Beitrag melden

      @murksi

      Ja, die 72 Strafe ist wie eine Aufforderung zu sehen

    einklappen einklappen
  • Kannitverstan am 07.11.2018 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritik an täglichen Ausnahmen?

    Es stellt sich die Frage, wie sich die Frau das Überstunden machen vorstellt. Wenn es nach den roten Verhinderern ginge, hätten Viele um Einiges weniger Einkommen. Auch mich hat man bei Störungen nach Hause geschickt, weil man nicht mehr länger arbeiten darf. Mein Dank an die Gewerkschaft hält sich in Grenzen, es wurde mir ja verhindert mehr Gehalt zu bekommen.

    • Berghofer P. am 08.11.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      @nixversteher

      Das sind, Dank der Regierung, jetzt keine Überstunden mehr. DU warst sicher noch nie auf Störungssuche.

    • Kannitverstan am 08.11.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berghofer P.

      40 Jahre sind scheinbar lange genug.

    einklappen einklappen